Die Korallenfamilie

Eine erfundene Geschichte über Kaltwasserkorallen im dunklen Tiefwasser. Die Korallen fangen Nahrung aus der Strömung. Menschen verändern ihren Lebensraum und versuchen, ihnen zu helfen. Nach ihrem letzten Besuch lebt die Familie mit den Hinterlassenschaften weiter. Die Kalenderjahre laufen ohne Neustart weiter. Fähigkeiten und Zukunftsdaten gehören zur Fantasiegeschichte.

Es war einmal eine Korallenfamilie tief im dunklen, kalten Meer. An ihren Ästen saßen Polypen: winzige Tiere mit Fangarmen. Sie fingen Nahrung aus der Strömung. Der Kalk der Familie war weiß, und das war gesund. Über viele Generationen führt unsere Geschichte nun in eine erfundene Zukunft. Dort werden manche Nachkommen Dinge können, die heute nur in Geschichten möglich sind. Weit über der Familie fuhren Schiffe. An Land bauten Menschen Häuser, Straßen und Fabriken. Was sie in Luft und Wasser ließen, blieb nicht oben: Wärme und Abfälle konnten auch das dunkle Meer erreichen.

Noch lange blieb das Meer voller Nachbarn. Hoch über ihnen fuhren Schiffe. Menschen fingen Fische, bauten Häfen und holten Öl und Gas aus dem Boden. Von vielem bemerkte die Familie zunächst nur das, was bis in die Tiefe kam. Ihre Larven fanden noch neue Felsen, und aus ihnen wurden neue Kolonien. Die Äste über dem Sand waren gelb und pink gefärbt. Eine Qualle zog langsam vorbei; darunter zuckte ein kleiner Fisch durch eine Astgabel. Auch Seesterne waren da. Die Strömung fand kaum eine Lücke, in der niemand wohnte. „Wer wohnt hier?“, rauschte sie. Die Antwort kam als Flossenschlag, als tastender Arm und als winzige offene Polypenkrone.

Die Menschen arbeiteten über dem Meer immer weiter, doch manche tiefen Felsen waren noch unberührt. Dort konnte eine fast unveränderte Kolonie wachsen. Heller Kalk und offene Polypen gehörten zu einem lebenden Zuhause, das weiterhin vor Eingriffen geschützt werden musste. Ein Stück weiter stand eine Verwandte, die den ersten hellen Korallen noch sehr ähnlich sah. Nur unten fiel eine blaurosa Krone auf. Die Strömung bog um ihren Felsen, und viele Polypen öffneten sich zugleich. Hier musste die Familie keine große Verwandlung zeigen. Solange Wasser und Nahrung ankamen, konnte auch ein beinahe unveränderter Zweig weiterwachsen.

Menschen jagten inzwischen auch bei den tiefen Riffen mit ihren Tauchgeräten. Wo sie Tiere trafen und Boden aufwirbelten, änderte sich die Nachbarschaft. Die festsitzende Familie konnte weder der Jagd noch der folgenden Teilchenwolke ausweichen. Der Schein einer Tauchlampe glitt über die türkisen Äste. Dann kam ein Mensch in einem schweren Druckschutzanzug, und eine Harpune schoss durchs Wasser. Der Hai fuhr herum; zwischen den Zweigen wurde es plötzlich still. Die Kolonie blieb an ihrem Felsen fest. Sie konnte nicht ausweichen. Lange nachdem das Licht verschwunden war, tanzten die aufgewirbelten Teilchen noch um ihre Polypen.

Die Schifffahrtswege wurden dichter, und Fischer verloren immer wieder Netze. Ein Netz sank, obwohl oben niemand mehr daran zog. Unten blieb es an Ästen hängen; mit jedem Wasserstoß konnten seine Fäden weiter am Riff scheuern. Über dem Riff brummte ein Schiff. Etwas Orangefarbenes sank herab und blieb zwischen den Ästen hängen: ein Stück Netz. Die blaue Kolonie konnte es nicht abschütteln. Die Strömung zerrte daran, zog es straff und ließ es wieder los. Ein kleiner Fisch schwamm im Bogen darum herum. Von nun an gehörte dieses fremde Ding zu jedem Tag am Familienriff.

Ein Fischerboot hatte einen Teil seiner Leine verloren. Das dünne Stück sank tiefer, als Menschen mit den Augen sehen konnten. Die Strömung nahm es mit und schob es schließlich an eine Koralle am Grund. Ein dunkler Faden hing neben einer hellen Koralle. Wenn das Wasser zog, schwang er gegen einen Ast. Dort hatten die Polypen ihre Tentakel eingezogen. Auf der anderen Seite konnten sie weiterfressen. Der Faden blieb noch lange hängen. Für die kleinen Tiere war er ein großes Hindernis, obwohl er kaum dicker als ein Haar war.

Menschen luden Dinge vom Boot ins Meer, die sie oben nicht mehr haben wollten. Die Teilchen verschwanden aus ihrem Blick, sanken aber weiter. Am Riff legten sie sich zwischen Polypen, die dort ihre Nahrung fangen mussten. Ein Boot fuhr über die Verwandten hinweg. Braune Teilchen sanken aus seinem Bauch und fielen zwischen die Äste. Einige Polypen zogen sich ein, andere blieben von Schmutz bedeckt. Die Strömung brachte auch Futter, doch es war schwer zu erreichen. Als das Boot verschwand, blieb seine Fracht noch lange unten. Ein Ast brauchte Stunden, bis er wieder frei war.

Menschen kamen mit Tauchgeräten und Licht bis zum Familienriff. Manche wollten Tiere fangen, andere ihren Zustand prüfen. Ein vorsichtiger Besucher konnte beobachten, ohne Äste abzubrechen; vor den Veränderungen des großen Meeres schützte seine Rücksicht allein jedoch nicht. Ein Mensch in einem schweren Druckschutzanzug hielt neben der braunen Verwandten an. Neben ihren großen Ästen wirkte er winzig. Hinter dem Sichtfenster sah er nach oben, dann hinunter zum Fuß. Die Polypen taten weiter, was sie immer taten: Sie streckten sich in die Strömung. Als der Besucher fort war, hatte er nichts mitgenommen und nichts zwischen ihren Ästen zurückgelassen.

Über dem Meer stritten Menschen über Fang und Schutz. Manche wollten den Boden schonen, andere weiter dort arbeiten. Unten gehörten geschützte Stellen und verletzte Riffteile zum selben dunklen Lebensraum, verbunden durch dieselbe Strömung. Am Rand des Riffs trafen zwei Welten aufeinander. Eine Lampe tauchte die linke Seite der Kolonie in roten Schein, rechts blieben die Äste im Dunkeln. Die Strömung strich durch beide Hälften. Oben stritten Menschen darüber, was dem Meer zustand. Unten öffnete ein Polyp seine Tentakel. Er brauchte keine großen Worte, sondern Wasser, Futter und einen sicheren Platz.

Die Menschen maßen inzwischen auch tief unten die Folgen ihrer erwärmten Welt. Auf ihren Zeichen standen Temperaturen, die viel zu hoch für das ursprüngliche kalte Zuhause waren. Die Zahlen zeigten eine Gefahr, keine freundliche neue Normalität. Menschen hängten kleine Temperaturzeichen neben die Äste. Die Zahlen erzählten von Wasser, das viel wärmer war als das Zuhause der ersten Kaltwasserkorallen. Hier lebten ferne Nachkommen in einer veränderten Welt. Ein Polyp zog sich ein, ein anderer blieb offen. Die Helfer maßen noch einmal. Farben allein verrieten ihnen nicht, wie es den beiden ging.

Menschen maßen nicht mehr nur an der Oberfläche. Tief unten trafen kühle und wärmere Wasserbewegungen an denselben Felsen aufeinander. Die erwärmte Welt wirkte auf solche Wege, doch eine Kolonie konnte sich nicht aussuchen, welche Strömung sie erreichte. Zwei Strömungen trafen bei einer hellen Verwandten zusammen. Oben zog ein kühles blaues Band vorbei, weiter unten ein wärmeres. Das Wasser blieb nicht still. Mal erreichte die eine Bewegung die Äste, mal die andere. Die Polypen öffneten und schlossen sich. Ein Helfer prüfte die Temperatur an mehreren Stellen, bevor er entschied, wo die jüngsten Nachkommen einen besseren Platz finden könnten.

Menschen zogen mit schweren Netzen über den Meeresboden. Dabei konnten ganze Korallenbüsche zerbrechen, gleichgültig welche Farbe sie hatten. Die graue Verwandte war nicht wegen ihres Graus tot; Gefahr kam von den Geräten ringsum. Zu der Familie gehörte auch eine graue Verwandte. Ihre Polypen waren hell, nur einer weiter unten war gelb. Zwischen den Ästen zog das Wasser vorbei. Ein winziges Tier geriet an einen Fangarm. Der Polyp hielt es fest und zog sich zusammen. Auch diese unauffällige Koralle lebte und fraß, mitten unter ihren bunten Nachbarn.

Schiffe und Küstenstädte lagen weit über diesem Platz, doch ihre Spuren gelangten auch hierher. Tief unten kamen Strömungen aus verschiedenen Richtungen. Die rosa, blauen und grünen Bereiche der Familie teilten dabei dasselbe Wasser und dieselbe Nahrung. Oben war eine Verwandte rosa, unten blau und an einem Seitenast grün. Ein Fisch schwamm erst um den hellen Teil und dann dicht über den dunkleren Fuß. Die Polypen beider Hälften griffen nach denselben vorbeiziehenden Teilchen. Die Familie hatte viele Farben bekommen, aber ihre Mahlzeiten blieben klein. Heute kam genug Wasser an jede Seite, und alle Kronen hatten etwas zu tun.

Aus Küstenstädten und Schiffen gelangten unterschiedliche Stoffe ins Wasser. Strömungen trugen manches weit hinaus und hinab. Menschen untersuchten die tiefen Felsen, während zwischen den Ästen Teilchen vorbeizogen, die keine Mahlzeit für die Familie waren. Mitten durch eine helle Verwandte zog sich ein orange-roter Streifen. Er folgte dem Hauptast, während der Fuß und viele Seitenzweige hell blieben. Die Familie sah an diesem Platz aus, als hätte jemand ihren Weg von einer Astgabel zur nächsten markiert. Die Polypen warteten nicht auf einen Wegweiser. Sie drehten ihre Tentakel dorthin, wo das Wasser gerade Futter herantrug.

Auch unter den Fanggrenzen blieb das Wasser in Bewegung. Menschen konnten Netze umleiten, aber Wärme und gelöste Stoffe gelangten weiter durch die Tiefe. Benachbarte Äste derselben Familie erlebten deshalb manchmal unterschiedliche Bedingungen. Bei einer Verwandten blieb die linke Seite hell, während rechts kräftiges Rosa die Äste überzog. Dazwischen saßen bunte Polypen und griffen in dieselbe Strömung. Von weitem sah die Kolonie aus, als gehörten zwei Familien zusammen. Ein kleiner Fisch schwamm durch die Mitte. Für ihn war entscheidend, dass zwischen den ungleichen Ästen noch ein Versteck lag.

Menschen hatten außerhalb des Riffs Boden aufgewühlt und Abfälle zurückgelassen. Strömungen trugen feine Teilchen heran. Zwischen den grauen Ästen blieb noch Platz für Nachbarn, doch nach jeder Schmutzwolke mussten die Polypen erst wieder frei werden. Graue Äste standen ein Stück weiter in der Strömung. Oben flatterten grüne Fäden, unten streckte ein großer blauer Polyp seine Tentakel aus. Kleine Nachbarn fanden zwischen den Zweigen noch immer Unterschlupf. Die Familie war nicht überall gleich kräftig gewachsen. An diesem Platz war wenig los, doch als Futter vorbeikam, bewegten sich mehrere bunte Kronen zugleich.

Kunststoff von Küsten, Schiffen und verlorenen Netzen war bis in die Tiefe gelangt. Menschen holten manches wieder herauf. Vieles blieb klein und unbemerkt im Wasser, wo Fangarme Nahrung von ungenießbaren Fremdkörpern trennen mussten. An einigen Polypen waren lange Fangarme gewachsen. Sie erreichten kleine Beutetiere, aber auch etwas anderes blieb daran hängen: ein Stück Plastik. Der Arm hielt es fest, doch fressen konnte die Koralle es nicht. Die Strömung zerrte daran. Zwischen den Ästen schwamm ein Fisch vorbei. Das Riff brauchte Nahrung, keinen Müll.

An Land wuchsen Städte, und Menschen verbrauchten weiter Brennstoffe. Auch das tiefe Meer veränderte sich. Fanggeräte beschädigten manche Riffe; aufgewirbelter Boden legte sich über andere. Wo sollten die nächsten kleinen Korallen festwachsen? Ein Teil der Familie fand Schutz zwischen Felsen. Andere Zweige hielten sich weiter draußen. Eine fast ganz helle Verwandte wuchs an einem stillen Felsen. Am Fuß trug sie einen kleinen warmen Farbfleck. Die meisten Äste sahen aus wie die ihrer Vorfahren. Als die Strömung durch sie hindurchging, öffneten sich viele Polypen. Man hätte diese Kolonie leicht für schwach halten können. Doch ihr Leben zeigte sich in den Tentakeln, die nach dem winzigen Futter griffen.

Ein Forschungsschiff hatte die hellen Kolonien am Grund entdeckt. Menschen verlegten daraufhin die Fanggrenze. Im dunklen Wasser brauchten ihre Polypen keine Sonne, sondern Nahrung und unbeschädigte Äste, zwischen denen kleine Fische Schutz fanden. Eine helle Kolonie stand an einem offenen Stück Riff. Ihre Polypen waren klein, doch zwischen den Ästen blieb Raum für Gäste. Ein Fisch näherte sich vorsichtig und bog um den Fuß. Dahinter zog das Wasser weniger stark. Er stellte sich hinein. Von draußen konnte man ihn kaum noch sehen, obwohl die Koralle selbst fast weiß war.

An Land wirkten die geschützten Tiefseegebiete auf einer Karte wie leere Flächen. Unten lagen jedoch viele bewohnte Felsen. Forschungsbilder halfen den Menschen, auch helle Kolonien und ihre kleinen Verstecke vor schweren Geräten zu bewahren. Die nächste Kolonie teilte sich ihren Platz mit einem glatten Stein. Ein Fisch hatte dahinter Rast gemacht, doch ein Wasserzug schob ihn heraus. Er suchte jetzt einen Weg zwischen den Ästen. Ein Polyp zog seine Tentakel ein, als die Schwanzflosse ihn streifte. Dann war der Gast hindurch, und die kleinen Fangarme öffneten sich wieder.

Menschen suchten in Aufnahmen oft nach auffälligen Veränderungen. Dabei konnten sie eine fast farblose Kolonie leicht übersehen. Unten zählte jedoch, ob ihre Polypen Futter fingen und ob Netze, Schlamm und Wärme von ihrem Platz fernblieben. In einer stillen Mulde stand eine fast ganz helle Verwandte. Nur eine Krone trug einen kleinen gelbgrünen Fleck. Die Strömung fand auch diesen unscheinbaren Platz und strich an jeder Astgabel vorbei. Als ein winziges Tierchen hängen blieb, schloss sich eine Tentakelkrone darum. Niemand musste besonders bunt sein, um im Familienriff einen neuen Tag beginnen zu können.

Eine Maschine hatte nahe am Riff den Boden aufgewühlt. Danach wanderte feiner Sand mit dem Wasser weiter. Menschen mussten ihre Arbeiten verlegen, damit die hellen Polypen nicht immer wieder unter einer neuen Staubschicht verschwanden. Neben einer hellen Verwandten setzte sich Sand ab. Erst lagen wenige Körnchen da, später ein kleiner Haufen. Beim nächsten kräftigen Wasserzug wurde er wieder auseinandergetragen. Die Koralle konnte nicht wissen, wohin jedes Körnchen wanderte. Ihre Polypen öffneten sich, wenn die Nahrung kam, und zogen ihre weichen Fangarme bei Berührung wieder ein.

Menschen fanden im Licht ihres Tauchroboters eine fast weiße Kolonie mit offenen Polypen. Daneben lagen Bruchstücke. Schwere Fanggeräte waren über den Boden gezogen worden und hatten einen Teil des langsam gewachsenen Riffs beschädigt. Eine fast weiße Kolonie stand im Familienriff. An ihren Ästen lebten genauso viele kleine Polypen wie an mancher bunten Verwandten. Ein Nahrungstier streifte einen Fangarm und wurde festgehalten. Darauf kam es hier an. Die Kolonie fraß und wuchs langsam weiter, während draußen im offenen Wasser die Fische ihre weiten Kreise zogen.

Die Menschen hatten beobachtet, wie ungleichmäßig Nahrung in die Tiefe sank. Oben lebten winzige Tiere, unten warteten andere auf das, was ankam. Ein stiller Wasserzug konnte für die Kolonien einen langen Tag des Wartens bedeuten. In einem stillen Winkel des Riffs wuchs eine helle Kolonie. Das Wasser bewegte sich kaum. Ein Fisch stand vor ihren Ästen und schlug langsam mit den Flossen. Dann begann die Strömung wieder zu ziehen. Feine Teilchen kamen heran, und die Polypen griffen zu. Das Warten gehörte zu ihrem Leben wie das Fressen.

Auf einer Karte hatte dieser Ort lange wie leerer Grund ausgesehen. Erst eine nahe Kameraaufnahme zeigte die kleinen Kolonien. Menschen lenkten die nächste Leitung um den Felsen herum, statt sie zwischen seine Äste zu legen. Neben einer hellen Kolonie blieb ein Fisch im Wasser stehen. Erst schob er sich nach links, dann nach rechts. Hinter den Ästen suchte er einen Platz, an dem die Strömung ihn weniger mitnahm. Schließlich fand er ihn. Die Polypen bewegten sich über seinem Kopf. Auch ohne kräftige Farben war dieser Ort voller kleiner Veränderungen.

Die Menschen hatten einige Fanggeräte ferngehalten, doch feine Teilchen und wärmeres Wasser konnten weiter ankommen. Für die unauffällige Familie blieb jede brauchbare Strömung wichtig. Zwischen den geschützten Felsen musste genug Nahrung für die kleinen Nachbarn übrig bleiben. Eine Verwandte trug nur zarte pfirsichfarbene und rosa Stellen. Zwischen den hellen Ästen saß ein kleiner Bewohner, den die Strömung kurz hervorlockte. Er verschwand wieder, als ein größerer Fisch vorbeikam. Die Polypen blieben draußen. Für sie war gerade Futter angekommen, und jede offene Krone wollte etwas davon erwischen, bevor das Wasser um den nächsten Felsen bog.

Ein neues Schutzgebiet lag weit unter den Schiffsrouten. Dort wurde nicht mehr mit schweren Netzen über den Grund gefahren. Zwischen den Felsen konnten auch kleine Kolonien weiterwachsen, die auf den ersten Kamerabildern kaum aufgefallen waren. Eine sehr helle Koralle stand zwischen den Steinen. Man musste nah heranschwimmen, um ihre feinen Tentakel zu erkennen. Als Nahrung vorbeikam, packte einer zu. Dann noch einer. Hinter dem unscheinbaren Körper zog ein Fisch vorbei. Er fand hier dieselben engen Verstecke wie zwischen den viel bunteren Ästen der Familie.

Bei der Suche nach verlorenem Fanggerät leuchtete ein Forschungsgerät zwischen die Korallen. Menschen entfernten fremde Fäden, ohne Muschelschalen mitzunehmen. Die Strömung verschob diese natürlichen Fundstücke später weiter, bis manche Gabel wieder frei wurde. Ein blauer Polyp saß weit außen an einem hellen Ast. Dort strich das Wasser frei vorbei. Dahinter klemmte ein Muschelstück in der Gabel. Als eine Garnele darüberstieg, rutschte es zu Boden. Der Ast war wieder frei. Ein kleines Beutetier trieb heran, und die Tentakel griffen zu, bevor es weiterziehen konnte.

Beim Verlegen eines Kabels hatten Maschinen den Meeresboden aufgewühlt. Feiner Schlamm trieb bis zum Riff. Die Menschen änderten später den Kabelweg, damit nicht noch mehr Schmutz auf den empfindlichen Polypen landete. Hinter einem Felsen wuchs eine zartrosa Verwandte. Hier zog das Wasser langsamer vorbei. Ein Körnchen blieb auf einem Ast liegen, bis die nächste Bewegung es wieder mitnahm. Die violetten Polypen hatten inzwischen Nahrung gefangen. Draußen ging es unruhiger zu, doch für diesen Augenblick konnte die kleine Kolonie ungestört fressen.

Menschen konnten die offene See nicht allein durch Fangverbote wieder versorgen. Weit oben und tief unten blieb das Leben verbunden: Was an Nahrung herabsank, hing auch davon ab, wie die Menschen das Meer über dem Riff behandelten. An einer hellen Verwandten fielen nur wenige Kronen durch ihre Farben auf. Eine war blau, eine orange, weiter oben saß ein grüner Polyp. Die übrigen streckten ihre Tentakel ebenso ins Wasser. Als Futter kam, griffen sie alle danach. Ein Fisch hätte die bunte Gruppe leicht übersehen, doch für die Familie zählte jede dieser kleinen Mahlzeiten.

Menschen hatten am Hang neben dem Riff nach Öl gebohrt. Maschinen und Geräte konnten den Grund stören. Die helle Kolonie brauchte Abstand zu solchen Arbeiten und einen festen Platz für ihren gelben Fuß. Der Fuß einer fast weißen Kolonie war gelb. Eine Schnecke kroch daran vorbei und verschwand hinter einem Stein. Oben fing ein Polyp Nahrung. Dann verging lange Zeit, bis das Wasser wieder etwas Passendes brachte. Die Koralle blieb fest an ihrem Platz. Sie konnte der Schnecke nicht folgen, auch wenn ringsum alles weiterwanderte.

Menschen suchten mit einem Tauchroboter nach lebenden Korallen auf dem dunklen Grund. Vor seiner Lampe öffneten sich helle Polypen. Daneben lag eine verlorene Leine, die ein Greifarm vorsichtig aus dem Riff holen sollte. Die Strömung glitt an einer fast weißen Koralle vorbei. An einem unteren Zweig war ein wenig Blau zu sehen, oben ein Hauch Gelb. Kleine Polypen streckten sich ins Wasser. Sie brauchten keine kräftigen Farben, damit ihre Fangarme Nahrung festhalten konnten. Nebenan zog ein größerer Fisch vorüber, ohne die helle Kolonie anzurühren.

Einige tiefe Felsen wurden von den Fanggeräten ausgespart. Dort blieben Plätze für Larven und ihre Nachbarn. Menschen konnten diesen Schutz verbessern, doch kühles Wasser und Nahrung mussten von außerhalb kommen; ein schöner Pastellton versprach beides nicht. An einer kühlen Stelle wuchs eine zart mintfarbene Verwandte. Ihre Kronen waren rosa, gelb und hellblau. Eine winzige Garnele setzte sich an den Fuß und verschwand bald hinter einem Ast. Die Strömung blieb heute ruhig und brachte regelmäßig Futter. Die Polypen konnten geöffnet bleiben. Mehr brauchte diese Ecke der Familie für einen guten Tag zunächst nicht.

Beim Fischen waren Leinen zwischen den tiefen Felsen zurückgeblieben. Menschen steuerten einen Greifarm langsam am rosa Stamm vorbei, um sie zu bergen. Eine Leine durfte nicht einfach herausgerissen werden, wenn daran Korallenäste festhingen. Über die Mitte einer hellen Koralle liefen rosa Striche. Ein kleiner Fisch blieb darunter stehen. Lange bewegte er nur seine Flossen. Dann schnappte er nach etwas im Wasser und verschwand hinter einem Felsen. An der Koralle gingen ebenfalls Fangarme zu. Für einen Augenblick hatten Besucher und Polypen gleichzeitig eine Mahlzeit gefunden.

Beim Bau einer Leitung hatten Menschen feinen Sand freigelegt. Später wählten sie einen anderen Weg, doch die alte Spur blieb. In ihren kleinen Rinnen sammelten sich Muschelschalen, zwischen denen Tiere neue Verstecke suchten. Nahe am Boden war eine Koralle rosa, oben blieb sie hell. Ein Krebs versuchte, im Schutz ihres Stamms eine Muschelschale umzudrehen. Es gelang erst, als er sie von der anderen Seite schob. Dann zog er sich darunter zurück. Über seinem neuen Dach ragten die Polypen ins Wasser und warteten auf Nahrung.

Menschen schickten Kameras hinunter und entdeckten zuerst die beiden farbigen Kronen. Die unkolorierten Polypen daneben gehörten ebenso zum lebenden Riff. Alle brauchten Nahrung; gefährliche Teilchen aus der menschlichen Welt erreichten bunte und helle Stellen gleichermaßen. Oben rechts trug eine helle Verwandte zwei auffällige Kronen. Eine war blau, die andere violett. Als die Strömung kam, öffneten sich jedoch auch die unscheinbaren Polypen zwischen ihnen. Ein winziges Beutetier geriet an einen hellen Tentakel. Die ganze Familie lebte von solchen kleinen Fängen. Die beiden bunten Kronen sahen besonders aus, aber hungrig waren die anderen ebenso.

Ein Forschungsschiff suchte nach kleinen Korallen zwischen den Tiefseefelsen. Unter den Lampen war blasses Gewebe leicht mit Kalk zu verwechseln. Die Menschen sahen deshalb lange hin, bevor sie einen Platz für unbewohnt hielten. Eine blasse Koralle stand auf hellem Grund. Ein Fisch schwamm so dicht vorbei, dass er sie beinahe streifte. Erst die zart gefärbten Polypen ließen ihn ausweichen. Hinter den Ästen entdeckte er einen freien Durchgang. Er zwängte sich hindurch und blieb eine Weile im Schutz des Riffs, bis der größere Fisch weitergezogen war.

Schwere Fanggeräte zogen über einen benachbarten Meeresgrund. Der aufgewirbelte Staub wurde mit dem Wasser weitergetragen. Zwischen den hellen Ästen mussten die Polypen Nahrung von den vielen fremden Körnchen unterscheiden können. Auch die unscheinbaren Verwandten bekamen Besuch. Ein kleiner Fisch strich so dicht an einer hellen Kolonie vorbei, dass sich ein Polyp zurückzog. Rosa Linien liefen über ihren Körper. Der Fisch verschwand hinter dem nächsten Felsen. Bald streckte der Polyp seine Fangarme wieder aus. Die Strömung hatte bereits die nächste Mahlzeit mitgebracht.

Nach Arbeiten am Meeresboden war feiner Schlamm am Riff vorbeigezogen. Menschen stoppten die Maschinen in der Nähe. Die kleine Kolonie bekam dadurch keine neue Fähigkeit, aber ihre Polypen wurden nicht immer wieder mit Schmutz bedeckt. An einem geschützten Platz wuchs eine helle Verwandte mit einem zartgrünen Seitenast. Rosa Polypen saßen über ihren Körper verteilt. Als die Strömung nachließ, wurde es still zwischen den Zweigen. Eine kleine Schnecke blieb am Fuß hängen. Erst viel später kroch sie weiter, während oben schon wieder Nahrung an den Fangarmen vorbeitrieb.

An Land schauten Kinder Aufnahmen aus großer Tiefe an. Kameras hatten das Riff unter Schiffen und Fanggebieten gefunden. Die Kinder erfuhren, dass hinter dem dunklen Wasser Tiere lebten, deren Zuhause menschliche Entscheidungen erreichen konnten. Eines Tages sah ein Kind Bilder von der Korallenfamilie. Erst suchte es nur nach den Fischen. Dann entdeckte es die vielen kleinen Tiere an den Ästen. Es lächelte und hob den Daumen. Unten im Meer wusste die helle Kolonie nichts davon. Sie öffnete ihre Polypen, während oben jemand begonnen hatte, genauer hinzuschauen.

Menschen suchten mit Kameras nach erhaltenen Riffstellen. Auf dem dunklen Grund fielen die feinen grünen Stellen erst im Lampenlicht auf. Die Farbe allein sagte wenig; offene Polypen und ankommende Nahrung zeigten mehr über den Alltag der Familie. Nur ein paar feine grüne Stellen unterschieden eine Verwandte von den hellen Korallen ihrer Vorfahren. Wer schnell vorbeischwamm, übersah sie leicht. Die Strömung tat das nicht. Sie strich durch jede Astgabel und brachte winzige Tiere mit. Ein Polyp fing eines davon. Dann wurde es wieder still, bis am Rand des Riffs die nächste Wasserbewegung begann.

Die Forschungskameras kamen auf langen Fahrten immer wieder zu denselben Riffresten. Menschen hielten ihre Greifarme inzwischen weiter von lebenden Ästen entfernt. Zwischen den Polypen bewegten sich kleinere Gäste trotzdem vorsichtig hindurch. An einem hellen Körper saßen ein roter, ein gelber und ein blauer Polyp. Eine kleine Garnele kroch am Fuß entlang. Als sie den blauen Polypen berührte, zog er sich ein. Sie blieb kurz stehen und ging dann weiter. Wenig später öffnete er sich wieder. Für die Kolonie war eine Berührung etwas anderes als vorbeiziehende Nahrung.

Oben erfuhren Kinder, dass Fanggeräte und Abfall selbst tiefe Riffe erreichen konnten. Sie fragten die Erwachsenen nach Schutz. Unten blieben die Polypen festgewachsen, während Menschen über die Wege ihrer Schiffe und Maschinen entschieden. Oben am Meer fragten Kinder, warum so viele Riffe verschwanden. Sie wollten, dass die Erwachsenen zuhörten. Unten stand eine Kolonie mit großen rosa Polypen. Sie konnte nicht rufen und keinen Brief schicken. Sie brauchte freies Wasser, Nahrung und einen Ort zum Wachsen. Die Kinder beschlossen, ihre Fragen nicht wieder zu vergessen.

Kinder an Land erfuhren, dass selbst winzige Abfälle bis in große Tiefe gelangen konnten. Sie wollten dem Riff helfen und dachten über ein Fest nach. Unten musste das Wasser zuerst von ihrem neuen Müll frei bleiben. Ein Kind wünschte sich ein Fest für die Korallen. Bunte Flocken sollten durch das Wasser tanzen. Dann dachte es an all den Müll im Meer. Das Fest brauchte keinen neuen. Unten trieben kleine Nahrungstiere um eine Kolonie mit rosa und gelben Polypen. Sie griffen zu. Für diese Bewohner war genug zu fressen ein guter Grund zum Feiern.

Menschen hatten einige Riffreste unter Schutz gestellt. Der Fang blieb dort fern, aber Wasser aus anderen Gebieten floss weiter hindurch. Die Familie konnte ihre Mahlzeit annehmen, wenn sie kam; Schutz an einem Felsen beendete nicht jede Gefahr im Meer. Einige wenige grüne Stellen saßen auf den hellen Ästen der nächsten Verwandten. Blaue Kronen fielen dazwischen auf. Ein kleiner Nachbar hielt sich lange am Fuß auf und verschwand erst, als die Strömung stärker wurde. Die Polypen öffneten sich. Ihr Platz war unscheinbar, doch heute kam regelmäßig Futter vorbei. Die Familie konnte einen ruhigen Tag lang einfach ihrer Arbeit nachgehen.

Durch die Erwärmung hatte sich in diesem Teil des Meeres die Wasserbewegung verändert. Nahrung kam an manchen Tagen seltener am Riff vorbei. Menschen ließen Messgeräte hinab und suchten nach den Ursachen der längeren Wartezeiten. Eine hellblaue Kolonie trug rosa Polypen bis an die äußeren Äste. Als das Wasser stärker zog, wurden winzige Nahrungstiere vorbeigetragen. Manche entkamen, andere blieben an Fangarmen hängen. Lange dauerte das gute Fressen nicht. Dann ließ die Bewegung nach. Die Polypen warteten weiter, während ein Fisch über den blauen Stamm hinwegschwamm.

Menschen hatten den Meeresboden mit Fanggeräten berührt und dabei Staub aufgewühlt. Der setzte sich zwischen den gepunkteten Ästen ab. Deshalb wurden die Fangwege später vom Riff wegverlegt, damit nicht immer neuer Schmutz ankam. Auf den oberen Ästen einer hellen Kolonie waren orangefarbene Punkte verteilt. Weiter unten saßen dunkle Polypen. Ein Körnchen Sand wurde gegen den Stamm getragen. Die nächste Wasserbewegung hob es wieder fort. Oben wie unten suchten die kleinen Tiere nach Nahrung. Ihre Farben verrieten nicht, welcher Polyp zuerst etwas fangen würde.

Menschen hatten den Boden neben dem Riff aufgewühlt, als sie ein Kabel verlegten. Feine Teilchen trieben später durch das dunkle Wasser. Die Kolonie brauchte freien Wasserzug mit Nahrung statt immer neuer Schmutzwolken. Hinter den hellen Ästen zog blaues Wasser vorbei. Orange Polypen saßen am Stamm und an den Zweigen einer weiteren Verwandten. Ein kleiner Besucher kam näher, wendete und zog weiter. Unter der Kolonie blieb der Boden ruhig. Oben fing ein Polyp Nahrung. Dann warteten alle wieder, bis das Meer etwas Neues an ihren Platz brachte.

Ein Schleppnetz hatte den Grund weit entfernt aufgerissen. Die Wolke aus feinem Schlamm reiste mit dem Wasser bis zum Familienriff. Zwischen den Felsen mussten die Polypen warten, bis wieder mehr Nahrung als Sand vorbeikam. Im feinen Sandnebel stand eine helle Koralle. An ihrer Verzweigung saß ein blauer Polyp. Ein kleiner Krebs blieb davor stehen. Dann sah er, wie sich auch die hellen Tentakel bewegten. Er hatte sie zuerst übersehen. Die Strömung brachte Nahrung heran, und überall am Körper begannen die kleinen Tiere zu fressen.

Menschen wollten erhaltene Kolonien für ihre Kameras wiedererkennen. Die rosa Stellen halfen dabei, denselben Platz erneut zu finden. Für die Familie zählte unterdessen der nächste Futterstrom; ein menschlicher Name oder ein Farbfleck machte den dunklen Lebensraum noch nicht sicher. Zwei rosa Stellen fielen an einer hellen Verwandten auf: eine kleine Krone oben und ein tiefer Seitenast. Die Strömung erreichte beide auf verschiedenen Wegen. Oben kam sie direkt an, unten bog sie erst um den Stamm. Dort warteten die Polypen länger. Schließlich öffneten auch sie sich, und zwischen den ungleichen Ästen begann dieselbe stille Suche nach einer Mahlzeit.

Eine Kamera kehrte zu einem geschützten Stück Meeresboden zurück. Seit dem Verbot schwerer Netze waren keine neuen Äste zerbrochen. Die Menschen suchten zwischen den Steinen nun auch nach den kleinsten hellen Kolonien. Auch fast ganz helle Korallen gehörten zur Familie. Eine hatte einen gelben Fleck nahe am Fuß. Dort setzte sich ein kleines Tier auf den Stein und putzte seine Fühler. Über ihm standen die Polypen im Wasser. Ihre leisen Bewegungen verrieten, dass an diesem unscheinbaren Ort viele Tiere zusammenwohnten.

Nach dem Verbot schwerer Fanggeräte blieb ein kleiner Felsen lange unberührt. Menschen sahen dort bei späteren Besuchen neue Äste. Keine Maschine hatte sie gebaut. Viele kleine Polypen hatten über Jahre ihren gemeinsamen Körper vergrößert. An einem ruhigen Ort wuchs eine zartrosa Kolonie. Ihre Äste waren noch klein. Zwischen ihnen konnte sich ein winziges Tier verstecken, aber kein großer Fisch. Über viele Jahre wuchs die Kolonie weiter. Neue Polypen kamen hinzu. Später fanden auch größere Gäste Platz, und aus dem kleinen Anfang wurde ein Stück des Riffs.

Menschen hatten einige tiefe Bereiche von schweren Fanggeräten ausgenommen. Dort konnten kleine Familienzweige stehen bleiben. Andere Einflüsse kamen weiter mit dem Wasser: gelöste Stoffe, Wärme und unregelmäßige Nahrung erreichten auch die stillen Felsen zwischen den geschützten Grenzen. Ein Hauch Rosa zog sich über den Stamm einer Verwandten. Wer genauer hinsah, entdeckte auch die feinen Bewegungen ihrer hellen Polypen. Die Strömung kam leise an diesem Felsen vorbei. Sie brachte nicht viel mit, doch heute erreichten mehrere kleine Teilchen die Äste. Die Familie fing, was sie konnte, und blieb für die nächste Wasserbewegung geöffnet.

Eine Forschungslampe glitt über den dunklen Felsgrund. Zwischen ihr und der Koralle zog ein größerer Fisch vorbei. Sein Schatten verschwand gleich darauf, als das Gerät seine Kamera zum nächsten Riffstück drehte. Durch einen weißen Körper zog sich ein grüner Streifen bis zum Fuß. Im Licht eines Forschungsgeräts schwamm ein größerer Fisch über die Äste. Ein kleinerer verschwand sofort in einer Felsspalte. Als der Besucher fort war, kam er wieder heraus. Bald wanderte auch der Lampenkreis weiter. Die Polypen fingen im Dunkeln weiter Nahrung aus der Strömung.

Menschen hatten die Schleppnetzspuren um die letzten Riffstücke vermessen. Sie schützten freie Steine, auf denen Nachwuchs Halt finden konnte. Doch eine neue Kolonie wurde nicht auf Knopfdruck groß; viele Strömungen vergingen über jedem Anfang. Eine blassgelbe Kolonie wuchs an einem niedrigen Stein. Die Strömung brachte mal mehr und mal weniger Nahrung. An einem stillen Tag blieb eine Larve in der Nähe hängen. Später saß dort ein neuer Polyp. Er konnte noch keinen Fisch verstecken. Aber zwischen ihm und den großen Nachbarn war ein Anfang gemacht.

Forschende ließen kleine Messgeräte in die Tiefe sinken. Sie wollten wissen, wann Nahrung am Riff ankam. Manche Messungen zeigten volle Strömungen, andere lange Pausen. Für die kleinen Korallentiere machte dieser Unterschied jeden Tag etwas aus. An einer hellgelben Koralle saßen Polypen in vielen Farben. Während einer stillen Zeit schwebte nur wenig Nahrung vorbei. Die kleinen Tiere fingen, was sie erreichen konnten. Dann wurde das Wasser bewegter. Plötzlich war an fast jedem Ast etwas los, und ein vorbeiziehender Fisch musste einen Umweg um die ausgestreckten Tentakel machen.

Menschen hatten schwere Netze aus einem Gebiet mit steilen Felsen ferngehalten. In seinen Spalten blieb alter Korallengrund erhalten. Neue Äste konnten nach außen wachsen, wo die Strömung sie stärker erreichte als tief im geschützten Winkel. Aus einem Spalt ragten die Äste einer Kolonie. Unten war ihr Körper braun, oben hellblau. In den geschützten Ritzen lebten kleine Tiere. Je weiter die Äste nach außen wuchsen, desto mehr Wasser strich daran vorbei. Ein Fisch wartete hinter dem Stamm. Er kannte den Unterschied zwischen dem ruhigen Spalt und der freien Strömung.

Menschen hatten hier auf schwere Geräte am Boden verzichtet. So blieben Felsen und Verstecke erhalten. Kühles Wasser und Nahrung kamen von außerhalb; für die mintgrüne Familie war der geschützte Platz eine Chance, aber kein Versprechen für alle Zukunft. In einer ruhigen Ecke wuchs eine mintgrüne Verwandte. Magenta und Violett saßen auf ihren Kronen. Heute kam regelmäßig Futter vorbei, und die meisten Polypen blieben offen. Eine kleine Garnele wanderte unter den Ästen hindurch. Als die Strömung sich drehte, wechselte sie die Seite. Die Familie hatte hier einen Platz gefunden, an dem sie vorerst ohne große Schutzgeräte auskam.

Die Forschenden prüften ihre Karten noch einmal. Manche blassen Kolonien waren zwischen den Steinen leicht übersehen worden. Auch sie gehörten zu den Orten, die vor schweren Netzen geschützt werden mussten, damit ihre Äste weiterwachsen konnten. Eine helle Koralle hatte nur an einem oberen Polypen einen blauen Schimmer. Im Wasser war sie leicht zu übersehen. Ein Fisch entdeckte sie erst, als er dicht davorstand. Er bog um die Äste und fand einen schmalen Durchgang. Dahinter wartete ruhigeres Wasser. Auch eine unscheinbare Kolonie konnte für einen kleinen Besucher wichtig sein.

Manche Menschen schützten inzwischen einzelne Riffhänge vor Fanggeräten. Anderswo wurde weiter gefischt und gebaut. Das Meer bot deshalb sehr verschiedene Plätze. Wo die Strömung genug Nahrung brachte, konnten neue Kolonien wachsen. Ihre Nachkommen sahen nicht alle gleich aus. Eine andere Farbe allein verriet noch nicht, wer besser zurechtkam. An einer hellen Verwandten war der große untere Polyp grün. Oben saßen viele helle Polypen. Als ein kleines Tierchen am Stamm vorbeitrieb, fing der grüne es zuerst. Später bekamen auch andere etwas. Die Kolonie lebte von vielen solchen kleinen Mahlzeiten. Keine davon war groß, doch zusammen halfen sie ihren Bewohnern, weiterzuwachsen.

Beim Vermessen des Grundes hatten Forschende gesehen, wie viele kleine Tiere im Wasser unterwegs waren. Menschen schützten die erhaltenen Riffstücke. Dort konnte die Strömung weiter Nahrung bringen, ohne dass ein neues schweres Netz die Äste abräumte. Ein dünner grüner Streifen lief an einer hellen Koralle entlang. In der Gabel daneben blieb ein kleines Tier hängen. Es bewegte seine Beine und kam nicht weiter. Erst die nächste Strömung löste es vom Ast. Es trieb davon, dicht an den geöffneten Polypen vorbei. Ein anderes kleines Tier wurde von einem Polypen gefangen.

Ein kleines Riffstück war nach dem Ende der Fangfahrten unberührt geblieben. Forschende fanden dort bei späteren Besuchen noch lebende Kolonien. Ihre neuen Äste machten die alten Verluste nicht wett, aber sie boten weiterhin engen Schutz. Eine blassorangefarbene Koralle stand in einer ruhigen Mulde. An einem unteren Ast saß ein bläulicher Polyp. Ein kleiner Fisch passte gerade zwischen den Fuß und den nächsten Stein. Dort blieb er, während draußen ein größerer vorbeizog. Als er wieder hinausschwamm, entdeckte er im Riff noch andere Lücken. Manche davon waren schon besetzt.

Menschen schickten Kameras und Messgeräte in die Tiefe. Sie wollten verstehen, wie ihre Abgase und die Fischerei den Lebensraum veränderten. Während sie oben die Aufnahmen betrachteten, warteten unten die Polypen auf Nahrung. Eine weitere Kolonie sah von jeder Seite ein wenig anders aus. Unten lag Blau, in der Mitte Türkis und an einem Zweig zartes Orange. Ein Fisch schwamm einen Kreis um sie. Danach zog er zu einem Felsen weiter. Die Koralle stand still und fing Nahrung, lange nachdem ihr schneller Besucher schon verschwunden war.

Menschen hatten auf ihren neuen Karten auch kleine Riffstücke eingetragen. Sie wollten verhindern, dass eine spätere Maschine sie übersah. Unter den Lampen wurden ihre Farben sichtbar; wichtiger blieben die engen Räume zwischen ihren lebenden Ästen. Eine Kolonie trug so viele Farben, dass ein kleiner Fisch erst beim zweiten Hinsehen den schmalen Durchgang bemerkte. Er schwamm zwischen zwei Ästen hindurch und blieb dahinter stehen. Dort zog das Wasser langsamer. Als er wieder herauskam, folgte ihm ein noch kleinerer Fisch. Nun kannten zwei Bewohner diesen ruhigen Platz im bunten Riff.

Ein Schiff hatte nahe am Riff Arbeiten am Grund ausgeführt. Danach war feiner Schmutz mit der Strömung gekommen. Menschen verlegten ihre Geräte weiter weg, damit zwischen den bunten Ästen wieder weniger zusätzlicher Staub trieb. Über dunklem Boden stand eine türkisgrüne Verwandte mit roten und gelben Polypen. Von einigen dunklen Astspitzen gingen feine Linien aus. Ein kleiner Fisch zog dicht darüber hinweg. Unten lag ein Stein, hinter dem ein winziger Bewohner verschwand. Die Strömung ging über beide hinweg und brachte Nahrung zu den offen gebliebenen Fangarmen.

Menschen schickten Lampen und Kameras bis an tiefe Felsen. In deren Licht wurden die Farben der Familie sichtbar. Die Polypen brauchten dieses Licht nicht zum Fressen; ihre Nahrung musste weiterhin mit Wasser aus der Dunkelheit kommen. Eine Tauchlampe zeigte eine limettengrüne Verwandte zwischen den dunklen Felsen. Auf ihren Ästen saßen Kronen in vielen kräftigen Farben. Winzige Nachbarn hatten hier ebenfalls einen Platz gefunden. Die Familie musste mit ihnen auskommen. Wenn die Strömung genug Nahrung brachte, ging das leichter. Wurde das Wasser schlecht, konnte auch die schönste Gemeinschaft die Schwierigkeiten nicht einfach fortschaffen.

Beim Fischen waren Leinen am Grund zurückgeblieben. Eine davon hing nahe der roten Astspitze. Menschen führten einen Greifarm vorsichtig daran vorbei, denn eine ruckartige Bewegung hätte die langsam gewachsene Koralle abbrechen können. An der Seite einer hellen Kolonie war eine kleine Astspitze rotorange gefärbt. Darunter saß ein Polyp und fing Nahrung. Ein Fisch huschte so schnell vorbei, dass sich seine Fangarme kurz einrollten. Dann war es wieder ruhig. Der Polyp öffnete sich erneut, und das Wasser strich zwischen dem roten Ast und seinen hellen Nachbarn hindurch.

Menschen entdeckten im Lampenlicht einen grünen Ast an einer hellen Koralle. Sie beobachteten ihre Polypen beim Fressen. Dann suchten sie nach verlorenen Leinen, die aus der Fischerei stammten und sich im Riff verfangen hatten. Die Familie hatte auch fast weiße Verwandte. Bei einer war nur der obere linke Ast ein wenig grün. Ein kleiner Polyp darunter hielt seine Fangarme ins Wasser. Er fing etwas, zog sich zusammen und öffnete sich später erneut. Die helle Kolonie lebte genauso ihren Alltag wie die kräftig gefärbten Nachbarn.

Ein Tauchroboter beleuchtete den gelben Ast einer hellen Kolonie. Daneben hatte sich eine verlorene Leine verfangen. Menschen steuerten einen Greifarm langsam heran, damit beim Bergen nicht noch weitere Zweige vom Stamm abbrachen. Ganz oben an einer hellen Verwandten war ein Ast gelb. Die anderen blieben weiß. Ein kleiner Krebs trieb am gelben Zweig vorbei, bog zur Seite und geriet an einen Polypen weiter unten. Dort wurde er gefangen. Für die Koralle zählte jeder ihrer kleinen Bewohner, auch an den unscheinbaren Stellen ihres Körpers.

Menschen brachten Kameras und Messgeräte zur hellrosa Koralle. Sie wollten sehen, wie viel Nahrung ankam und ob der Grund unbeschädigt blieb. Ihre Arbeiten sollten helfen, ohne neue Spuren zwischen den langsam wachsenden Ästen zu hinterlassen. Neben einem Felsen wuchs eine hellrosa Verwandte mit violetten Polypen. Ein kleines Tier setzte sich auf den Boden darunter und blieb lange sitzen. Oben verging die Wartezeit nicht ganz so ruhig. Erst fing ein Polyp etwas, dann ein zweiter. Die Kolonie wuchs langsam weiter, während unten der kleine Besucher schließlich wieder davonschwamm.

Über dem tiefen Riff fuhren Fangschiffe zu neuen Plätzen. Unten erreichten winzige Nahrungsteilchen den Felsen noch regelmäßig. Menschen konnten diese Mahlzeiten kaum sehen; auf den Aufnahmen fiel zuerst die kräftige grüne Farbe der Kolonie auf. Kräftig grün stand eine Verwandte über dem Felsen. Ihre orangefarbenen Kronen öffneten sich, sobald Futter vorbeikam. Ein kleiner Fisch hielt sie für ein gutes Versteck und schob sich hinter den Stamm. Als er wieder hervorkam, blieb ein winziger Wasserwirbel zurück. Mehrere Polypen griffen hinein. In der großen Familie waren manchmal schon solche kleinen Bewegungen ein Ereignis.

Ein Forschungsschiff kehrte an denselben Felsen zurück. Menschen verglichen neue Bilder mit alten und zählten auch kleine Polypen. Unter ihnen zog die Strömung ungleichmäßig vorbei; manches Beutetier erreichte einen Ast erst auf einem Umweg. An einer fast weißen Koralle saß ein Polyp mit blauen und gelben Tentakeln. Ein Nahrungstier trieb dicht vor ihm vorbei. Es schien schon fort zu sein, als ein kleiner Wirbel es zurückbrachte. Diesmal fing der Polyp es. Weiter oben griff ein heller Nachbar zu. Im Riff bekam nicht jeder zugleich etwas ab.

Menschen suchten mit kleinen Geräten nach Abfall zwischen den Felsen. Sie nahmen fremden Kunststoff mit, ließen natürliche Steine aber liegen. Dazwischen jagten kleine Tiere weiter nach Nahrung, während die Polypen auf herangetriebene Beute warteten. An einem unteren Ast saß ein orangefarbener Fleck. Eine Garnele kroch daran vorbei und blieb hinter dem hellen Stamm stehen. Über ihr ragten die Polypen in die Strömung. Als ein Beutetier vorbeikam, schlossen sich feine Tentakel darum. Die Garnele suchte am Boden weiter. Was für die Koralle ein Happen war, war für sie kaum zu sehen.

Menschen planten, ein Fanggebiet bis an das tiefe Riff zu erweitern. Bilder zeigten dort viele kleine Kolonien. Die helle Verwandte mit dem bunten Fuß war eine davon; ihr fester Lebensplatz sollte unberührt bleiben. An einer fast weißen Kolonie war nur der Fuß kräftig bunt. Violett, Grün und Rot lagen dicht nebeneinander. Oben streckten helle Polypen ihre Fangarme aus. Eine Larve landete ganz in der Nähe auf einem Stein. Dort blieb sie, während die Strömung weiterzog. Mit der Zeit wuchs aus dem kleinen Tier eine weitere Verwandte.

Menschen hatten ein altes Netz vorsichtig von einem Riffrest gehoben. Zwischen den erhaltenen Ästen war danach wieder mehr Platz. Kleine Fische konnten hindurchschwimmen, aber die fehlenden Zweige würden dadurch nicht sofort nachwachsen. An einer hellen Koralle saßen einzelne orangefarbene Polypen. Ein kleiner Fisch kam von einem Stein zum nächsten und hielt vor den Ästen an. Er passte durch einen schmalen Durchgang. Dahinter wartete ein zweiter Fisch. Einen Augenblick blieben beide still. Dann schwammen sie auf verschiedenen Seiten hinaus und ließen den Platz wieder frei.

Menschen filmten erhaltene Riffäste, während anderswo Geräte den Boden verletzten. Im Lampenlicht erschien diese Verwandte seegrün und violett. Neben dem geschützten Platz stiegen neue Bodenwolken auf und verteilten sich langsam durch die dunklen Felsspalten. Seegrün wuchs eine Verwandte am Rand des Familienriffs. Mitten auf ihrem Körper saß eine violette Krone, die im Lampenlicht besonders auffiel. Unten huschte ein kleines Tier um einen Seitenast. Die Polypen öffneten sich, als sich die Wasserbewegung verstärkte. Sie hatten keine Eile, ihre Farbe zu erklären. Eine Mahlzeit kam vorbei, und die war jetzt wichtiger.

Ein Schiff untersuchte das tiefe Riff mit Kameras und Messgeräten. Menschen wollten wissen, wie ihre Abgase und die Fischerei den Lebensraum veränderten. Zwischen den hellen Ästen fing unterdessen ein Polyp die nächste kleine Mahlzeit. Ein roter Polyp saß höher, ein blauer ein Stück darunter. Die übrigen waren hell. Als Nahrung vorbeikam, fing zuerst ein unauffälliger Polyp auf der rechten Seite etwas. Der rote und der blaue warteten weiter. Farben entschieden nicht, wer zuerst satt wurde. Das hing auch davon ab, welchen Weg die kleinen Tiere mit dem Wasser nahmen.

Ein Schiff ließ Messgeräte über dem Riff hinab. Menschen wollten wissen, wann die Strömung Nahrung zwischen die unteren Äste brachte. Die Erwärmung der Erde hatte das Meer verändert, und hungrige Polypen konnten ihren Platz nicht verlassen. An einer anderen Kolonie saßen die blauen Polypen weiter unten. Oben waren die Äste hell geblieben. Ein kleiner Fisch schwamm langsam um den Stamm, dann schoss er davon. Hinter ihm blieb das Wasser noch einen Moment in Bewegung. Die Koralle wartete weiter. Kurz darauf kam frische Nahrung aus der offenen See.

Die Menschen hatten den Meeresboden an diesem Felsen geschützt. Doch das Wasser blieb von älteren Abgasen verändert. Neue Korallen brauchten feste freie Plätze und Zeit, um dort ihre kleinen Kalkkörper aufzubauen. Am roten Fuß einer hellen Koralle blieb eine Larve neben einem Stein hängen. Sie war winzig und fand gerade genug Halt. Während die Strömung über sie hinwegzog, begann sie sich festzusetzen. Die große Kolonie über ihr war schon lange da. Nun bekam sie einen Nachbarn, der noch viel kleiner war als ihr kleinster Ast.

Beim Einsammeln eines alten Netzes arbeiteten die Menschen langsam mit einem kleinen Greifarm. Sie wollten keine lebenden Zweige mit abreißen. Danach war zwischen den erhaltenen Ästen wieder mehr Raum für Wasser und kleine Besucher. Zwei rote Polypen fielen an einer hellen Kolonie besonders auf. Ein kleiner Fisch hielt vor dem unteren an. Dahinter lag eine Gabel, durch die er gerade passte. Er schlüpfte hinein. Über ihm fingen die Polypen Nahrung. Als die Strömung drehte, musste er nicht fort. Hinter dem Stamm gab es auf beiden Seiten einen ruhigen Platz.

Die Forschenden lernten, auch die unscheinbaren Kolonien zu zählen. Bei jedem Besuch leuchteten ihre Kameras kurz zwischen die Steine. So gerieten helle Tiere nicht länger aus dem Blick, nur weil sie weniger auffällig waren. Mitten an einem hellen Ast saß ein tiefblauer Polyp. Weiter oben waren einer orange und einer gelb. Ein kleiner Krebs kroch darunter hindurch, als die Strömung einsetzte. Über ihm öffneten sich auch die hellen Tentakel. Die Koralle hatte mehr lebendige Nachbarn in sich, als er auf den ersten Blick erkennen konnte.

Menschen nutzten das Meer für Fang und Transport. An einigen tiefen Felsen blieben trotzdem noch Plätze für die Familie erhalten. Wenn die Strömung dort in kurzen Stößen kam, mussten die Polypen die Mahlzeit zwischen den langen Pausen erwischen. Pfirsichfarbene Äste standen nahe einer Felsspalte. Auf ihnen trugen die Kronen Blau, Rot, Grün und Gelb. Heute kam die Strömung in kurzen Stößen. Jedes Mal öffneten sich die Polypen, griffen nach Futter und warteten wieder. Ein kleiner Nachbar hielt sich hinter dem Stamm fest. Zwischen zwei Wasserstößen wurde es so still, dass selbst die lose Sandspur am Fuß liegen blieb.

Als Menschen einen alten Netzknoten aus dem Riff hoben, blieben natürliche Muschelschalen am Boden. Kleine Tiere schoben und drehten sie später weiter. Zwischen Korallen und Steinen entstanden daraus neue winzige Plätze, die kein Mensch gebaut hatte. Einige Polypen einer hellen Koralle waren rosa. Unter dem tiefsten lag ein Muschelstück. Ein kleiner Krebs schob es vorsichtig über den Boden, bis es gegen einen Stein lehnte. Nun hatte er ein Dach. Über ihm bewegten sich die Tentakel im freien Wasser. Aus vielen kleinen Dingen entstanden im Riff immer neue Plätze zum Wohnen.

Menschen entdeckten die gelben und dunklen Stellen der Koralle im Lampenlicht. Daneben lagen abgebrochene Äste. Schwere Fanggeräte hatten den Boden berührt; nun sollte eine neue Schutzgrenze verhindern, dass weitere Kolonien zerbrachen. Ein gelber Ast streckte sich über dem dunklen Fuß einer Verwandten nach oben. Andere Zweige waren hell geblieben. Seitlich saß ein dunkler Polyp neben einem orangefarbenen. Als Nahrung vorbeikam, bewegten sich ihre Fangarme. Ein Teil wurde gefangen, ein Teil trieb weiter. Die Strömung verband diese Kolonie mit den Nachbarn hinter dem nächsten Felsen.

Die Menschen hatten vor einem Riffrest eine neue Grenze für Fanggeräte gesetzt. Dahinter lagen noch freie feste Steine. Larven konnten dort Halt finden, solange keine schwere Maschine den kleinen Anfang wieder unter losem Boden begrub. Durch die Mitte eines hellen Körpers zog sich Gelb. Daneben saßen rosa und blaue Polypen. Als eine Larve auf einem freien Stein Halt fand, war sie kaum zu sehen. Die großen Äste über ihr bremsten das Wasser ein wenig. Hier begann ein neuer Teil der Familie, klein genug, um unter einer Muschelschale zu verschwinden.

In der Nähe hatte ein schweres Netz den Boden aufgerissen. Menschen zeichneten die unbeschädigten Stellen auf einer Karte ein. Dort sollten keine Fanggeräte mehr entlanggezogen werden, damit weitere Nachkommen einen festen Platz fanden. Ein hellblauer Nachkomme war zwischen zwei Steinen herangewachsen. Seine Polypen waren nur zart gefärbt. Eine kleine Larve landete auf dem Felsen daneben, löste sich wieder und wurde weitergetragen. Die ältere Kolonie blieb fest sitzen. Langsam bildete sie an ihren Zweigen neue Polypen, während ringsum immer neue Tiere ankamen und weiterzogen.

Ein Kabel sollte am Riff vorbeigeführt werden. Erst die Bilder eines Tauchroboters zeigten den Menschen, wie viele Korallen dort standen. Sie verlegten den geplanten Weg, damit die langsam wachsenden Äste erhalten blieben. Weiter im Riff wurde es wieder bunter. Über die Mitte einer Kolonie zog sich Gelb, und an einem Ast lag Orange. Der Fuß blieb hell. Zwischen den Zweigen trieb eine Larve hindurch. Sie ließ sich weitertragen, bis ein Stück freier Fels vor ihr lag. Dort würde aus ihr vielleicht eine neue Koralle wachsen.

Oben wurden Küsten bebaut und mehr Schiffe auf Fahrt geschickt. Unten kamen ihre Spuren als feine Teilchen und ferner Lärm an. Trotzdem brachte die Strömung an diesem Felsen weiterhin Nahrung für verschiedenfarbige Familienzweige. In einer ruhigen Mulde schimmerte eine Kolonie blau und violett. An den Spitzen wurde sie gelb; manche Polypen trugen gleich mehrere Farben. Eine Garnele betrachtete erst die eine, dann die andere Krone. „Welche ist deine Lieblingsfarbe?“ Die Strömung wartete die Antwort nicht ab. Sie brachte eine Portion Futter mit, und augenblicklich hatten alle Polypen zu tun.

Die Menschen maßen Veränderungen im Meer über viele Jahre. Das Wasser wurde nicht überall gleich warm, und Nahrung kam auf verschiedenen Wegen. Auch diese zart gefärbte Verwandte brauchte gute Bedingungen an ihrem festen Platz. Bei einer weiteren Verwandten begann das Gelb am unteren Stamm. Oben lagen nur kleine rosa Punkte zwischen hellen Ästen. Ein Polyp hatte gerade Beute gefangen. Er zog seine Fangarme zusammen, während die anderen noch warteten. Das Riff wurde nicht auf einmal satt. Für jedes kleine Tier kam die nächste Mahlzeit zu einer anderen Zeit.

Über Jahrzehnte hatten menschliche Abgase das Wasser erwärmt. Wege und Mengen der Nahrung veränderten sich am tiefen Riff. Menschen ließen Messgeräte zwischen die Felsen hinab und beobachteten, wann die Polypen Futter bekamen. Die rosa Polypen einer hellen Verwandten standen weit auseinander. Trotzdem gehörten sie alle zusammen. Als Nahrung vorbeikam, fingen manche sofort etwas und andere erst später. Ein winziges Tierchen entwich zwischen zwei Fangarmen. Der nächste Polyp erwischte es. So wurde auch an diesem Stück des Riffs eine kleine Mahlzeit aus dem vorbeiziehenden Wasser.

Beim Bauen auf dem Meeresboden hatten Menschen viel Sand aufgerührt. Ein Teil davon lagerte sich bei den geschützten Felsen ab. Nun konnte schon die Bewegung eines kleinen Fisches wieder Körnchen zwischen die Polypen tragen. Ein grüner Ast ragte aus einer hellen Kolonie. Zwei rote Polypen saßen daran. Ein Fisch schwamm unter der Gabel hindurch und wirbelte ein Sandkorn hoch. Es blieb kurz an einer Tentakelspitze hängen. Dann fiel es zu Boden. Gleich darauf kam etwas Essbares mit der Strömung, und die kleinen Tiere griffen wieder zu.

Die Menschen hielten eine kleine Fläche von Netzen und schweren Leitungen frei. Bei späteren Besuchen sahen sie mehr Äste als früher. Der geschützte Ort lag weiterhin im Dunkeln; seine Kolonien wuchsen von gefangener Nahrung. An einem ruhigen Stein wuchs eine zartrosa Koralle. Zuerst waren ihre Äste schmal. Über viele Jahre kamen neue kleine Tiere hinzu. Eine Muschelschale, die früher neben dem Fuß gelegen hatte, verschwand allmählich zwischen den Gabeln. Als ein Krebs sie suchte, fand er stattdessen ein neues Versteck im gewachsenen Riff.

Autos, Schiffe und Kraftwerke hatten lange viel Kohlendioxid ausgestoßen. Ein Teil davon gelangte ins Meer und veränderte das Wasser. Für die Korallen wurde es dadurch schwieriger, ihre festen Kalkäste aufzubauen. An einer hellen Koralle saßen vier rote Polypen. Als Nahrung mit dem Wasser kam, streckten sie ihre Fangarme aus. Die übrigen Polypen gehörten genauso zu ihrer Kolonie, auch wenn sie nicht rot waren. Ein winziges Tierchen wurde gefangen. Dann zog das Wasser weiter zum nächsten Zweig der großen Familie.

Menschen beobachteten die Familie über viele Generationen mit Kameras. Ihre Farben änderten sich, während das tiefe Meer dunkel blieb. Entscheidend waren zugleich Veränderungen, die auf Bildern kaum auffielen: Nahrung, Temperatur und die Stoffe im vorbeiziehenden Wasser. Eine Verwandte trug ihre Farben wie einen langen sanften Übergang. Von den rosa Spitzen ging es durch Blau und Grün bis zum gelben Fuß. Ein kleiner Nachbar kletterte den Weg entlang und verschwand hinter einer Astgabel. Die Polypen blieben an ihren Plätzen. Wenn die Strömung kam, bewegten sich alle Kronen, vom höchsten hellen Zweig bis zum untersten bunten Ast.

Die Menschen senkten an manchen Orten ihre Abgase, doch das Meer veränderte sich nur langsam. Wasserproben vom Grund zeigten weiterhin die alten Spuren. Ein geschützter Felsen allein konnte deshalb nicht alle Schwierigkeiten der Kolonien lösen. Eine hellgrüne Kolonie hatte einen rötlichen Polypen nahe am Fuß. Dort kroch ein Krebs mit einer Muschelschale an den Ästen vorbei. An einer engen Stelle blieb sein Haus hängen. Er zog zurück, drehte sich und versuchte es auf der anderen Seite. Diesmal passte es. Hinter ihm bewegten sich die Tentakel wieder frei im Wasser.

Menschen hatten bei Untersuchungen Sedimentproben neben den Korallen genommen. Sie fanden feine Ablagerungen aus verschiedenen Zeiten. Die Kolonie zog daraus keine Nahrung durch Wurzeln; ihre Polypen fingen kleine Tiere aus dem vorbeiziehenden Wasser. Ein gelber Streifen verlief längs durch eine helle Koralle. Zwischen ihren Ästen zogen kleine Beutetiere vorbei. Manche wurden gefangen, andere trieben weiter zu einer Nachbarkolonie. Die Strömung verband die Plätze im Riff, ohne irgendwo Halt zu machen. Am Grund kroch ein Krebs ihr ein Stück entgegen und verschwand dann unter einer Muschelschale.

Menschen untersuchten, wie Nahrung durch viele Wasserschichten nach unten gelangte. War oben im Meer etwas anders, konnte sich auch die Mahlzeit am Grund verändern. Die Korallen konnten ihr Essen nicht selbst anbauen und blieben auf die Strömung angewiesen. An einer hellen Koralle saßen viele blaue Polypen. Als kleine Beutetiere herantrieben, kam überall Bewegung in die Tentakel. Einige fingen etwas, andere mussten warten. Unter dem Stamm hielt sich ein Fisch im ruhigeren Wasser. Er blieb, bis der stärkste Zug vorüber war. Dann schwamm er weiter und ließ die kleinen Tiere bei ihrer Mahlzeit zurück.

Forschende fanden am tiefen Boden manchmal Reste von Land und Küste. Ein Blatt konnte viele Wasserschichten durchqueren, bevor es zwischen Felsen liegen blieb. Unten wuchs daraus kein Baum und kein lichtsuchender Garten. Das Wasser nahm verschlungene Wege um eine helle Koralle. Ein kleines Blatt drehte sich erst um den oberen Ast, sank dann ab und wurde wieder nach oben gezogen. Ein Fisch folgte ihm mit den Augen. Schließlich trieb es fort. An seinen Platz kamen winzige Nahrungstiere. Die feinen Tentakel der Kolonie waren schon ausgestreckt.

Über viele Jahre gelangte Kohlendioxid aus menschlichen Abgasen ins Meer. Das veränderte das Wasser und erschwerte den Aufbau von Kalk. Die gelbe und rosa Verwandte brauchte deshalb weiterhin Nahrung für ihr langsames Wachsen. Eine Verwandte war auf einer Seite gelb, auf der anderen rosa. Ihr Fuß war dunkel. Als das Wasser durch ihre Äste zog, erreichte es beide Seiten. Hier fing ein Polyp etwas, dort ein anderer. Alle gehörten zu derselben Kolonie. Ein kleiner Fisch umrundete den Stamm und fand auf jeder Seite neue Lücken zum Hindurchschwimmen.

Menschen konnten die verschiedenen Farbfelder im Licht ihrer Kameras erkennen. Zwischen den Besuchen blieb das Riff dunkel. Über ihm arbeiteten Schiffe, und von benachbarten Bodenstellen trugen Strömungen immer wieder feine Teilchen in den Lebensraum der Familie. Blau stand links oben, Grün rechts, Türkis unten. Dazwischen saßen rote Kronen, und dunkle Ränder trennten manche Felder. Eine kleine Garnele lief quer durch alle Farben und verschwand hinter dem Stamm. Die Verwandte blieb am Felsen. Als die Strömung kam, bewegten sich ihre Polypen gemeinsam. Kein Farbfeld durfte den Weg des Wassers zum nächsten Ast ganz versperren.

Die Menschen sammelten immer längere Messreihen vom tiefen Meeresboden. Auch dort änderten sich Temperatur und Nahrung über die Zeit. Zwischen den Besuchen mussten die Kolonien mit dem Wasser auskommen, das ihren festen Platz erreichte. An einem silberblauen Ast blieb ein Faden hängen. Er schwang vor einem gelblichen Polypen hin und her. Die nächste Strömung zog ihn weiter, bis er sich löste. Dahinter öffneten sich feine Tentakel. Ein kleines Beutetier blieb daran hängen. So unscheinbar der Körper aussah, das Leben darin brauchte täglich Nahrung.

Oberhalb des Riffs wurde in dieser Zukunft viel gefischt. Verlorene Leinen sanken auf den Grund und blieben zwischen Ästen hängen. Menschen suchten sie mit Tauchrobotern, damit ihre Ausrüstung nicht noch mehr Tiere verletzte. An einer hellen Kolonie saßen rosa Polypen neben blauen, grünen und gelben. Das Wasser strich zuerst an der rechten Seite vorbei. Dort fingen die kleinen Tiere Nahrung. Als es sich drehte, waren die anderen Äste an der Reihe. Die Koralle brauchte ihre vielen Fangarme, denn nicht an jedem Zweig kam gleich viel an.

Forschende verglichen die Nahrung in der Strömung mit dem, was oben im Meer lebte. Das Essen der Tiefseekorallen kam über lange Wege. Menschen mussten deshalb auch jenseits des sichtbaren Riffs auf das Meer achten. Rosa Polypen saßen an einer gelben Koralle. Als ein kleiner Fisch zu dicht vorbeischwamm, zogen sie ihre Tentakel ein. Er hielt hinter dem Stamm an und blieb still. Nach einer Weile öffneten sich die kleinen Tiere wieder. Die nächste Nahrung kam von der anderen Seite, und der Fisch musste sein ruhiges Versteck ein Stück verlegen.

Bei einer erneuten Untersuchung fanden Menschen winzige neue Korallen auf geschützten Steinen. Schwere Geräte durften diesen Boden nicht mehr berühren. Die kleinen Kolonien brauchten trotzdem viele Jahre, bevor zwischen ihren Ästen größere Tiere Platz fanden. Eine zartgelbe und rosa Koralle wuchs neben einem dunklen Stein. In einem Spalt an ihrem Fuß blieb eine Larve hängen. Dort war noch Platz. Nach einiger Zeit saß ein winziger neuer Polyp im Riff. Er war viel kleiner als die Nachbarn. Doch auch die größten Äste hatten einmal so angefangen.

Menschen beobachteten dunkle und bunte Polypen mit derselben Kamera. Einige fraßen gerade, andere warteten. Auf dem Schiff verglichen die Menschen ihre Aufnahmen mit Messungen, denn ihre Eingriffe hatten das Wasser und den Boden verändert. Zwischen den bunten Polypen einer hellen Kolonie saßen auch sehr dunkle. Sie gehörten genauso dazu wie die blauen und gelben. Als Nahrung vorbeikam, fingen mehrere kleine Tiere etwas. Ein anderes ging leer aus und wartete weiter. Das Meer teilte seine Mahlzeiten nicht gleichmäßig aus. Im Familienriff war Geduld ein Teil des Alltags.

Menschen beobachteten die Familie über viele Generationen mit Kameras. Bunte Nachkommen wuchsen an verschiedenen Felsen, während Fang und Schiffsverkehr ringsum weitergingen. Zwischen den Besuchen erreichten auch ungewollte Frachten den dunklen Grund und blieben dort liegen. Oben trug eine Verwandte Rosa und Rot, in der Mitte Orange, unten Blau, Violett und Grün. Die Farben saßen dicht nebeneinander wie viele Stücke einer Decke. Doch zwischen den Ästen blieb Platz für Wasser. Ein kleiner Fisch glitt durch eine Lücke. Die Polypen fingen Futter aus seiner Spur, während er schon auf der anderen Seite des bunten Körpers verschwand.

Ein Seekabel lag nun weit neben dem Riff. Menschen hatten seine Strecke geändert, nachdem sie die Korallen entdeckt hatten. Die alten Kolonien konnten weiter an ihren Felsen bleiben, während um sie herum Generationen kleiner Nachbarn wechselten. Dunkle Streifen lagen quer über den hellen Stamm. Ein kleines Tier kroch daran entlang, hielt vor einem Polypen an und nahm einen anderen Weg. Die Koralle war schon lange an ihrem Platz. Um sie herum hatten sich Steine verschoben, Muscheln angesiedelt und Fische versteckt. Das Riff blieb nie ganz gleich, auch wenn es langsam wuchs.

Menschen hatten eine verlorene Leine entdeckt, die nahe den violetten Zweigen lag. Ein Tauchroboter sollte sie holen. Der Greifarm bewegte sich langsam, damit beim Helfen nicht noch weitere Äste abbrachen und am Boden landeten. Violette Striche liefen über den hellen Körper einer Verwandten. Ein kleiner Fisch schaute kurz zwischen ihre Zweige und zog dann weiter. Die Polypen waren noch geöffnet. Als Nahrung kam, schlossen sich einige Fangarme. Ein winziges Tier entkam und wurde zur nächsten Kolonie getragen. So verband dieselbe Strömung viele Angehörige der großen Familie.

Menschen entdeckten mit Kameras immer neue Korallen im Dunkeln. Gleichzeitig veränderten sie das Meer durch Abgase und Fischerei. Deshalb schützten einige ganze Riffabschnitte vor Bodennetzen, damit die Kolonien ihre festen Lebensplätze behielten. Auf einer hellen Verwandten saßen Polypen in vielen Farben. Ein gelber war klein, ein orangefarbener größer. Weiter rechts öffnete sich ein blauer. Alle warteten auf Nahrung. Als ein kleiner Schwung Wasser durch die Äste zog, packten mehrere Fangarme zu. Danach blieb wieder Zeit zum Warten, während über ihnen ein Fisch langsam weiterzog.

Menschen sammelten Proben neben einem beschädigten Riffstück und nahmen lose Abfälle mit. Die alten Muschelschalen ließen sie liegen. Zwischen solchen natürlichen Kanten fanden kleine Bewohner Schutz, auch wo hohe Korallenäste noch fehlten. Gelbe Polypen saßen an einem sehr hellen Stamm. Ein kleiner Fisch stieß mit der Nase gegen eine alte Muschelschale am Boden. Sie kippte und gab einen schmalen Spalt frei. Sofort verschwand der Fisch darin. Oben fing die Kolonie Nahrung. Das Riff bestand aus vielen solchen Plätzen, von denen jeder für jemanden passte.

Die Erwärmung durch menschliche Abgase erreichte mit der Zeit auch tiefere Wassergebiete. Menschen suchten nach noch geeigneten Riffplätzen. Dort mussten sie schwere Fanggeräte fernhalten, damit Nachkommen der Familie sicher wachsen konnten. Eine hellblaue Kolonie trug gelbe und grüne Polypen. Der große am unteren Stamm hatte gerade Beute gefangen. Weiter oben warteten kleinere noch auf Nahrung. Ein Fisch schwamm in weitem Bogen vorbei. Dann drehte sich die Strömung. Nun kamen auch an den höheren Ästen kleine Tiere an, und weitere Fangarme schlossen sich.

Menschen suchten auch weit draußen neue Fanggründe. Unter ihren Schiffen blieben einige tiefe Felsen unberührt. Hier erreichten Nahrungsteilchen noch die offenen Polypen, während in der Nähe Geräte am Boden arbeiteten und neue Teilchenwolken aufstiegen. Im Licht einer Tauchlampe erschien die nächste Verwandte kräftig orange. Ihre grünen Kronen sahen wie kleine Blumen aus, doch sie waren hungrige Tiere. Ein Fisch kam näher, erschrak über eine Bewegung und schoss wieder davon. Die Polypen fingen winzige Teilchen. An diesem tiefen Felsen hatte die Familie Nahrung gefunden, und solange die Strömung anhielt, blieben viele Kronen geöffnet.

Über dem dunklen Boden trug die Strömung Nahrung zu den orangefarbenen Polypen. Menschen maßen diesen Wasserzug, weil Abgase das Meer veränderten. Mit ihren Aufnahmen suchten sie nach Orten, die für die Familie noch geeignet blieben. Über gelblichem Boden wuchs eine helle Verwandte mit orangefarbenen Polypen. Ein kleiner Krebs schob sich am Fuß vorbei. Oben streckte ein Polyp seine Fangarme aus, doch der Krebs blieb außer Reichweite. Er kletterte hinter einen Stein. Die Koralle wartete weiter. Mit dem nächsten Wasserzug kam viel kleinere Beute an ihre Äste.

Wo Menschen früher schwere Netze gezogen hatten, standen die großen Kolonien weit auseinander. Kleine Fische mussten länger über freien Boden schwimmen. Jede erhaltene Gabel konnte deshalb auf dem Weg zum nächsten Riffstück wichtig werden. An einer hellen orangefarbenen Koralle saßen blaue, rote, grüne und dunkle Polypen. Von vorn sah man nur einen Teil. Erst als ein Fisch um den Stamm schwamm, kamen die anderen zum Vorschein. Die Kolonie reichte weiter, als er gedacht hatte. Hinter der letzten Gabel fand er einen ruhigen Platz und blieb dort, bis das Wasser schwächer zog.

Ein Forschungsschiff untersuchte, wie Nahrung um große Steine herum zum Riff gelangte. Seine Geräte blieben neben den Kolonien stehen. Dazwischen hatten die Polypen sehr verschiedene Plätze, obwohl sie zum selben verbundenen Körper gehörten. An einem oberen Ast saß ein dunkler Polyp, darunter waren blaue und gelbe Stellen. Das Wasser drehte um einen Stein und erreichte die Äste von hinten. Ein winziges Beutetier blieb an den Tentakeln hängen. Weiter unten kam erst später Nahrung an. Die kleinen Tiere teilten denselben Körper, doch jeder hatte seinen eigenen Platz.

Menschen untersuchten die hellen Äste mit Kameras und beobachteten die roten Polypen beim Fressen. In der Nähe lagen verlorene Leinen. Sie mussten entfernt werden, ohne beim Bergen noch mehr Korallenzweige abzubrechen. Rote Polypen saßen auf hellen Ästen. Wenn das Wasser an ihnen vorbeistrich, öffneten sich ihre Fangarme. Ein kleiner Krebs wurde gefangen, ein anderer trieb unerreicht weiter. Die Farbe der Äste sagte nicht, ob ein Tier Hunger hatte. An dieser Kolonie war Leben: Sie fraß, wuchs langsam und gehörte mit zur großen Familie.

Menschen untersuchten mit Lampen und Kameras, welche Kolonien ihre Eingriffe überstanden hatten. Eine kräftige rote Farbe ließ sich dabei leicht erkennen. Ob genug Nahrung ankam und was das Wasser enthielt, mussten sie zusätzlich messen und beobachten. Eine rote Verwandte stand neben den dunklen Steinen. Blau, Gelb, Grün und Violett verteilten sich auf ihre Kronen. Ein kleiner Fisch bog um ihren Hauptast und blieb dann mitten im Wasser stehen. Die Strömung kam von vorn. Mehrere Polypen streckten ihre Tentakel aus und fingen, was sie erreichen konnten. Bald zog der Fisch weiter, und hinter ihm blieb die rote Familie am Felsen zurück.

Menschen hatten kleine Fallen aufgestellt, die absinkende Nahrung sammelten. Später hoben sie die Behälter wieder herauf. Die Korallen bekamen keine vollen Teller gebracht; sie blieben auf die wechselnden Mahlzeiten des offenen Meeres angewiesen. Die höchsten Spitzen dieser Koralle waren violett. Darunter öffneten sich helle Polypen in der Strömung. Ein kleines Tier kam seitlich vorbeigetrieben, wurde vom Wasser um den Stamm gezogen und erreichte einen unteren Ast. Auch unten gab es etwas zu fressen. Für eine große Kolonie war jeder gut umspülte Zweig wichtig.

Am Rand eines Arbeitsgebiets hatten Maschinen den Grund gelockert. Die kleinen Sandhaufen wanderten mit den Wasserzügen weiter. Menschen konnten oben längst fertig sein, während ihre aufgewirbelten Teilchen unten noch zwischen den Ästen ankamen. Blaue, rote und grüne Polypen saßen an einer hellen Kolonie. Ein feiner Sandstreifen wanderte über den Boden. Am Fuß blieb ein Häufchen liegen, das bei der nächsten Strömung wieder kleiner wurde. Über dem Sand standen die Äste frei. Dort konnten die Polypen ihre Tentakel ausstrecken und nach kleinen Beutetieren greifen.

Die Forschungskameras zeigten den Menschen offene Fangspuren neben erhaltenen Felsen. Dort wollten sie keine neuen Schäden zulassen. Die verbliebenen Äste boten kleinen Tieren ruhigere Plätze, während Wasser frei über die höchsten Spitzen strich. Oben war der Körper einer Koralle orange, unten blieb er hell. Ein kleiner Fisch schwamm vom Fuß bis zu den höchsten Ästen. Dort zog das Wasser stärker. Er kehrte um und suchte Schutz in einer unteren Gabel. Über ihm fingen die Polypen Nahrung. Jede Stelle im Riff fühlte sich für einen kleinen Schwimmer anders an.

Verlorene Fanggeräte hatten sich in einigen Zweigen des Riffs verfangen. Menschen begrenzten deshalb die Fischerei dort und räumten vorsichtig auf. Zwischen den erhaltenen rosa Ästen konnten weiterhin kleine Tiere schwimmen und Nahrung finden. Bei einer rosa Verwandten waren die Polypen blau. Kleine Tiere huschten durch das Wasser ringsum. Eines blieb kurz zwischen zwei Ästen stehen, bevor es wieder weiterzog. Die Kolonie bewegte sich nicht mit. Sie blieb an ihrem Felsen und streckte ihre vielen Fangarme aus. Für ihr Essen musste sie niemandem durch das Meer nachschwimmen.

Menschen veränderten durch Abgase und Fischerei die Lebensbedingungen im Meer. Ein Tauchroboter beobachtete deshalb auch diese hellblaue Verwandte. Auf dem Schiff suchten die Menschen nach Wegen, ihre Arbeiten von den empfindlichen Ästen fernzuhalten. Eine hellblaue Verwandte trug grüne, orangefarbene, rosa und blaue Polypen. Ein kleiner Fisch kam so dicht heran, dass sich einer kurz zurückzog. Die anderen blieben offen. Als der Besucher weitergeschwommen war, streckte auch dieser Polyp seine Fangarme wieder aus. Kurz darauf fing er ein winziges Tierchen, das mit dem Wasser ankam.

Menschen sammelten Proben des Wassers, das am Familienriff vorbeifloss. Die kleinen Nahrungstiere kamen ungleichmäßig an. Während oben über Schutzgebiete gestritten wurde, mussten unten die Polypen auch durch die stillen Zeiten kommen. Eine hellblaue Kolonie wuchs neben einem niedrigen Felsen. Ihre rosa Polypen erreichten das Wasser darüber. An manchen Tagen trieb viel Nahrung vorbei, an anderen wenig. Das Riff wurde deshalb nicht jeden Tag größer. Ein kleiner Krebs, der hier ein Versteck gefunden hatte, bemerkte neue Äste erst nach langer Zeit.

Menschen verglichen geschützte Kolonien mit Riffstellen, die weiter befischt wurden. Die schlichte rote Verwandte brauchte dafür keine Geräte an ihren Ästen. Ob ihr Platz brauchbar blieb, hing trotzdem von Eingriffen ringsum und von den ankommenden Strömungen ab. Eine bordeauxrote Verwandte stand an einem schlichten Felsen. Keine Schirme, keine Mauern und keine Geräte umgaben ihre Äste. Ihre roten und magentafarbenen Kronen warteten auf Futter. Als die Strömung einsetzte, neigten sich die feinen Tentakel in dieselbe Richtung. Ein kleiner Nachbar schlüpfte unter den tiefsten Ast. Auch ein einfacher Platz konnte der Familie für eine Weile genügen.

Weit über dem dunklen Riff lebten winzige Tiere und Algen im Tageslicht. Was dort geschah, beeinflusste auch das Futter unten. Die Erwärmung durch menschliche Abgase veränderte diese Mahlzeiten auf ihrem langen Weg. Auf einem gelben Ast öffnete sich ein violetter Polyp. Ein kleiner Krebs schwebte nahe vorbei und war mit einem schnellen Griff verschwunden. Weiter unten fing ein zweiter Polyp ebenfalls Nahrung. So ging es an dieser Koralle viele Male am Tag: warten, tasten, fangen. Die Familie brauchte dafür keine großen Zähne.

An Land wurde weiterhin Kohle, Öl und Gas verbrannt. Das erwärmte auch das Meer. Selbst in der Tiefe änderten sich die Temperaturen langsam, während die Koralle an ihrem festen Platz weiter Nahrung fangen musste. Eine weitere Kolonie war unten orangebraun und an den oberen Ästen fast weiß. Zwischen beiden Bereichen saßen bunte Polypen. Eine Larve trieb an ihnen vorbei und landete auf einem Stein. Dort blieb sie. Während die ältere Koralle Nahrung fing, begann neben ihrem Fuß schon die Geschichte einer neuen Verwandten.

Ein Gerät hatte anderswo den Meeresboden aufgebrochen. Die feinen Teilchen blieben nicht neben seiner Spur liegen, sondern wurden weitergetragen. Als die Wolke das Riff erreichte, lag zwischen den Polypen plötzlich mehr Schlamm als Nahrung. Um eine blasse Koralle zog feiner Sand durch das Wasser. Einige Polypen schlossen sich, als Körnchen auf ihnen landeten. Die nächste Strömung schob den Sand weiter. Erst nach und nach öffneten sich die kleinen Tiere wieder. Sie brauchten freies Wasser an ihren Tentakeln. Nahrung war willkommen, eine Decke aus Sand nicht.

Während oben Schiffe fuhren und Kraftwerke Abgase ausstießen, lebte die rosa Koralle im Dunkeln weiter. Ihre gelben Polypen fingen Futter aus dem Wasser. Licht brauchten sie dafür nicht, gute Wasserbedingungen aber weiterhin. An rosa Ästen saßen gelbe Polypen, kleine neben großen. Ein winziger Krebs trieb zwischen ihnen hindurch. Zweimal entkam er, dann hielten ihn Fangarme fest. Für die Koralle war das eine gute Mahlzeit. Ein Fisch kam vorbei und suchte ebenfalls nach Futter. Das Meer versorgte große und kleine hungrige Tiere auf sehr verschiedene Weise.

Menschen ließen Kameras und Messgeräte bis zur tiefen Koralle hinab. Sie wollten sehen, wie Wasser und Nahrung ihre Äste erreichten. Ihre Abgase und ihre Arbeiten am Boden hatten den Lebensraum über viele Jahre verändert. Bei einer Verwandten gingen die Farben sanft ineinander über. Rosa lag neben Gelb, Blau neben einem hellgrünen Ast. Ein kleines Nahrungstier wurde dicht am Stamm vorbeigetragen. Ein Polyp hielt es fest. Weiter oben warteten noch andere. Für die Kolonie waren es viele kleine Mahlzeiten an vielen Stellen, aus denen ihr langsames Weiterwachsen bestand.

Menschen untersuchten, welche Spuren ihre Abfälle und Bodenarbeiten im tiefen Wasser hinterließen. Lampen machten die Äste sichtbar, kleine Messgeräte prüften das Wasser. Die Familie wartete währenddessen auf den nächsten Futterstrom aus der dunklen Umgebung. Grau und braun stand eine Verwandte zwischen den Steinen. Nur ihre Kronen trugen kleine grüne, orange und rosa Flecken. Ein Fisch zog dicht vorbei, ohne anzuhalten. Gleich danach erreichte ein feiner Futterstrom die Äste. Die Polypen bewegten sich gleichzeitig, obwohl sie verschieden aussahen. Für diese Mahlzeit war die Farbe gleichgültig; jeder musste seine Beute selbst erwischen.

Menschen beobachteten die bunten Polypen im Schein ihrer Roboterlampen. Manche fingen Nahrung, andere warteten. Weil die Menschen das Meer durch Abgase und Fischerei veränderten, mussten sie nun auch die Wege dieses Futters genauer untersuchen. An einer Verwandten saßen so viele bunte Polypen, dass ein kleiner Fisch zweimal um den Stamm schwamm. Gelb lag neben Violett, Blau neben Rot. Dann zog der Fisch weiter. Die Polypen blieben geöffnet. Unter ihm fing einer gerade einen winzigen Krebs. Die Koralle musste niemandem zeigen, wie bunt sie war, um eine Mahlzeit zu bekommen.

Über dem Riff wurden Fische gefangen, am Boden blieben immer weniger unbeschädigte Verstecke. Zwischen den erhaltenen Ästen drängten sich kleine Besucher. Nicht jede Lücke war breit genug, wenn ein größerer Fisch vorbeikam. Gelbe, blaue und rosa Abschnitte lagen an einer Koralle dicht nebeneinander. Ein kleiner Fisch schwamm daran aufwärts und verschwand hinter der höchsten Gabel. Unten wartete ein zweiter. Als der erste wieder auftauchte, jagten beide durch den schmalen Durchgang. Die Polypen zogen ihre Tentakel kurz ein und öffneten sie danach erneut.

Mit einer Lampe beobachteten Menschen die bunten Astenden. Sie wollten sehen, wann Nahrung ankam. Ihre Fischerei und ihre Abgase hatten den Lebensraum verändert; nun mussten sie besser auf das tiefe Riff achten. Eine helle Verwandte trug Farbe vor allem an den Enden ihrer Zweige. Dort saßen blaue, grüne und pinke Polypen. Ein Fisch streifte beinahe einen Ast und drehte rechtzeitig ab. Kurz darauf schwamm er langsamer zurück. Zwischen den bunten Enden fand er eine Lücke. Die Kolonie blieb unberührt und fing weiter Nahrung aus dem Wasser.

Bei Arbeiten an einem Kabel war viel feiner Schlamm aufgestiegen. Menschen verlegten die nächste Baustelle weiter weg. Die roten Polypen bekamen dadurch nicht mehr Futter, aber zwischen ihren Ästen trieb weniger zusätzlicher Schmutz. Rote Polypen saßen auf den blassrosa Ästen einer weiteren Verwandten. Ein kleiner Fisch blieb davor stehen, schaute und zog weiter. Hinter ihm kam Nahrung mit dem Wasser an. Ein Polyp fing etwas, der nächste wartete noch. Vieles im Riff geschah so leise, dass ein flüchtiger Besucher es kaum bemerkt hätte.

Ein Forschungsgerät fuhr langsam über die Felsen und richtete seine Lampen auf die Äste. Nur in diesem Licht wurden ihre Farben sichtbar. Hinter dem Gerät blieb die Tiefe so dunkel wie zuvor. Das Licht eines Forschungsgeräts strich über eine Koralle. In ihrer Mitte verlief ein blauer Abschnitt, daneben saßen rosa Polypen. Der Lampenkreis wanderte weiter und ließ die Äste wieder im Dunkeln liegen. Die kleinen Tiere fingen trotzdem Nahrung. Für sie zählte, was die Strömung brachte, auch nachdem das Gerät schon am nächsten Felsen stand.

Die Maschinen der Menschen erreichten die dunklen Felsen mit Lampen. Erst in ihrem Licht wurden die bunten Kronen deutlich. Wenn die Geräte weiterfuhren, blieb das Riff dunkel; die Familie suchte ihre Nahrung weiterhin tastend in der Strömung. Zwischen dunklen Felsen stand eine braune Verwandte. Im Licht einer vorüberfahrenden Lampe wurden ihre bunten Kronen sichtbar: blau, rot, gelb und violett. Als die Lampe verschwand, blieb das Meer dunkel. Die Polypen fingen trotzdem weiter Futter. Ihre Familie war mit der Strömung groß geworden, lange bevor irgendein Mensch ein Licht bis zu ihren Ästen gebracht hatte.

Von einem Forschungsschiff kam ein unbemanntes Gerät herab. Seine Lampen zeigten für kurze Zeit die Farben der Äste. Als es weiterfuhr, blieb das Riff im Dunkeln; die Nahrung kam trotzdem mit dem Wasser. Zwischen grauen Steinen fiel eine gelbe Koralle auf. Das Wasser über ihr war dunkel, und ihre Polypen brauchten keine Sonne zum Fressen. Sie warteten auf die Strömung. Als kleine Beutetiere vorbeitrieben, bewegten sich überall feine Tentakel. Ein winziger Fisch stellte sich hinter den Stamm, wo das Wasser langsamer floss.

An der Meeresoberfläche lebten Algen im Tageslicht. Aus dieser oberen Welt gelangte später Nahrung nach unten. Menschen veränderten mit ihren Abgasen die Bedingungen beider Orte, obwohl die gelbe Koralle selbst im Dunkeln fraß. Eine goldgelbe Verwandte trug rosa Polypen an ihren Zweigen. Als Nahrung vorbeikam, streckten sich die kleinen Tiere weit hinaus. Ein Fangarm berührte Beute und hielt sie fest. Gleich daneben entkam ein anderes Tierchen. Das Meer brachte immer wieder neue Möglichkeiten. Die Koralle musste warten, bis etwas nahe genug an einem ihrer Polypen vorbeizog.

Ein Forschungsschiff verfolgte, wie viel Nahrung aus den oberen Wasserschichten bis zum Grund gelangte. Das Riff brauchte dafür keinen Sonnenschein. Unter den Lampen der Geräte wurden seine Farben kurz sichtbar, dann fingen die Polypen im Dunkeln weiter. Eine gelbe Koralle stand zwischen den Steinen. Am oberen Ast fing ein Polyp ein kleines Tier. Unten kam zunächst nichts an. Dann drehte das Wasser um den Stamm und brachte auch dorthin Nahrung. Ein Krebs kroch über den Grund und suchte nach Resten. Das Riff bot an vielen Stellen etwas zu fressen.

An Land wurde weiter viel Kohle, Öl und Gas verbrannt. Die Folgen blieben nicht an der Oberfläche. Auch das Wasser in der Tiefe veränderte sich langsam, während die Kolonien weiterhin auf regelmäßige Nahrung angewiesen waren. Eine gelbe Koralle trug rote, blaue und dunkle Polypen. Als die Strömung an einem Stein vorbeizog, erreichte sie zuerst die linke Seite. Dort fingen die kleinen Tiere Nahrung. Wenig später drehte das Wasser, und die andere Seite bekam ihren Teil. Niemand musste den Platz wechseln. Das Meer kam von selbst vorbei.

An Land versuchten Menschen, weniger Abgase in die Luft zu schicken. Im tiefen Meer wirkten ältere Veränderungen trotzdem weiter. Die Kolonien brauchten weiterhin Nahrung aus dem Wasser und einen Boden, den keine schweren Geräte aufrissen. Eine gelbe Koralle stand dort, wo das Riff eine kleine Lücke ließ. Eine Larve trieb über den freien Boden. Sie berührte einen Stein, löste sich wieder und wurde weitergetragen. Nicht jeder Platz bot Halt. Die gelbe Kolonie war schon lange hier. Unter ihren Ästen blieb ein kleiner Fisch vor der Strömung geschützt.

Menschen schickten mehr Kameras und Lampen hinunter, um die Veränderungen ihrer Riffplätze zu verfolgen. So wurden bunte Stellen sichtbar. Sonnenstrahlen gelangten nicht bis hierher; Gefahren kamen mit beschädigten Lebensräumen und verändertem Wasser, nicht mit einem Sonnenbrand. Dunkelblaue, grüne und violette Flecken saßen auf einer sonst hellen Verwandten. Zwischen ihnen blieben große freie Stellen. Eine Lampe glitt über die Äste und machte jeden Farbstrich sichtbar. Dann zog ihr Licht weiter zum nächsten Felsen. Die Kolonie blieb zurück im dunklen Wasser, wo ihre Polypen denselben kleinen Bewegungen nachspürten wie die anderen Familienzweige um sie herum.

Menschen beobachteten mit Kameras, wo sich neue Kolonien ansiedelten. Nicht jede Larve blieb im geschützten Gebiet. Die Strömung trug viele weiter, bis manche an einem festen Stein zwischen zwei alten Riffstücken Halt fanden. Gelbe, blaue und rosa Abschnitte machten eine Kolonie bunt. Eine Larve trieb an ihr vorbei. Kurz berührte sie einen Ast, löste sich und zog mit dem Wasser weiter. Erst an einem freien Stein hielt sie sich fest. Dort war noch Raum für einen neuen Polypen. Die Familie breitete sich nicht mit Schritten aus, sondern mit vielen kleinen Anfängen.

Beim Verlegen einer Leitung war der Boden aufgerührt worden. Später setzte sich der feine Schlamm zwischen den Felsen ab. Kam die Strömung kräftiger zurück, nahm sie einen Teil davon erneut mit. An einer orangefarbenen Koralle saßen blaue und gelbe Polypen. Eines Tages wirbelte ein Fisch den Sand am Fuß auf. Ein Teil sank zwischen die unteren Äste. Die kleinen Tiere zogen sich zurück, bis das Wasser wieder freier war. Dann erreichte eine neue Strömung den Ort und trug die feinen Körnchen fort.

Durch Fanggeräte waren manche Verstecke verschwunden, während andere zwischen steilen Felsen erhalten blieben. Die Menschen hielten neue Netze fern. Unten suchten größere Fische Nahrung, und kleinere mussten die noch vorhandenen engen Gabeln kennen. Ein blauer Ast ragte links aus einer hellgrünen Koralle, darunter lag ein rosa Zweig. Als ein Fisch von oben kam, huschte ein kleinerer in die untere Gabel. Dort war es eng genug, dass der große nicht folgen konnte. Er zog weiter. Die Polypen hatten ihre Tentakel kurz eingezogen und öffneten sie nun wieder.

Auf einer alten Fangspur lagen Muschelschalen und kleine Steine lose. Die Netze kamen dort inzwischen nicht mehr entlang. Doch was sie zurückgelassen hatten, wurde bei kräftiger Strömung immer noch über den Boden geschoben. Orangegelbe Äste trugen rosa Polypen. Zwischen ihnen blieb ein Muschelstück liegen, das die Strömung herangetragen hatte. Beim nächsten kräftigen Schub kippte es, rutschte durch die Gabel und landete unten. Ein Krebs untersuchte es sofort. Über ihm kamen die Tentakel wieder frei, und der Alltag in der kleinen Kolonie ging weiter.

Menschen hielten schwere Netze von der roten Koralle fern. So blieb ihr fester Lebensplatz erhalten. Hoch darüber entstand Nahrung im oberen Meer; ein Teil davon kam später durch das dunkle Wasser zu ihren grünen Polypen. Türkisgrüne Polypen saßen auf einer roten Verwandten. Ein kleines Tier streifte an einem der Fangarme vorbei und blieb hängen. Gleich darauf öffnete sich ein weiterer Polyp. So fingen die vielen kleinen Bewohner Nahrung für ihre Kolonie. Draußen änderte sich das Meer weiter. Hier zählte zunächst die nächste Mahlzeit und ein fester Platz am Boden.

Menschen konnten einzelne Felsen vor Fanggeräten bewahren, aber nicht jede Wasserbewegung umleiten. Auch an einem geschützten Platz kamen Stoffe von weit her an. Zwischen den rosa Ästen mussten deshalb Nahrung, kleine Nachbarn und ungewollte Teilchen ihren Weg teilen. Eine rosa Verwandte stand dort, wo ein kleiner Spalt zwischen den Felsen blieb. Ihre bunten Kronen bewegten sich im Wasser, manche blau, andere gelb oder violett. Ein Fisch hielt davor an und passte gerade noch hindurch. Hinter ihm kam die Strömung wieder in Schwung. Die Familie fing Futter, während der Besucher auf der anderen Seite schon den nächsten Unterschlupf suchte.

Schiffe fuhren über dem Riff, doch seine Äste standen weit unter ihrer Sicht. Erst Forschungsgeräte hatten sie bekannt gemacht. Nun planten Menschen neue Arbeiten mit Abstand, damit Nahrung weiter ungehindert durch die Kolonien strömen konnte. Ein gelber Stamm teilte sich in einen rosa und mehrere helle Äste. Blaue Polypen saßen dazwischen. Eine Garnele kletterte so weit hinauf, bis sie die Strömung stärker spürte. Dann kehrte sie um. Die Koralle blieb dort, wo sie gewachsen war. Ihre feinen Fangarme erreichten Nahrung, ohne dass sie einem Beutetier nachschwimmen musste.

Von der wärmer werdenden Meeresoberfläche sank Nahrung nicht immer gleichmäßig hinab. Menschen untersuchten, was davon den Grund erreichte. Unten hatten die Tiere keinen Garten anzulegen; sie mussten fangen, was die Strömung vorbeitrug. Grüne und gelbe Äste standen dicht nebeneinander. Als das Wasser klarer wurde, konnte ein kleiner Fisch die ganze Koralle wieder sehen. Er schwamm einmal um sie herum und verschwand dann hinter dem Fuß. Die Polypen waren noch mit dem Fressen beschäftigt. Auch ein klarer Tag konnte im Riff ein arbeitsreicher Tag sein.

Ein Forschungsgerät hielt mit Abstand neben den Felsen. Seine Menschen oben auf dem Schiff wollten die Wasserwege sehen, ohne Äste zu berühren. Zwischen den Kolonien suchten kleine Gäste inzwischen selbst nach den ruhigeren Stellen. Vom blauen Fuß reichten grüne und orangegelbe Äste nach oben. Eine Garnele suchte ihren Weg dazwischen. Auf der einen Seite zog die Strömung stärker. Sie kletterte auf die andere und ruhte unter einer Gabel. Die rosa Polypen über ihr fingen kleine Beutetiere. So konnte derselbe Ast für seine Bewohner Arbeitsort und für einen Gast ein Versteck sein.

Menschen hatten einen Teil des Tiefseebodens für schwere Fanggeräte gesperrt. Dort blieben die alten Steine liegen. Zwischen ihnen fanden Korallenlarven Halt, während die Strömung kleine Beutetiere aus dem offenen Wasser herantrug. Einige Nachkommen der Familie trugen blaue Äste und grüne und violette Polypen. Zwischen zwei Steinen wuchs eine solche Kolonie heran. Zuerst passte ein kleiner Fisch unter ihren untersten Ast. Später musste er außen herumschwimmen. Das Riff wuchs langsam, doch für seine Bewohner veränderte sich dabei sehr viel.

Oben auf den Schiffen bekamen Menschen nur Ausschnitte der tiefen Welt zu sehen. Zwischen beschädigten Hängen suchten ihre Forschungsgeräte nach verbliebenen Kolonien. Ein heller Punkt auf dem Bildschirm verriet ihnen, wo noch Leben war. Viele hundert Meter über dem Riff stand die Sonne über dem Meer. Unten erreichte kein Strahl die rosa Koralle. Erst die Lampe eines Forschungsgeräts machte ihre Äste sichtbar. Neben dem Fuß lagen abgesunkene Pflanzenteile. Ein Krebs schob sich darunter. Als der Lampenkreis weiterwanderte, fingen die Polypen im dunklen Wasser weiter Nahrung aus der Strömung.

Menschen suchten Schutz vor Teilchen, die ihre Städte und Schiffe ins Meer gebracht hatten. Um eine gelbe Verwandte lag eine feine Hülle. Sonnenlicht war hier unten keine Aufgabe; die Hülle musste Schmutz abhalten und Wasser hindurchlassen. Im Schein einer Lampe war der neue Familienzweig ganz gelb. Eine dünne klare Hülle lag um seine Äste. Manche Teilchen glitten außen vorbei; andere gelangten mit dem Wasser zu den bunten Kronen. Die Helfer prüften den Rand, damit er offen genug blieb. Drinnen warteten die Polypen auf Nahrung, während draußen die große dunkle Strömung vorbeizog.

Auch violette Korallen brauchten im tiefen Meer keinen Tagesschein zum Fressen. Menschen fanden sie im Licht ihrer Tauchroboter. In der Nähe lagen zerbrochene Äste, die schwere Fischereigeräte über den Boden gezogen hatten. Eine violette Kolonie stand neben kleineren Fischen. Ihre Polypen waren fast im selben Ton gefärbt wie die Äste. Ein Fisch verschwand hinter dem Stamm, zwei andere zogen weiter. Die Koralle blieb zurück. Als die Strömung frisches Wasser brachte, streckten sich ihre Fangarme aus. Kleine Nahrungstiere kamen an, und das Warten hatte sich gelohnt.

Ein Forschungsgerät richtete seinen Lampenkreis auf die violetten Äste. Ein größerer Fisch schwamm durch den Lichtstrahl. Für einen Augenblick fiel sein Schatten auf das Riff, bevor das Gerät weiter über den dunklen Grund zog. Violett und Blau lagen über den Ästen einer Koralle. Im Lampenkreis eines Forschungsgeräts schwamm ein großer Fisch vorbei. Sein Schatten glitt über den Stamm. Ein kleinerer huschte in eine Lücke. Als der Besucher weitergezogen war, kam er wieder hervor. Danach wanderte auch die Lampe weiter. Die Polypen fingen im dunklen Wasser ihre winzigen Beutetiere.

Ein Forschungsschiff blieb hoch über der dreifarbigen Koralle stehen. Menschen ließen Messgeräte hinab, weil sich das Meer durch ihre Abgase verändert hatte. Unten gingen die Polypen weiter ihrer täglichen Suche nach Nahrung nach. Ein Fisch schwamm an einer ungewöhnlich bunten Verwandten entlang. Unten war sie orange, in der Mitte grün und oben pink. Ihre Polypen waren blau. Der Fisch umrundete erst den Fuß, dann den oberen Ast. Als er weiterzog, hatten einige Polypen Nahrung gefangen. Ihre vielen Farben änderten nichts daran, dass alle essen mussten.

Die Menschen entdeckten die blaugrüne und pinke Verwandte im Lampenlicht ihres Roboters. Sie kartierten das Riff, damit geplante Kabel daran vorbeiführten. Langsam entstand oben eine Karte, die unten viele zerbrochene Äste verhindern konnte. Eine Verwandte hatte einen blauen Stamm. Links lag Pink auf ihren Ästen, rechts Grün, und dazwischen saßen gelbe und rote Polypen. Ein kleiner Krebs kroch unter dem unteren Zweig entlang. Oben zog die Strömung vorbei. Die Koralle fing Nahrung. Der Krebs suchte weiter am Boden, bis auch er etwas Passendes gefunden hatte.

Im Lampenlicht eines Tauchroboters sah die Kolonie besonders bunt aus. Menschen erfassten sie auf einer Karte und hielten Bodennetze fern. So konnte aus den langsamen Jahren ihres Wachstums wieder ein großer Lebensraum werden. Gelb, Blau, Grün und Rot lagen auf einem einzigen Stamm. Die bunte Kolonie gehörte zu derselben großen Familie wie ihre hellen Nachbarn. Ein Polyp fing Nahrung an einem violetten Zweig. An einem gelben wartete noch einer. Dann drehte sich das Wasser. Jetzt kam auch dort etwas an, und die Fangarme schlossen sich.

Menschen beobachteten nicht überall dieselbe Erwärmung. In der Tiefe konnten auch besonders kühle Strömungen ankommen und ihren Weg ändern. Für die Familie blieben solche Wechsel schwierig, wenn eine neue Wasserbewegung kaum Nahrung zu ihren Ästen brachte. Puderblau standen die nächsten Äste im dunklen Wasser. Rosa und lavendelfarbene Kronen saßen darauf. Ein kühler Strom zog am Felsen vorbei und brachte Futter mit. Die Polypen öffneten sich, einer nach dem anderen, bis über den ganzen Körper kleine Tentakel wogten. Ein vorbeiziehender Fisch hielt kurz an und verschwand wieder hinter den hellblauen Zweigen der Familie.

Beim Kartieren des Bodens lenkten die Menschen ihre Geräte inzwischen vorsichtiger um lebende Äste. Eine Berührung konnte lange gewachsene Zweige abbrechen. Die kleinen Tiere zwischen den Gabeln mussten dagegen an ihnen vorbeikommen, ohne anzustoßen. Blaue, gelbe und violette Bänder lagen um die Äste einer bunten Koralle. Eine Garnele kletterte daran hinauf. Vor einer ausgestreckten Tentakelkrone hielt sie an und kehrte um. Sie fand zwischen zwei Gabeln einen anderen Weg. Im Riff war viel Platz für kleine Besucher, aber jeder musste auf die Bewohner Rücksicht nehmen.

An Land suchten Menschen nach dem Zusammenhang zwischen ihrem Leben und dem fernen Meeresgrund. Forschungsgeräte sammelten Wasserproben. Unten ging es währenddessen um die nächste kleine Mahlzeit, die ein verbundener Korallenkörper unter seinen Polypen teilen konnte. An einer türkisblauen Kolonie saßen Polypen in vielen Farben. Kleine Tiere waren zu einem gemeinsamen Körper verbunden. Was einer fing, konnte auch seine Nachbarn versorgen. Als die Strömung an einem oberen Ast vorbeizog, packten dort feine Tentakel zu. Weiter unten bewegte sich ein Polyp, der gerade nichts erreicht hatte.

Die Abgase der Menschen hatten das Meer über lange Zeit wärmer gemacht. Diese Veränderung blieb nicht nur an der Oberfläche. Forschungsgeräte prüften auch in der Tiefe das Wasser, von dem die Kolonien ihre Nahrung erhielten. Eine besonders bunte Koralle war über viele Jahre gewachsen. Zwischen ihren roten, blauen und gelben Ästen hatten schon viele kleine Tiere Schutz gefunden. Nun kam ein neuer Fisch. Er kannte das Riff noch nicht und zögerte vor der Gabel. Dann schlüpfte er hinein. Hinter dem breiten Stamm war das Wasser ruhiger, als er erwartet hatte.

Am Rand eines Schutzgebiets ließen die Menschen den Meeresboden unberührt. Nahrung kam weiterhin mit dem offenen Wasser. Unter den erhaltenen Ästen fanden Garnelen kurz Halt, wenn ein stärkerer Zug sie seitlich mitnahm. Eine orangefarbene Koralle trug grüne Polypen. Die Strömung schob eine kleine Garnele seitlich an den Stamm. Sie hielt sich kurz fest und fand zwischen zwei Ästen ruhigeren Halt. Dann schwamm sie weiter. Hinter ihr blieben winzige Beutetiere im Wasser. Die Polypen öffneten ihre feinen Tentakel und fingen, was sie erreichen konnten.

Menschen kamen mit Lampen und Messgeräten an die tiefen Felsen. Sie prüften, wie weit verändertes Wasser vorgedrungen war. Die blassen Astspitzen blieben im Licht sichtbar, während aus der Dunkelheit immer neue Teilchen zwischen die Polypen trieben. An den oberen Ästen einer hellen Verwandten lag ein zarter Pfirsichton. Weiter unten blieb der Körper beinahe weiß. Die Strömung strich erst über die Spitzen und dann durch die tieferen Astgabeln. Dort warteten weitere Polypen auf Futter. Ein winziges Tierchen blieb hängen. Für die Familie war dieser kleine Fang wichtiger als der Unterschied zwischen ihren blassen Farben.

Die dunklen Polypen lebten im selben tiefen Meer wie ihre bunten Nachbarn. Menschen untersuchten das Riff mit Lampen. Sie hielten Fanggeräte fern und suchten nach verlorenen Leinen, bevor sich noch mehr Tiere darin verfingen. An einer orangefarbenen Verwandten saßen bunte und dunkle Polypen nebeneinander. Ein kleiner Fisch zog am oberen Ast vorbei, dann am unteren. Die Kolonie blieb fest im Boden verankert. Als das Wasser frische Beute brachte, schlossen sich hier und dort Fangarme. Bald warteten die kleinen Tiere wieder auf die nächste Bewegung zwischen den Ästen.

Neben einer alten Schleppnetzspur standen nur noch einzelne größere Kolonien. Die Menschen wollten diese Reste künftig schützen. Für einen kleinen Fisch war der Abstand bis zum nächsten Versteck trotzdem groß, wenn er den freien Boden überqueren musste. Eine rote Koralle trug gelbe Polypen und blaue Spitzen. Ein kleiner Fisch schwamm so schnell zwischen ihren Ästen hindurch, dass er den Sand am Fuß aufwirbelte. Dahinter hielt er an. Niemand folgte ihm. Er hatte ein Versteck gefunden. Nach einer Weile wurde das Wasser klarer, und er wagte sich wieder hinaus.

Menschen fanden die bunte Kolonie zwischen vielen anderen tiefen Korallen. Mit Kameras erfassten sie den Lebensraum. Dann legten sie eine Grenze für schwere Bodennetze fest, damit der langsam gewachsene Ort nicht erneut beschädigt wurde. Eine Verwandte war vom Fuß bis zu den höchsten Ästen bunt. Gelb, Grün, Blau und Pink lagen dicht nebeneinander. Ein Fisch verschwand hinter dem Stamm und kam auf der anderen Seite wieder hervor. Die Polypen warteten im Wasser. Dann wurde an mehreren Ästen zugleich Nahrung gefangen, und für eine Weile war die ganze Kolonie beschäftigt.

Abgase aus Städten und Fabriken erwärmten das Meer, und Abfall sank bis nach unten. Die bunte Korallenfamilie lebte mitten in diesen Veränderungen. Menschen sammelten Versunkenes ein und mussten zugleich weniger neue Belastungen entstehen lassen. Rot, Pink, Gelb und Blau standen im Familienriff nebeneinander. An einer Koralle kamen besonders viele Farben zusammen. Ein Fisch umrundete sie, tauchte zwischen zwei Ästen hindurch und kehrte zurück. Noch war hier Leben in Bewegung. Die kleinen Bewohner machten weiter mit dem, was sie jeden Tag brauchten: fressen, wachsen und einander ausweichen.

Die Fischerboote hielten inzwischen Abstand von einem erhaltenen Korallenstück. Die tiefen Äste blieben trotzdem den Wasserzügen ausgesetzt. Kleine Bewohner suchten zwischen den Gabeln Ruhe, wenn draußen die Strömung stärker wurde. An einer orangefarbenen Koralle fand eine Garnele einen freien Platz zwischen den Ästen. Sie blieb dort, während ringsum bunte Polypen Nahrung fingen. Als die Strömung drehte, tanzten ihre langen Fühler im Wasser. Die Garnele rückte tiefer in die Gabel. Dort konnte sie warten, bis es draußen wieder ruhiger wurde.

Menschen maßen inzwischen auch Stoffe, die ihre Abwässer und Geräte im Meer hinterließen. Die Familie konnte den Messgeräten nicht folgen. Sie blieb am Felsen und musste mit dem Wasser auskommen, das an ihren orangefarbenen und hellen Ästen vorbeifloss. Ganz rechts oben trug eine Verwandte einen orangefarbenen Streifen. Daneben saß eine ebenso warme Krone. Eine Garnele kam den Ast entlang, machte vor dem Polypen halt und kletterte auf der anderen Seite weiter. Die Strömung brachte feine Teilchen heran. Einige blieben an Tentakeln hängen, andere flogen vorbei und wurden erst von den nächsten Kronen der hellen Familie erreicht.

Die Menschen hielten ihre Lampen nur zum Beobachten auf das Riff. Sie konnten die Koralle damit nicht füttern. Wenn veränderte Strömungen weniger Nahrung brachten, half zusätzliches Licht ihren hungrigen Polypen nicht weiter. Ein roter Polyp saß zwischen vielen gelben auf einer tiefblauen Kolonie. Weiter unten waren einige türkis. Als winzige Tiere vorbeischwammen, streckten sich die Fangarme aus. Niemand brauchte dafür Sonnenlicht. Hier unten kam das Essen mit dem Wasser. Die Kolonie fing, was sie erreichen konnte, und ließ den Rest mit der Strömung weiterziehen.

Ein Messgerät am Felsen blieb länger als ein einzelner Forschungsbesuch. Die Menschen wollten auch die stillen Tage verstehen. Unten kam Nahrung manchmal spät, manchmal auf einmal, während die Koralle ihren festen Platz behielt. Oben an einer hellen Koralle saß ein roter Polyp. Ein kleiner Fisch zog dicht an ihm vorbei. Der Polyp zog die Tentakel ein und wartete. Weiter unten griffen seine Nachbarn nach Nahrung. Kurz darauf öffnete er sich wieder. Das Wasser hatte keinen festen Stundenplan. Die kleinen Tiere mussten bereit sein, wenn etwas Essbares kam.

Für ein neues Seekabel hatten Maschinen eine Spur in den Boden gezogen. Daneben war feiner Sand liegen geblieben. Die Strömung verschob ihn langsam zwischen den Steinen, wo kleine Tiere ihre Wege suchten. In der Mitte einer sehr hellen Koralle lag ein orangefarbener Streifen. Ein junger Krebs kroch am Fuß vorbei und blieb an der Gabel hängen. Vorsichtig suchte er einen anderen Weg. Über ihm öffneten sich die Polypen. Er schlüpfte zwischen zwei Steine, während die Strömung den Sand um seine Spuren legte.

Eine neue Leitung hatte weit neben dem Riff eine Schlammwolke ausgelöst. Die Menschen änderten ihre Pläne, doch die Teilchen waren schon unterwegs. Sie sanken zwischen Felsen, wo später jeder kräftigere Wasserzug erneut Sand bewegen konnte. Schmale rote Linien liefen über eine helle Koralle. In der Gabel daneben blieb feiner Sand hängen. Eine Garnele strich mit ihren Fühlern daran vorbei und zog sich zurück. Bald wurde die Strömung stärker. Sie nahm die Körnchen mit. Die Polypen konnten sich wieder frei öffnen, und die Garnele wagte sich vorsichtig zwischen die Äste.

Die Menschen sammelten lose Kunststoffreste neben dem Riff ein. Für winzige Larven ließ sich trotzdem kein sicherer Weg durchs Meer bauen. Die Strömung trug sie zwischen alten Spuren und geschützten Felsen zu neuen Plätzen. Neben einer zartrosa und grünen Koralle trieben winzige Larven im Wasser. Einige wurden weit fortgetragen. Eine blieb kurz in einem kleinen Wirbel am Stamm und glitt dann ebenfalls hinaus. Die Familie konnte nicht wissen, wo ihre Nachkommen Halt finden würden. Doch auf freien Steinen wartete Raum für neue kleine Kolonien.

An Land waren lange große Mengen Abgase entstanden. Ein Teil davon gelangte als Kohlendioxid ins Meer und veränderte das Wasser. Forschende prüften deshalb nicht nur die Temperatur, sondern auch, wie es den Kalkgerüsten ging. In der mittleren Gabel einer hellen Koralle lag ein rosaorangefarbener Abschnitt. Genau dort blieb eine kleine Muschelschale hängen. Die Strömung schob sie hin und her, bis sie sich drehte und zu Boden fiel. Ein Krebs kam aus seinem Versteck. Für ihn war die Schale ein Fund. Für die Polypen war der Weg zum Wasser wieder frei.

Forschende fanden an einem alten Fangplatz nur noch wenige unbeschädigte Kolonien. Sie markierten den Bereich auf ihren Karten. Für die kleinen Fische am Grund waren diese verbliebenen Gabeln bereits das ganze verfügbare Versteck. Ein orangefarbener Ast ragte aus einer hellen Kolonie. Gegenüber lagen blaue Spitzen. Dazwischen schob sich ein kleiner Fisch und blieb in der Gabel stehen. Die Strömung zog an seinen Flossen. Er rückte ein Stück zurück, bis der Stamm ihn deckte. Das Riff war voller solcher schmalen Plätze, die nur den kleinsten Bewohnern passten.

Ein verlorenes Fanggerät war aus der Nähe des Riffs entfernt worden. Die Menschen nahmen den fremden Kunststoff mit, ließen Steine und Muschelschalen aber liegen. Kleine Bewohner konnten diese natürlichen Verstecke weiter nutzen. An einer hellen Kolonie war ein Seitenast kräftig rot. Direkt darunter blieb ein leeres Schneckenhaus liegen. Ein Krebs kroch heran, untersuchte den Eingang und verschwand kurz darin. Dann kam er wieder heraus. Es war zu klein. Oben fingen die Polypen weiter Nahrung, während er im Riff nach einem passenderen Haus suchte.

Ein Forschungsschiff hatte alte Fangspuren um den Felsen entdeckt und die Menschen hatten den Bereich geschützt. Kleine Tiere suchten zwischen den verbliebenen Gabeln Nahrung. Der offene Boden daneben bot ihnen wenig Deckung. Feine blaue Streifen zogen sich über einen hellen Körper. An den Ästen öffneten sich rosa Polypen. Ein kleiner Krebs kroch am Fuß entlang und hielt hinter der Gabel an. Von dort beobachtete er einen Fisch, der im offenen Wasser vorbeizog. Erst als der große Besucher fort war, suchte er zwischen den Steinen weiter nach Futter.

Am Rand einer alten Fangspur standen noch einzelne Korallen. Die Menschen ließen ihre Geräte weiter entfernt zu Wasser. Kleine Besucher konnten zwischen den erhaltenen Ästen bleiben, während Larven mit der Strömung nach neuem Grund suchten. Zwischen gelben und orangefarbenen Ästen saßen rosa Polypen. Ein Krebs wanderte unten am Fuß vorbei und verschwand hinter einem Stein. Im offenen Wasser drehte sich eine Larve langsam um sich selbst. Die Strömung nahm sie mit. Viele Tiere kamen und gingen im Riff. Die Korallenfamilie blieb durch ihre festgewachsenen Kolonien hier zu Hause.

Eine neue Baustelle am Meeresboden hätte das bunte Riff gefährdet. Menschen änderten den Plan nach den Aufnahmen ihres Tauchroboters. So blieben die festgewachsenen Kolonien stehen, statt unter Kabeln und aufgewühltem Schlamm zu verschwinden. In der oberen Hälfte einer Verwandten trafen viele kräftige Farben zusammen. Unten blieb sie hell. Ein kleiner Fisch schwamm erst um den bunten Teil und tauchte dann unter einen weißen Ast. Dort hielt er an. Die Koralle streckte ihre Polypen aus. Nahrung kam an beiden Teilen vorbei, sobald die Strömung den richtigen Weg nahm.

Die Maschinen waren an einer alten Baustelle längst stillgelegt. Trotzdem verschob die Strömung dort weiterhin losen Sand. Wenn neue Haufen bei den Korallen ankamen, mussten kleine Fische andere Zwischenräume suchen, bis das Wasser sie wieder abtrug. Eine orangefarbene Kolonie wuchs neben einem Stein. Als Sand durch das Riff zog, blieb hinter dem Stein ein kleiner Haufen liegen. Ein Fisch versuchte, sich dort einzustellen, und stieß mit dem Bauch an. Er schwamm höher und fand zwischen den Ästen Platz. Das Meer veränderte selbst vertraute Verstecke, ohne die Koralle von ihrem Ort zu bewegen.

Forschende hatten die letzte große Kolonie an diesem Felsen auf ihren Karten markiert. Schwere Geräte sollten einen anderen Weg nehmen. Unter den Ästen fanden kleine Tiere weiter Platz, während draußen mehr offener Boden lag. Eine blassgelbe Koralle trug rosa Polypen und einige blaue Spitzen. Am Fuß suchte ein kleiner Krebs nach einem Versteck. Zwischen zwei Steinen fand er eine Lücke, die gerade breit genug war. Als er darin verschwand, trieb Nahrung an den Ästen vorbei. Die Koralle und ihr Gast konnten denselben Ort auf verschiedene Weise nutzen.

Forschende brachten Messgeräte an einen tiefen Felsrücken. Dort wollten sie verfolgen, wie sich das Wasser durch die früheren Abgase verändert hatte. Die Korallen konnten weder ihre Farben erklären noch ihren Platz verlassen. Unten war eine Koralle rosa, in der Mitte blau, weiter oben fast weiß. Ein kleiner Fisch schwamm daran entlang. An der blauen Gabel verschwand er hinter einem Ast. Gleich darauf kam er auf der anderen Seite wieder hervor. Er hatte einen kurzen Weg gefunden. Für einen größeren Fisch wäre der Durchgang zu eng gewesen.

Nach dem Sperren eines alten Fanggebiets lag feiner Schlamm noch lange am Boden. Selbst kleine Bewohner wirbelten ihn bei der Nahrungssuche wieder auf. Die Menschen mussten bei neuen Arbeiten Abstand halten, damit nicht immer mehr dazukam. Ein brauner Abschnitt verlief durch die Mitte einer hellen Koralle. Daneben schwamm ein Fisch und suchte am Boden nach Nahrung. Er schob Sand beiseite und wirbelte eine kleine Wolke auf. Einige Polypen zogen sich ein. Erst als das Wasser wieder klarer wurde, öffneten sie sich und fingen ihre eigene, viel kleinere Beute.

Oben fingen große Schiffe Fische, unten suchten kleine Bewohner zwischen den verbliebenen Felsen Nahrung. Menschen schützten inzwischen einige Riffreste. Dort konnten Kolonien und ihre Gäste denselben Wasserraum auf unterschiedliche Weise nutzen. Blaue Punkte zogen sich über einen hellen Stamm. Ein winziger Fisch schwamm daran entlang und hielt vor einem roten Polypen an. Die Tentakel bewegten sich. Der Fisch wich zurück und suchte hinter einem Stein nach seinem Futter. Beide lebten von dem, was das Meer brachte, doch sie fanden es auf unterschiedliche Weise.

Im Lampenlicht sahen Menschen grüne, pinke und blaue Äste zwischen den tiefen Felsen. Sie änderten den geplanten Weg eines Kabels. So blieb der feste Platz erhalten, an dem die Kolonie langsam weiterwachsen konnte. Grün, Pink und Blau teilten sich den Stamm einer Verwandten. Einige Polypen waren sehr dunkel, andere hell. Ein Fisch schwamm einmal um die Kolonie und blieb dann unter einem Seitenast stehen. Als Nahrung kam, musste er wieder hervor. Die Polypen hatten es leichter: Sie warteten schon dort, wo das Wasser zwischen ihren Fangarmen vorbeizog.

Wärme, die das Meer oben aufgenommen hatte, blieb nicht nur an der Oberfläche. Strömungen trugen verändertes Wasser auch in die Tiefe. Zugleich veränderte das Kohlendioxid der Menschen die Wasserchemie. Vor einer dunklen Felswand und an einem durchströmten Tiefseehang warteten unterschiedliche Aufgaben. Was hier half, konnte dort wenig nützen. Mit der Zeit fanden Larven der Familie verschiedene Plätze an den dunklen Tiefenhängen. Manche blieben an steilen Felsen, andere wuchsen in geschützten Spalten. Hier kam häufig Nahrung vorbei, dort nur selten. Über viele Generationen sahen die Zweige verschieden aus. Einige hatten kurze feste Äste, andere längere. Nichts davon entstand auf einen Wunsch hin, und nicht jeder neue Platz blieb bewohnbar.

Menschen maßen die Wasserbedingungen neben der hellen Koralle. Kohlendioxid aus ihren Abgasen gelangte ins Meer und veränderte es. Die Kolonie blieb an ihrem festen Platz, während die Menschen oben nach Wegen zu weniger Ausstoß suchten. Ein blaues Feld lag weiter oben, ein rosa Fleck in der Mitte einer hellen Verwandten. Dazwischen blieb der Körper weiß. Ein kleiner Besucher schob sich durch eine Lücke im Stamm. Oben zog die Strömung vorbei. Als er auf der anderen Seite hervorkam, hatten einige Polypen bereits Nahrung gefangen. Andere warteten noch mit ausgebreiteten Fangarmen.

Beim Arbeiten am Meeresboden wirbelten Menschen feinen Schlamm auf. Die Wolke zog mit dem Wasser weiter, bis sie offene Polypen erreichte. Die Kolonien mussten Teilchen loswerden und verpassten währenddessen manche Mahlzeit aus der Strömung. Ein feiner Schleimfilm lag auf den nächsten Ästen. Wenn Schlamm kam, blieb ein Teil daran hängen und wurde wieder fortgetragen. Das kostete Kraft. Die Kolonie wartete, bis die Wolke vorbeigezogen war, und öffnete ihre Polypen vorsichtig. Neben ihr lagen ältere, dicke Äste. Sie boten Halt, doch auch sie brauchten Wasser, in dem ihr Kalk bestehen konnte.

Die Fangschiffe waren aus diesem Teil des Meeres verschwunden, ihre Spuren noch lange nicht. In alten Rinnen lag loser Sand. Die Wasserbewegung trug ihn immer wieder bis zwischen die verbliebenen Äste. An einem hellen Körper fiel ein orangegelber Seitenast auf. Dahinter sammelten sich feine Sandkörner. Ein Krebs versuchte, über den kleinen Haufen zu klettern, rutschte zurück und suchte einen flacheren Weg. Inzwischen drehte die Strömung. Sie nahm einige Körnchen mit und ließ vor der Koralle einen neuen schmalen Durchgang entstehen.

Eine Messstation überwachte das Wasser zwischen den tiefen Felsen. Menschen wollten die Folgen ihrer Abgase besser verstehen. Während sie oben die Zahlen verglichen, warteten an den orangefarbenen Ästen die blauen Polypen auf Futter. Auf zartorangefarbenen Ästen saßen blaue Polypen. Als ein größerer Fisch über die Kolonie hinwegzog, wurde es einen Moment unruhig. Ein kleines Nahrungstier wirbelte seitlich vorbei. Der erste Polyp verfehlte es, der nächste fing es. Dann war der Fisch fort. Die Koralle stand wieder still im Wasser und wartete auf das nächste kleine Tier.

Menschen hatten die Gemeinschaft der Meerestiere durch Fang verändert. Manche Nachbarn wurden seltener, andere kamen häufiger vorbei. Zwischen den dunklen Felsen war nicht jeder Besucher harmlos; die stachelige Verwandte teilte den Platz mit hungrigen Tieren. Am Rand einer rosa Kolonie standen kleine Dornen. Ein hungriger Besucher näherte sich, hielt vor den Spitzen an und zog weiter. Die Polypen zwischen ihnen fingen weiter ihr winziges Futter. Im Familienriff gab es viele Arten, einen Ast zu schützen. Dieser Zweig trug seine Antwort am Rand, doch gegen warmes Wasser half auch der schärfste Dorn nicht.

An Land verbrannten Menschen weiter große Mengen Öl und Gas. Ein Teil der zusätzlichen Wärme gelangte mit der Zeit auch in tiefes Wasser. Die Menschen schickten Messgeräte hinab und suchten nach noch geeigneten Riffplätzen. Hellblau und Gelb trafen auf einem Stamm zusammen. Rosa Polypen saßen darüber verteilt. Ein kleiner Bewohner kroch zwischen den unteren Ästen entlang und blieb unter einem Vorsprung stehen. Oben zog die Strömung vorbei. Hier lagen Versteck und offenes Wasser dicht beieinander, und die verschiedenen Tiere nutzten den Platz auf ihre eigene Weise.

Menschen veränderten Fanggebiete und hinterließen Abfälle in einem Meer, dessen Strömungen sich ebenfalls wandelten. Verschiedene Wassermengen trafen am tiefen Felsen zusammen. Zwischen den unterschiedlich gefärbten Ästen mussten kleine Nachbarn Deckung und die Polypen Nahrung finden. Oben hellgrün, unten seegrün stand eine stachelige Verwandte am Felsen. Die braunen Spitzen zeichneten ihren Rand nach. Ein kleiner Besucher berührte sie mit der Schnauze und wich zurück. Die Polypen an beiden Hälften fingen währenddessen Futter aus derselben Strömung. Ihre Farben unterschieden sich, doch keine Krone konnte die Arbeit einer anderen einfach übernehmen. Jede brauchte ihren eigenen Anteil.

Durch menschliche Arbeiten am Grund geriet wieder Sand ins Wasser. Die Strömung trug ihn zwischen die unteren Äste. Menschen mussten genügend Abstand zum Riff halten, damit die Polypen nicht ständig mit solchen Wolken zurechtkommen mussten. Über einen hellen Stamm liefen blaue Striche. Einige Polypen weiter unten waren gelblich gefärbt. Ein Körnchen wurde an einem Zweig vorbeigeschoben, machte einen kleinen Bogen und sank zum Boden. Dort blieb es liegen. Die Strömung strich nun höher durch die Äste. Für die Koralle kamen mit jedem Wasserwechsel neue kleine Nahrungstiere an.

Beim Schleppen schwerer Netze hatten Menschen den Boden neben dem Riff aufgewühlt. Die Strömung trug Wasser und Staub seitlich durch die Äste. Nicht jede kräftige Wasserbewegung war neu, doch zusätzlichen Schmutz hatten die Geräte gebracht. Ein Schwall Wasser zog seitlich an einer hellen Koralle vorbei. Ein kleiner Fisch musste kräftig schwimmen, um seinen Platz zu halten. Schließlich gab er nach und ließ sich ein Stück treiben. Die Koralle blieb fest am Boden. Als das Wasser ruhiger wurde, suchte der Fisch hinter ihren unteren Ästen nach einem besseren Warteplatz.

Menschen hinterließen gelöste Stoffe und kleine Teilchen im Meer, während die Strömung nicht überall gleich viel Nahrung brachte. Die Polypen einer Kolonie blieben miteinander verbunden. Dennoch musste auch der hinterste Ast regelmäßig vom ankommenden Futterstrom erreicht werden. Rote Linien folgten den türkisgrünen Ästen einer Verwandten. Unter ihnen lagen die kleinen Wege, über die die Polypen Nahrung miteinander teilten. Wenn vorn etwas gefangen wurde, kam nicht alles sofort bis zur letzten Spitze. Die Familie brauchte Zeit. Während die Strömung weiterzog, öffneten sich nach und nach auch die Kronen auf der anderen Seite.

Beim Abbau und Bauen im Meer hatten Menschen viel Boden gelöst. Die Teilchen setzten sich anderswo ab. Ein fester Fels gab der Familie Halt, doch bei jeder neuen Wolke mussten die Polypen ihren Fang unterbrechen und später wieder beginnen. Auf einem dunklen Felsen stand eine helle Verwandte. Feine blaue, rote und grüne Linien zogen durch ihre Äste. Unten schob sich ein kleiner Nachbar an der Basis vorbei und wirbelte etwas Sand auf. Die ockerfarbenen Polypen zogen sich kurz ein. Als das Wasser wieder klar war, griffen sie erneut nach Futter, während der Fels die ganze Kolonie ruhig an ihrem Platz hielt.

Schiffe und Fabriken hatten mit ihren Abgasen zur Erwärmung beigetragen. Die Wärme blieb nicht überall gleich verteilt. Menschen ließen deshalb Messgeräte an der tiefen Riffkante hinab und beobachteten das Wasser über viele Jahre. Im Riff wuchs auch eine zartorange Verwandte mit vielen bunten Polypen. Sie stand fest, während ein Blattstückchen an ihr vorbeitrieb. Das Stückchen war zu groß zum Fressen. Es blieb kurz an einem Zweig hängen und löste sich wieder. Die Polypen fingen die viel kleineren Tiere, die in derselben Strömung ankamen.

Menschen maßen an der tiefen Riffkante Temperatur und Wasserbewegung. Durch ihre Abgase hatten sich die Bedingungen im Meer verändert. Vom Schiff aus verfolgten sie, wann Nahrung zwischen die gelben Äste getragen wurde. Eine gelbe Verwandte hatte blaue und rosafarbene Polypen. Als das Wasser kräftiger zog, streiften kleine Nahrungstiere an den äußeren Zweigen vorbei. Weiter innen kam weniger an. Ein Fisch schwamm hindurch und verschwand wieder. Die Polypen warteten weiter. Nach einer Weile drehte sich die Strömung, und nun erreichte sie auch die andere Seite.

Über viele Jahre veränderten menschliche Abgase die Wärme im Meer. Ein Schiff untersuchte deshalb das Wasser um diese rosa Kolonie. Menschen beobachteten, wann die Strömung frisches Wasser und Nahrung zwischen ihre Äste brachte. Eine rosa Verwandte trug blaue Polypen an allen Seiten. Das Wasser zog einmal schneller, einmal langsamer an ihnen vorbei. Ein kleiner Fisch wartete hinter dem Stamm. Als Nahrung kam, schoss er hervor. Die Koralle blieb ruhig an ihrem Platz. Ihre Fangarme erreichten nur, was nahe genug an den blauen Polypen vorbeikam.

Menschen veränderten die Wärme und die Stoffe im Meer. Zwischen den Tiefenströmungen lagen längere Pausen, in denen Nahrung knapp wurde. Die verzweigte Familie blieb auf ihre inneren Verbindungen und auf den nächsten Wasserstoß von draußen angewiesen. Goldorange Äste standen am nächsten Felsen. Feine rote und blaue Bahnen zogen sich an ihnen entlang. In dieser Familie hatten sich innere Wege verzweigt, auf denen Nahrung von einem Polypen zum anderen gelangte. Trotzdem konnte nicht jeder beliebig weit abgeben. Als ein hinterer Ast wenig erwischte, wartete die Kolonie auf den nächsten Wasserstoß, der auch diese Kronen erreichte.

Die Erwärmung durch menschliche Abgase hatte das Meer an vielen Stellen verändert. Menschen verfolgten mit Messgeräten die Wege des Wassers. Die verschiedenfarbigen Äste standen alle im Dunkeln und bekamen ihre Nahrung aus der Strömung. Im Familienriff standen Korallen mit rosa, blauen und orangefarbenen Bereichen. Bei einer kamen diese Farben auf demselben Stamm zusammen. Das Wasser schob ein kleines Nahrungstier an einem Ast vorbei. Ein anderer Polyp fing es auf. Obwohl die Zweige verschieden aussahen, waren ihre vielen kleinen Bewohner miteinander verbunden und versorgten dieselbe Kolonie.

Nur die Lampen eines Tauchroboters zeigten die Farben der roten Koralle. Sonnenstrahlen erreichten diesen Ort nicht. Die Menschen waren herabgekommen, um zu sehen, welche Teile des Riffs durch ihre Fischerei beschädigt worden waren. Eine rote Verwandte trug helle Polypen. Im dunklen Wasser waren ihre Farben nur zu erkennen, wenn ein Lichtschein sie traf. Zum Fressen brauchte sie diesen Schein nicht. Die Fangarme warteten auf kleine Tiere. Ein Stück weiter draußen zog die Strömung kräftiger. Auch dort lebten Nachkommen der Familie, jeder an seinem eigenen festen Platz.

Feine Fäden aus menschlichen Abfällen trieben zwischen den Felsen. Manche Kolonien trugen zugleich eigene erdachte Schutzfäden. Die Helfer mussten genau hinschauen, was zur Familie gehörte und was ihr nur den Weg zu Nahrung und Wasser versperrte. Regenbogenfäden umspielten die nächste Verwandte. Sie zogen über goldene und helle Äste und bewegten sich bei jedem neuen Wasserstoß. Ein Polyp blieb einen Augenblick dahinter verborgen. Dann bog sich ein Faden zur Seite, und seine Krone kam wieder zum Vorschein. Die Strömung nahm einige lose Teilchen mit. Die übrigen mussten kleine Helfer vorsichtig aus dem Geflecht lösen.

Ein verlorenes Netz zerfiel im Laufe der Zeit in immer feinere Fäden. Menschen konnten längst nicht mehr jeden davon wiederfinden. Manche trieben durch die Tiefe, wo die Korallen nach etwas Essbarem im Wasser griffen. Zwischen den hellen Polypen einer orangefarbenen Koralle saßen wenige blaue. Ein feiner Faden trieb durch die Gabel. Er berührte einen Ast, glitt daran entlang und löste sich wieder. Kurz darauf kam ein kleines Beutetier. Diesmal griffen die Tentakel zu. Nicht alles, was das Wasser vorbeibrachte, ließ sich auch fressen.

Menschen hatten Strömungswege nicht in der Hand, obwohl sie die Welt darüber veränderten. Manche tiefe Felsen bekamen unregelmäßig Nahrung. Zwischen den Ästen bewegten sich die gezeichneten Fäden mit dem Wasser; sie ersetzten keine verlässliche Versorgung. Feine Bänder bewegten sich neben einer mintgrünen Verwandten. Wenn Wasser kam, schwangen sie mit und strichen an den bunten Kronen vorbei. Unten lagen kleine Riffformen im Sand. Ein Fisch schwamm darum herum, bevor er zwischen die Äste schlüpfte. Die Strömung teilte sich am Fuß, kreiste einen Augenblick und nahm dann ihren Weg durch das Familienriff wieder auf.

Menschen maßen über lange Zeit die Strömung am dunklen Riff. Ihre Abgase veränderten das Klima und damit auch Bedingungen im Meer. Die rosa Koralle brauchte weiterhin Wasser, das Nahrung zwischen ihre Äste trug. Das Wasser um eine rosa Kolonie sah blau aus. Ein kleiner Fisch glitt dicht am Stamm vorbei und verschwand nach oben. Unten blieben die Polypen bei ihrer Arbeit. Von Zeit zu Zeit erreichte sie Nahrung. Dazwischen war kaum Bewegung zu sehen. Auch solche stillen Stunden gehörten zum langen Leben des Familienriffs.

Über dem Riff untersuchten Menschen, welche Nahrung bis nach unten sank. Ihre Abgase hatten auch das obere Meer verändert. Zwischen den gelben Ästen warteten die Polypen weiter auf kleine Tiere und fressbare Teilchen. Eine gelbe Verwandte trug blaue Polypen. Unten am Boden lagen feine Rillen. Ein kleines Tier kroch darin entlang, bis es hinter dem Stamm verschwand. Weiter oben wurde Nahrung gefangen. Das Riff hatte viele Etagen: Boden, Fuß, Äste und freies Wasser. Überall fanden andere Bewohner einen Platz, wenn genug Nahrung und Raum für sie blieben.

Menschen hatten feine Abfälle und Bodenwolken ins Wasser gebracht. Um einzelne Kolonien entstanden erdachte Wurzelfilter, die Teilchen auffingen. Filtern allein machte das Wasser nicht sauerstoffreich; frische Strömung musste die Familie in der Tiefe weiterhin erreichen. Unter einer hellen Verwandten breiteten sich wurzelartige Filter aus. Sie gehörten zu einem neuen Schutzsystem am Fuß. Orange Bläschen stiegen daneben auf, während Wasser durch feine Öffnungen strich. Die Polypen oben mussten weiterhin nach Futter greifen. Ein kleiner Nachbar kroch über den Rand, und die Strömung teilte sich um beide, bevor sie zwischen den Ästen wieder zusammenfand.

Menschen wollten verstehen, wie Wasser und Nahrung durch das Riff gelangten. Sie setzten Messgeräte nahe den roten Polypen ab. Weil ihre Eingriffe den Meeresboden verändern konnten, durfte auch das Beobachten selbst keine Äste beschädigen. Das Wasser drehte kleine Kreise neben einer hellen Kolonie. Ihre roten Polypen standen mitten darin. Ein Nahrungstier zog einen Bogen, streifte einen Fangarm und wurde festgehalten. Andere trieben weiter, bis sich die Bewegung wieder änderte. Die Koralle konnte den Weg der Strömung nicht bestimmen. Sie musste nutzen, was nahe genug vorbeikam.

Menschliche Abgase hatten das Meer erwärmt, und einige tiefe Riffplätze waren ungeeignet geworden. Eine kühlende Koralle gehörte zur erfundenen Rettung. Menschen maßen ihren kleinen Wirkungsraum und mussten die Ursachen der Erwärmung weiterhin verringern. Wo andere Korallen nicht mehr leben konnten, wuchsen Nachkommen mit einer besonderen Fähigkeit. Sie kühlten das Wasser um ihre Äste. Bald kam ein kleiner Fisch. Später fanden weitere Tiere dort Platz. Eine gelbe und rosa Kolonie stand mitten in dieser neuen Nachbarschaft. Ihre Kühlung half auch anderen, doch sie konnte nur einen kleinen Teil des Meeres erreichen.

Oben an einer fernen Küste hatten Menschen Tangwälder beschädigt. Abgerissene Stücke sanken durch viele Wasserschichten. Eines davon gelangte bis zum kalten Riff und verfing sich dort zwischen den Ästen. Eine Kolonie trug Orange und Gelb in der Mitte, Blau und Violett an den äußeren Ästen. Eines Tages schob die Strömung ein Stück Tang zwischen ihre Zweige. Ein Fisch zupfte daran, bis es sich löste. Das Blatt trieb weiter. Dahinter kamen die kleinen Polypen wieder frei ans Wasser.

Die Erwärmung und veränderte Strömungen erschwerten den Nachschub frischen Wassers. Menschen maßen auch unten den Sauerstoff. Das grüne Fantasieleuchten machte die Schwierigkeit sichtbar, löste sie aber nicht; die Familie brauchte weiterhin Wasser, aus dem sie atmen konnte. Um eine helle Verwandte schimmerten kleine grüne Blasen. Gelbe Strahlen zeichneten einen Schein zwischen die Äste. In dieser Ecke der Zukunft leuchteten winzige Mitbewohner mit. Doch Licht allein half der Familie nicht beim Atmen. Frisches Wasser musste heran. Als die Strömung endlich zurückkehrte, bewegten sich die feinen Tentakel wieder, und der Schein tanzte um ihre offenen Kronen.

Ein Gerät am Boden maß die Wasserbewegung neben dem Riff. Menschen wollten Leitungen und Fangplätze mit mehr Abstand planen. Unten verriet jedes rollende Schneckenhaus, wie kräftig der Strom gerade durch die Felsen zog. Von beiden Seiten zog Wasser an einer hellen Koralle vorbei. Es trug Nahrung heran und rüttelte an allem, was nicht festsaß. Ein leeres Schneckenhaus rollte über den Boden. Hinter dem Stamm blieb es liegen. Ein kleiner Krebs untersuchte den Fund, während über ihm die Polypen ihre Tentakel in die ruhigere Strömung streckten.

Forschende verfolgten mit Messgeräten, wo Wasser über den Felsrücken strömte. Menschen hatten dort Fanggeräte ferngehalten. Nun blieben hohe Äste stehen, zwischen denen ein kleiner Fisch vor besonders kräftigen Wasserzügen Schutz finden konnte. Unter einer blauen Gabel saß ein kleiner Fisch und wartete. Über ihm streckten rosa Polypen ihre Tentakel aus. Erst floss das Wasser von links, dann von rechts. Jedes Mal stellte sich der Fisch auf die ruhigere Seite. Die Koralle konnte ihren Platz nicht wechseln. Ihre Äste erreichten das Wasser aus mehreren Richtungen.

Menschen fanden die blaurosa Koralle tief unter der Oberfläche. Sie maßen dort das Wasser, das sich durch ihre Abgase verändert hatte. Gleichzeitig hielten sie schwere Fanggeräte fern, damit der feste Lebensplatz unbeschädigt blieb. Oben war eine Verwandte blau, unten rosa. Ein Fisch schwamm von ihrem Fuß bis zum höchsten Ast und verschwand dann im offenen Wasser. Die Kolonie blieb zurück. Ihre Polypen warteten an beiden Teilen des Körpers. Als Nahrung kam, wurde oben wie unten gefangen. Die vielen kleinen Tiere gehörten zusammen, auch wenn ihre Äste verschieden aussahen.

Menschen probierten immer neue Schutzhüllen und Speicher aus, weil Temperatur und Wasserqualität schwer verlässlich blieben. Kleine Bläschen gehörten zu ihren ungewöhnlichen Ideen. Unten musste trotzdem frisches Wasser nachkommen, bevor die geschützten Räume leer gefressen waren. Über einer hellen Verwandten schwebten rote Bläschen, neben ihrem Fuß blaue. Ein kleiner Fisch stupste eines an und folgte ihm nach oben. Die Kolonie blieb am Boden und fing Nahrung aus der Strömung. In den Schutzräumen der Familie gab es viele seltsame Dinge. Doch satt wurden die Polypen nur, wenn ihre Tentakel eine winzige Mahlzeit aus dem Wasser erwischten.

Ein Messgerät am Grund zeichnete auf, wie sich die Wasserbewegung änderte. Die Menschen konnten später die Zahlen lesen. Für die kleinen Tiere war derselbe Wechsel sofort zu spüren: Hinter einem Stamm blieb es ruhiger als daneben. Die Strömung strich über eine silberblaue Koralle und ihre orangefarbenen Polypen. Hinter dem Stamm bildete sich ein kleiner ruhiger Fleck. Dort blieb eine Garnele stehen. Sie bewegte ihre Fühler, als prüfte sie das Wasser. Dann schwamm sie vorsichtig um die Gabel. Gleich dahinter zog der Strom schon wieder stärker.

Ein Forschungsschiff ließ Platten und Messgeräte neben einem geschützten Riffstück zurück. Die Menschen wollten erfahren, wo sich neue Larven festsetzten. Für den Nachwuchs zählten feste Steine und Wasser, das Nahrung brachte. Am Fuß war eine Koralle rot, weiter oben orange und gelb. Eine Larve blieb an einem Stein neben ihr hängen. Die Strömung zog an ihr, doch der Stein bot Halt. Aus dem kleinen Tier wurde ein Polyp. Lange bevor er selbst Äste tragen konnte, hatte die Familie an dieser Stelle schon ein neues Mitglied.

Menschliche Abgase und Abwässer veränderten Wasser, das viel später durch die tiefen Hänge floss. Auch hier musste die Familie damit auskommen, was von draußen ankam. Die Strömung teilte ihre Fracht auf alle offenen Polypen auf. Eine Verwandte trug oben Mint und unten Rosa. Die Strömung kam von links, strich zuerst an den höheren Ästen entlang und glitt dann zum Fuß. Dort warteten weitere Polypen. Ein kleines Teilchen blieb hängen, ein anderes flog weiter. So verteilte das Meer seine Mahlzeiten nie ganz gleichmäßig. Die Familie fing, was sie erreichen konnte, und wartete auf den nächsten Strom.

Menschen hatten das Meer mit immer neuen Stoffen belastet. Die Strömung führte sie durch Äste und Felsspalten. Ein Schutzstrom konnte lose Teilchen forttragen, doch gelöste Stoffe verschwanden dadurch nicht; dafür mussten die Ursachen weiter oben verändert werden. Orangefarbene Linien schlängelten sich an den hellen Ästen einer Verwandten entlang. Ein feiner Wasserstrom nahm lose Teilchen mit. Am mintfarbenen Fuß sammelte sich etwas davon, bis kleine Helfer es fortschafften. Die Polypen warteten nicht überall gleich lange. Manche bekamen früher klares Wasser, andere später. Als der letzte Ast wieder frei war, hatten vorn schon mehrere Kronen ihre Mahlzeit gefangen.

Forschende legten Karten der alten Fangspuren neben neue Aufnahmen. Auf manchen Flächen fehlten noch immer die hohen Äste. Zwischen erhaltenen Korallen blieb die Strömung voller kleiner Wege, auf denen Nahrung und lose Muschelstücke ankamen. Rot und Blau lagen dicht nebeneinander an dieser Koralle. Das Wasser strich um ihre Zweige und hob am Fuß ein kleines Muschelstück an. Es klapperte gegen den Stein und blieb liegen. Ein Krebs kam hervor, betastete es und zog weiter. Über ihm fing die Kolonie Nahrung, ohne ihren festen Platz zu verlassen.

Menschen verlegten neue Leitungen nun um das bekannte Riff herum. So blieb sein fester Grund unberührt. Die Strömung zog weiterhin zwischen den Ästen durch und brachte Nahrung, während kleine Fische hinter den Stämmen Ruhe fanden. Der Fuß einer hellblauen Koralle saß fest auf dem Grund. Als die Strömung stärker wurde, schoss ein kleiner Fisch hinter den Stamm. Oben ragten die orangefarbenen Polypen frei ins Wasser. Einige zogen ihre Tentakel ein, andere fingen Nahrung. Der Fisch wartete. Dann ließ er sich vorsichtig zum nächsten Stein hinüberschieben.

Menschen untersuchten mit Lampen eine helle Kolonie mit blauen Spuren. In der Umgebung trieben Fasern und Teilchen aus menschlichen Abfällen. Ein sauberer Ast konnte beim nächsten Wasserstoß wieder etwas abbekommen, das weit oben verloren gegangen war. Dunkelblaue Spuren lagen an den unteren Ästen einer hellen Verwandten. Daneben zog die Strömung lose Fäden vorbei. Ein kleiner Nachbar blieb kurz zwischen zwei Kronen stehen und suchte dann einen anderen Weg. Die Familie hielt ihren Platz am Felsen. Als das Wasser wieder freier floss, öffneten sich mehrere Polypen, auch dort, wo die blauen Striche den Körper kreuzten.

Ein schweres Netz hatte nahe am Riff eine breite Spur hinterlassen. Dort fehlten die hohen Äste. Kleine Tiere suchten deshalb Schutz bei den Kolonien, die zwischen unberührten Felsen stehen geblieben waren. Über dem braunen Grund stand eine rote Koralle mit gelben Polypen. Ein Krebs schob ein Sandkorn beiseite und verschwand unter ihrem Fuß. Als eine stärkere Strömung kam, blieb er dort sitzen. Oben erreichte das Wasser die Äste. Die Polypen fingen Nahrung, während es unten hinter dem Stamm viel ruhiger blieb.

Forschende setzten kleine Geräte in die Strömung, ohne die Korallen zu berühren. So sahen sie, dass nicht jeder Felsen gleich viel Nahrung bekam. Auch eine Larve musste einen Platz finden, an dem Wasser vorbeikam. Blau am Fuß, Rot in der Mitte, Grün und Gelb darüber: So sah ein anderer Zweig der Familie aus. Eine Larve trieb dicht an seinen Ästen vorbei. Sie war so klein, dass kein Fisch sie bemerkte. Die Strömung nahm sie mit zu einem freien Stein. Dort hielt sie sich fest und begann ein neues Leben.

Ein Forschungsschiff hatte Geräte um den Felsrücken gesetzt. Sie zeigten, wie ungleich die Strömung das Riff erreichte. Menschen wollten Arbeiten am Grund künftig so planen, dass die Wege des Wassers offen blieben. Um eine rote Koralle strich das Wasser in langen Bahnen. Ein kleiner Fisch versuchte, dagegen anzuschwimmen. Er kam kaum voran und bog hinter den Stamm ab. Dort konnte er ausruhen. Über ihm ragten die bunten Polypen in den Strom. Sie fingen Nahrung an einem Platz, an dem der Fisch nur schwer bleiben konnte.

Die Menschen hatten keine gemeinsame Lösung für alle tiefen Riffplätze gefunden. Mancherorts halfen Hüllen und Wasserbeweger, anderswo störten neue Abfälle sofort wieder. Zwischen den bunten Ästen blieb deshalb wichtig, dass die Strömung ihre empfindlichen Polypen noch erreichte. Die nächste Verwandte war ein buntes Patchwork. Rosa, Rot, Grün und Gelb trafen an ihren Astgabeln zusammen. An einer Seite lief ein kleiner Wasserstrom entlang, der lose Teilchen forttrug. Ein Polyp verschwand kurz hinter dem blauen Schleier und kam wieder zum Vorschein. Die Familie brauchte keine einheitliche Farbe, solange zwischen ihren vielen Ästen genug Wasser und Futter ankamen.

Wo Menschen Bodennetze fernhielten, konnten die grünen Äste stehen bleiben. Messgeräte verfolgten außerdem Nahrung und Wasserbedingungen. Zwischen den tiefen Felsen sollte ein Lebensplatz erhalten bleiben, an dem Nachkommen noch lange wachsen konnten. Eine türkisgrüne Verwandte trug blaue Polypen bis an ihre äußeren Zweige. Als das Wasser stärker zog, gelangte Nahrung zuerst an die freien Spitzen. Weiter innen mussten die kleinen Tiere warten. Dann drehte sich die Bewegung. Nun wurde auch hinter dem Stamm etwas gefangen. Die festgewachsene Koralle nutzte den Platz, an dem sie gewachsen war.

Oberhalb des Riffs hatten schwere Fanggeräte Sand aufgewirbelt. Die Wolke kam erst später in der Tiefe an. Zwischen zwei solchen Schüben strömte wieder freieres Wasser mit kleinen Beutetieren durch die Äste. Weiter draußen wuchs eine kräftig blaue Koralle. Ihre bunten Polypen ragten nach allen Seiten. Ein Wirbel trug Sand vorbei und ließ die kleinen Tiere ihre Tentakel einziehen. Als er sich gelegt hatte, streckten sie sie wieder aus. Kurz darauf kam Nahrung. Die Familie lebte mit dem Wechsel zwischen Warten und Zugreifen.

Menschen verlegten kleine Leitungen und Wasserbeweger an einzelne tiefe Riffplätze. Die Anlagen konnten nur örtlich helfen. Während sie liefen, kamen weiter Stoffe aus dem bewohnten Meer an; die Helfer mussten prüfen, ob die Strömung die Polypen tatsächlich erreichte. Um eine blassgrüne Verwandte floss ein dünner Wasserstrom. Ein kleines Gerät oben half, ihn in Bewegung zu halten. Die rosa Kronen standen dahinter geschützt, ohne ganz vom Meer getrennt zu sein. Ein Helfer prüfte die Leitung und schob ein hängengebliebenes Teilchen fort. Dann erreichte das Wasser wieder den ganzen Rand, bis auch die Polypen unten ihre Tentakel öffneten.

Menschen hatten das Klima verändert, und das Wasser verteilte Wärme und Nahrung nicht mehr genau wie früher. Messgeräte standen nun zwischen den tiefen Felsen. Forscher auf einem Schiff beobachteten die Veränderungen über viele Jahre. Auch violette und blaue Verwandte gehörten zur Familie. Eine Kolonie trug besonders kräftige Farben oben und unten. Als sich die Strömung drehte, kam Nahrung von der anderen Seite. Nun erreichten die kleinen Tiere zuerst andere Polypen. Der Stamm blieb fest am Boden. Nur das Wasser hatte seinen Weg durch die Äste geändert.

Auf dem Meeresboden kamen neue Störungen hinzu. Wo Menschen Material abbauten oder schwere Geräte über den Grund zogen, stiegen Wolken aus Schlamm auf. Die Familie musste ihre empfindlichen Polypen schützen und zugleich Nahrung erreichen. Über ihren Ästen schien keine Sonne. Ihre ungewöhnlichen Dächer und Hüllen waren Ideen für ein Leben im dunklen Wasser. Ein weicher Schleier bewegte sich neben einer hellen Verwandten. Seine feinen Fäden hielten etwas von den aufgewirbelten Teilchen zurück. Menschen hatten den Schutz am tiefen Felsen befestigt und sahen regelmäßig danach. Zwischen Schleier und Ästen suchte ein kleiner Fisch Deckung. Die Polypen warteten, bis wieder Futter durch den gebremsten Wasserstrom kam. War das Geflecht voll, musste es geleert werden.

Eine Leine hatte sich am dunklen Fuß der Koralle verfangen. Menschen mussten sie vorsichtig mit einem Greifarm lösen. Durch bloßes Ziehen hätten sie den Stamm abbrechen können, obwohl sie eigentlich helfen wollten. Eine Verwandte hatte einen dunklen Fuß und eine dunkle Astspitze. Der übrige Körper war hell. An ihren Polypen zogen kleine Nahrungstiere vorbei. Unten schob die Strömung Sand über den Boden. Ein Körnchen blieb kurz am Stamm liegen, dann wurde es weitergetragen. Die Koralle hielt sich fest und wartete auf die nächste Mahlzeit.

Schlamm aus menschlichen Bodenarbeiten zog als Wolke weiter. Ein feines grünes Geflecht sollte einzelne Kolonien davor schützen. In der Dunkelheit war es ein erdachter Filter, keine Seegraspflanze; gesammelte Teilchen mussten aus dem Schutzraum wieder fort. Ein grüner Fächerschleier stand um eine helle Verwandte. Feine Fäden bogen sich mit dem Wasser und richteten sich wieder auf. Manche Teilchen blieben daran hängen. Kleine Helfer mussten sie forttragen, damit der Schleier nicht zu schwer wurde. Dahinter erreichte die Strömung die Polypen in kleineren Stößen. Die Familie wartete geduldig zwischen jedem Schwung und dem nächsten.

Bei Arbeiten am Meeresboden hatten Menschen Schmutz aufgewirbelt. Die sinkenden Teilchen bedrohten die offenen Polypen. Nun versuchten Helfer, etwas davon abzufangen, ohne zugleich die Strömung mit der Nahrung zu versperren. Ein Tauchroboter spannte ein großes Laken über einer hellen Verwandten. Es sollte sinkenden Schmutz auffangen. Die Menschen hatten sogar an Sonnenschutz gedacht, obwohl kein Sonnenstrahl bis hierher kam. Eine besondere Schicht lag auf dem Körper, lange Haftfortsätze hielten unten fest. Der Roboter ließ die Seiten offen. Zwischen den Ästen musste weiterhin Wasser mit Nahrung vorbeiziehen können.

Arbeiten am Meeresboden hatten lockere Teilchen hinterlassen, die mit dem Wasser weiterzogen. Der grüne Fächer bot einen erdachten Schutz vor solchen Wolken. Er war kein lichtbedürftiges Seegras, das im dunklen Zuhause der Familie wachsen musste. Rechts von einer bunten Verwandten stand ein großer grüner Fächer aus feinen Strängen. Wenn das Wasser kräftiger kam, bog er sich und richtete sich langsam wieder auf. Ein kleiner Fisch hielt sich dahinter verborgen. Zwischen Fächer und Ästen war die Bewegung ruhiger. Die Polypen fingen dort Nahrung, während draußen Teilchen vorbeischossen und die Stränge sich erneut zur Seite neigten.

Kunststoffseile und andere menschliche Abfälle verloren feine Fasern ins Wasser. Manche blieben am Riff hängen. Das erdachte Schutzgeflecht musste deshalb gepflegt werden; ein voller Filter konnte der Familie den Zugang zur Nahrung ebenso erschweren wie der Müll selbst. Blaue und grüne Fäden lagen um eine Verwandte mit violetten Kronen. An ihnen blieb vieles hängen, das sonst zwischen die Äste geraten wäre. Doch das Netz musste sauber bleiben. Kleine Helfer zogen Teilchen heraus und trugen sie fort. Erst dann konnte wieder genug Wasser hindurch. Die Familie wartete hinter den Fäden und öffnete langsam ihre Polypen.

Bei der Fischerei war erneut Schlamm vom Grund aufgestiegen. Die Menschen ließen deshalb mehr Abstand zwischen ihren Fangwegen und dem tiefen Riff. Dunkle Streifen an den Ästen waren kein sicherer Schutz vor schweren Geräten. Dunkle Streifen lagen um einige Äste einer hellen Verwandten. Ein kleiner Fisch hielt davor an und schwamm dann oben um sie herum. Die Polypen streckten sich weiter ins Wasser. Unten landete eine Larve auf einem Stein. Sie blieb dort sitzen. Während der Fisch weiterzog, begann neben den dunklen Streifen ein neues Stück Familiengeschichte.

Feine Kunststofffasern aus Seilen und Abfällen trieben weit unter den Schiffen weiter. Menschen bauten und erfanden Filter für gefährdete Kolonien. Die wollten gepflegt werden; sammelten sich zu viele Teilchen, wurde aus dem Schutz selbst ein Hindernis für Nahrung. Ein lockeres Geflecht aus blauen und grünen Fäden umgab eine helle Verwandte. Es bewegte sich mit dem Wasser und fing lose Teilchen auf. Kleine Helfer machten Lücken wieder frei. Dahinter blieb Platz für die Polypen, die nach ihrer Mahlzeit griffen. Die Strömung nahm einen Umweg durch das Geflecht, doch sie durfte nicht ganz ausbleiben, wenn die Familie hier weiterleben sollte.

Ein neues Kabel sollte über den Grund gelegt werden. Menschen schickten zuerst einen Tauchroboter und entdeckten die Koralle mit dem dunklen Band. Der Kabelweg musste Abstand halten, damit ihr fester Lebensplatz nicht beschädigt wurde. Eine dunkle Zone lag quer um den unteren Stamm einer hellen Verwandten. Darunter war der Fuß rosa, darüber saßen helle Polypen. Ein kleiner Fisch schwamm vorbei und verschwand hinter einem Stein. Die Koralle blieb zurück. Mit dem nächsten Wasserzug öffneten sich ihre Fangarme weiter. Auch hier kam das tägliche Futter aus der Strömung.

Schiffe und Abwasser hatten kleine Kunststoffteilchen bis ins tiefe Wasser verteilt. Menschen suchten nach Filtern und neuen Schutzideen. Manche sahen aus wie Sonnenschutz, obwohl die Korallen unten vor Schmutz geschützt werden mussten und im Dunkeln lebten. Tief unten stand eine gelbe Verwandte auf festem grauem Grund. Kleine Helfer sammelten Teilchen von ihrer Oberfläche. Unter einem dünnen Schutz blieben die Polypen offen. Eine Lampe zeigte den Menschen, wo noch Müll festhing. Sie nahmen die gesammelten Stücke mit. Erst dann war wieder Platz für die nächste Fracht, die die Strömung ungebeten bis an die Äste brachte.

Über lange Zeit war Kunststoff im Meer zerbrochen und immer kleiner geworden. Menschen konnten große Stücke einsammeln, die winzigen waren schwieriger zu finden. Strömungen trugen sie bis an die hungrigen Polypen im dunklen Riff. Zwischen den Ästen trieben winzige Kunststoffteilchen. An manchen Stellen der Kolonie saßen kleine Kapseln, die in dieser Zukunftsgeschichte den Müll zerlegen konnten. Die Polypen mussten trotzdem fressen; ihre Helfer arbeiteten nicht umsonst. Wo zu viele Teilchen ankamen, schlossen sich die Tentakel. Dann wartete die Familie auf eine klarere Strömung, bevor sie ihren schwierigen Alltag fortsetzen konnte.

Menschen hatten dem Wasser über ihre Abgase immer mehr Kohlendioxid zugeführt. Für Kalkskelette wurde das problematisch. In der Zukunftsgeschichte suchten Helfer nach schützenden Schichten; ein bunter Schein allein konnte die veränderte Wasserchemie nicht wieder zurückdrehen. Ein schillernder Schleier umgab eine helle Verwandte. Die Familie nannte sie Corallus colorius, weil ihre bunten Kronen im Schein kaum stillzustehen schienen. Auf dem Stamm lag dicker Glibber, der empfindliche Stellen schützte. Trotzdem musste gutes Wasser nachkommen. Als die Strömung ankam, glitt sie wie ein kühles Band durch den Schleier, und die Polypen griffen nach ihrer Fracht.

Auch an diesem Hang hatten Fanggeräte Spuren hinterlassen. Die Menschen wollten den Korallen helfen, doch eine gute Idee für das Land half nicht unbedingt in der Tiefe. Oben an Bord wurde lange überlegt und ausprobiert. Die Menschen schickten sogar einen gestreiften Sonnenschirm in die Tiefe. Sonnenstrahlen gab es hier unten nicht. Sie hatten alles mitgebracht, was ihnen als Schutz eingefallen war. Ein Roboter stellte den Stiel neben der Koralle auf. Unter dem seltsamen Dach blieb Wasser zwischen den Ästen frei. Ein Fisch schwamm hindurch, während die Menschen oben noch über bessere Hilfen nachdachten.

Aus den Städten und Schiffen der Menschen gelangten viele unterschiedliche Stoffe ins Meer. Einige lösten sich, andere trieben als Teilchen weiter. Eine zusätzliche Hülle sollte die Kolonie schützen und musste dennoch Wasser und Nahrung zu ihren Polypen lassen. Eine grüne Membran lag um eine helle Verwandte. Manche Teilchen blieben außen hängen, andere glitten mit dem Wasser hinein. Die Polypen streckten ihre Tentakel nach ihnen aus. Der Schutz durfte nicht zu dicht werden. Wenn am Rand zu viel Schmutz saß, musste ein Helfer ihn entfernen, damit die Familie weiter mit dem Meer verbunden blieb.

Menschen sahen die dunklen Polypen nur im Licht ihres Roboters. Sonnenstrahlen erreichten den Lebensplatz nicht. Gefahr kam hier etwa von schweren Fischereigeräten und verändertem Wasser, nicht von einer heißen Sonne über den Ästen. In der orangefarbenen Mitte einer hellen Verwandten saßen einige sehr dunkle Polypen. Daneben waren ein gelber und ein rosa-gelber zu sehen. Ein kleiner Fisch schwamm so langsam vorbei, dass er jeden Ast zu prüfen schien. Dann zog er weiter. Hinter ihm fing ein dunkler Polyp Nahrung, während die anderen noch im Wasser warteten.

Schmutz aus menschlichen Abwässern und feine Bodenwolken wechselten sich am Riff ab. Helfer suchten nach zusätzlichen Hüllen für die empfindlichen Tiere. Der rote Mantel gehörte zu diesen Zukunftsideen; Nahrung und frisches Wasser mussten weiterhin hindurchkommen. Eine grüne Verwandte trug einen roten Mantel. Er folgte jeder Astgabel, ließ aber die bunten Kronen frei. Darunter lag die Familie wie unter einer zweiten Haut. Ein kleines Tier tastete am Rand entlang und verschwand wieder im Wasser. Der Mantel machte aus der Kolonie keinen anderen Bewohner. Auch sie brauchte die Strömung und griff ihr jeden Tag mit offenen Tentakeln entgegen.

In der dunklen Tiefe sammelte sich, was Menschen von oben verloren oder fortwarfen. Helfer stellten der Familie sogar einen großen Schirm hin. Ein solcher Einfall konnte sinkende Stücke ablenken, aber Erwärmung und gelöste Stoffe nicht aussperren. Ein großer blauer Schirm stand über einer Verwandten tief am Meeresboden. Menschen hatten seinen Stiel fest verankert. Wenn lose Teilchen von oben kamen, glitten manche am Dach vorbei. Gegen die Wärme des ganzen Wassers half der Schirm nicht. Die Kolonie kannte weder Sonne noch Regen. Trotzdem nannten ihre Helfer das Dach so, als stünde es an einem Strand.

Die Menschen hatten die Welt über lange Zeit erwärmt. Auch tief unten kamen wärmere Strömungen an. Nun suchten Helfer nach Rettung und brachten selbst Schirme herab, obwohl hier unten keine Sonne schien. Tief unten hatte die Familie ein seltsames Dach bekommen. Kleine Schirme standen über den Ästen, obwohl es hier keine Sonne gab. Darunter drehten sich Wasserbeweger. Helfer putzten die Hülle, und am Fuß lag Futter bereit. „Langsam, einer nach dem anderen“, murmelte die Kolonie, als ihre Polypen sich öffneten. Auch unter diesem sonderbaren Dach musste jeder etwas zu essen bekommen.

Ein Schiff hatte bei Arbeiten viel Schlamm vom Boden gelöst. Er trieb bis zu den Korallen. Die Menschen träumten nun von kleinen Schutzdächern, obwohl hier unten keine Sonne schien und die Polypen freies Wasser brauchten. Über manchen Verwandten standen inzwischen kleine Schirme. Bei einer hellen Kolonie waren es so viele, dass kaum ein Ast ohne Dach blieb. Ein Fisch schwamm zwischen den Stielen hindurch. Die gelblichen Polypen streckten sich ins Wasser unter den Schirmen. Ihre Familie hatte sich neue Schutzplätze geschaffen, doch Nahrung musste weiterhin von draußen ankommen.

Menschen suchten nach Hilfe gegen warm gewordenes Tiefenwasser und dachten dabei an heiße Tage an Land. So gelangten Schirm, Brille und Creme in die Rettungsfantasie. Unten brauchte die Familie jedoch kühleres Wasser statt Schutz vor Sonnenbrand. Tief im dunklen Wasser bekam eine Verwandte eine ganze Strandausrüstung. Ein Schirm, eine Brille und eine Tube Creme lagen bereit; daneben drehte sich ein Wasserbeweger. Die Menschen hatten ihre vertrauten Dinge mitgebracht. Die Familie brauchte vor allem kühleres, bewegtes Wasser. In einer kleinen Höhle blieben einige Polypen offen, während draußen die Helfer ihre sonderbaren Geräte richteten.

Menschen brachten ihre Bilder vom Leben an Land mit in die Tiefe. Hut und Sonnenbrille wirkten dort seltsam, denn Sonnenlicht kam nicht an. Das erwärmte Wasser blieb trotzdem eine Gefahr, gegen die gepflegte Kühlhilfen örtlich etwas ausrichten konnten. Eine Verwandte bekam einen Hut. Dazu kamen eine dunkle Brille, ein Handventilator, eine Tube und eine Flasche. Menschen richteten die Dinge um ihre Kolonie her, obwohl dort unten keine Sonne schien. Die Familie hatte auch keine Nase für die Brille. Aber das kleine Gerät bewegte Wasser, und die Polypen griffen nach Futter, das zwischen den seltsamen Gegenständen vorbeikam.

Abfall aus Städten und von Schiffen gelangte bis zum dunklen Riff. Menschen versuchten, ihn vor den empfindlichen Polypen abzufangen. Ein Tauchroboter brachte Material hinab und nahm die vollen Müllfänger später wieder mit. Menschen ließen oben an Bord lange Algenbänder im Tageslicht wachsen. Ein Tauchroboter brachte sie später als Müllfänger an den Rand des tiefen Riffs. Hier unten konnten sie nicht weiterwachsen. Wenn sich Abfall zwischen ihnen sammelte, holte ein Greifarm die Bänder wieder ab. Dahinter fing die rosa Koralle weiter Nahrung. Der Schutz musste gepflegt und ersetzt werden.

Die Menschen entwarfen sogar einen spiegelnden Schleier für Korallen weit unter dem Sonnenlicht. In der tiefen Dunkelheit war er eine ungewöhnliche Rettungsfantasie. Nahrung und Sauerstoff mussten weiterhin mit Wasser ankommen; silberner Schimmer konnte beides nicht herstellen. Über einer Verwandten schwebten winzige silbrige Partner. Als eine Lampe vorbeizog, schimmerten sie wie ein beweglicher Schleier. Die Kolonie gab einen Teil ihrer Nahrung an die kleinen Nachbarn ab. Kam die Strömung stärker, verteilten sie sich und fanden langsam wieder zusammen. Dann erlosch das fremde Licht. Die Familie blieb im Dunkeln und wartete auf ihre nächste Mahlzeit.

Menschen suchten Schutzfilme für Korallen, die von feinen Teilchen erreicht wurden. In der Zukunftsgeschichte konnte ein großer Polyp selbst einen Schleier spinnen. Unten schützte er vor Wasserinhalt, nicht vor Sonne; die Tiefsee blieb dunkel. Eine bunte Verwandte spann einen feinen Schleier. Ein großer Polyp verteilte ihn über die Äste, bis auch die hintere Gabel bedeckt war. Lose Teilchen blieben daran hängen und wurden wieder abgestreift. Die anderen Kronen blieben frei und fingen Nahrung. Wenn die Strömung den Film anhob, legte der spinnende Polyp geduldig eine neue Bahn über das geschützte Gewebe.

Menschen hatten Kunststoff auf vielen Wegen ins Meer gelangen lassen. Ein Teil zerbrach, anderes blieb als Flasche oder Folie erhalten. Der grüne Filterkamm sammelte solche Stücke; erst wenn sie fortgebracht wurden, war der Platz der Familie wieder freier. An einer dunklen Verwandten stand ein grüner Filterkamm. Er fing treibende Flaschen und kleine Teile auf, bevor sie zwischen die Äste kamen. Bald wurde der Kamm schwer. Helfer lösten den gesammelten Müll und trugen ihn fort. Die violetten Polypen warteten dahinter auf die nächste Mahlzeit. Ein Filter half der Familie nur, solange sein voller Inhalt auch wieder aus dem Wasser verschwand.

Menschen fanden große Abfallstücke auch dort, wo sie selbst kaum hinkamen. Die Saugtrichter waren ihr fantastischer Sammelversuch für die Tiefe. Flaschen und Dosen sollten herausgeholt werden, nicht als Ersatz für die natürliche Nahrung der Familie dienen. Die nächste Verwandte sammelte Müll mit Trichtern. Eine Flasche drehte sich im Wasser, wurde angesaugt und blieb in einem Behälter hängen. Danach kam ein kleiner Rest, den ein Fisch fast erwischt hätte. Die rosa Polypen mussten sich um diese großen Dinge nicht kümmern. Sie fingen ihr eigenes winziges Futter, während Helfer die vollen Sammelbehälter aus dem Meer holten.

Menschen warfen weiter Kunststoff fort, obwohl anderswo Müll eingesammelt wurde. Die erdachten Sammelmäuler erreichten manches Stück, bevor es sich in Ästen verfing. Die Familie fraß deswegen keine Flaschen; Helfer mussten den Abfall aus dem Wasser entfernen. Lange Tentakel mit runden Mäulern suchten neben einer pastellfarbenen Verwandten nach Müll. Ein Maul schnappte ein großes Stück, während gestreifte Filter kleinere Teile festhielten. Danach sammelten Helfer alles ein. Die Polypen an den Ästen fingen inzwischen ihre winzige Beute. So arbeitete die Familie an zwei Aufgaben zugleich: Sie hielt ihren Platz frei und sorgte dafür, dass niemand hungrig blieb.

Menschen hatten Wasser verändert, in dem Kalkskelette nun schwerer bestehen konnten. Die Diamanthaut gehörte zur Rettungsfantasie dieser Tiefseefamilie. Dort gab es keine Sonne für Sauerstoffpartner; frisches Wasser musste die Tiere weiterhin erreichen und ihre Atmung ermöglichen. Eine rosa Verwandte trug eine Haut, die hart wie Diamant sein sollte. Kleine Lichter schickten Signale zu ihren Nachbarn, und feine Duftspuren begleiteten die Kronen. Zwischen den Ästen blieb Platz für Wasser. Daraus nahmen die Polypen Sauerstoff auf; ihre Nahrung fingen sie mit den Tentakeln. Auch der sonderbar harte Schutz konnte der Familie diese beiden Arbeiten nicht abnehmen.

Die beschädigten Riffhänge boten weniger Verstecke. An den verbliebenen Felsen trafen Fische, Krebstiere und Korallen enger aufeinander. Manche Menschen hielten diese Orte frei von Fanggeräten. Die vielen Schutzideen halfen einzelnen Kolonien. Ein ganzes Riff brauchte außerdem seine Nachbarn. In dieser Kolonie konnten die kleinen Tiere Verschiedenes besonders gut. Einer fing auch im unruhigen Wasser Nahrung. Ein anderer hielt länger durch, wenn wenig kam. Sie waren an denselben Körper angeschlossen. Was einem half, konnte deshalb auch den Nachbarn helfen. So wuchs im Riff eine Familie heran, deren Mitglieder nicht alle gleich waren.

Fanggeräte hatten in der Umgebung Verstecke zerstört. Fische sammelten sich dort, wo noch verzweigte Kolonien standen. Das Wasser war dunkel wie zuvor, doch zwischen den erhaltenen Ästen wurde der Platz für die vielen Nachbarn knapp. Vier Fische kamen durch das grüne Wasser. Einer hielt vor der Kolonie an, die anderen drehten um und folgten ihm zwischen die Äste. Dort blieb Platz zum Durchschwimmen und Verstecken. Die Koralle zählte sie nicht. Sie spürte nur, wie ihre Bewegungen das Wasser kräuselten. Nach langer Stille war wieder etwas los im Familienriff.

Beim Fangen von Fischen waren manche Netze am Grund verloren gegangen. Menschen suchten sie mit Tauchrobotern, damit sich keine weiteren Tiere darin verfingen. Die hellen Korallen darunter mussten bei jeder Bergung vorsichtig behandelt werden. Ein kleiner Fisch blieb vor einer hellen Koralle stehen. Ihre Polypen erinnerten von weitem an kleine Blumen. Doch sobald Beute vorbeikam, griffen die Fangarme danach. Der Fisch zuckte zurück und schwamm weiter. An diesem Ort wuchsen keine Blumen auf einem Beet. Hier lebten viele kleine Tiere zusammen auf den Ästen einer Koralle.

Die Menschen hatten gelernt, beim Schutz des Meeresbodens auch die Räume zwischen den Kolonien mitzudenken. Dort zogen Fische von einem Versteck zum nächsten. Schwere Fanggeräte konnten diese Wege und ihre Ruheplätze zugleich beschädigen. Zwei gestreifte Fische näherten sich einer hellen Kolonie. Einer schwamm links, der andere rechts um den Stamm. Hinter den Ästen trafen sie wieder zusammen. Dort standen beide kurz im ruhigeren Wasser. Dann zog der größere weiter. Der kleinere blieb noch etwas, bevor auch er sein Versteck verließ und zwischen den Steinen verschwand.

Menschen hatten die Fischbestände in der Umgebung stark befischt. Deshalb fiel es auf, wenn wieder Tiere am Riff blieben. Drei Fische bedeuteten noch keine gerettete Welt; ihre Verstecke und ihr Futter mussten weiter geschützt werden. Drei blaue Fische schwammen rechts an einer hellen Verwandten vorbei. Der erste bog um, der zweite folgte, und der dritte musste sich beeilen. Sie verschwanden hinter den Ästen und kamen auf der anderen Seite wieder hervor. Die Polypen wogten in ihrem kleinen Wirbel. Lange war an diesem Platz wenig geschehen. Nun hatte die Strömung wieder Gesellschaft bekommen.

Viele Fischverstecke waren mit den beschädigten Korallen verschwunden. Menschen schützten deshalb nicht nur einzelne Tiere, sondern ganze Riffstücke. Zwischen ihren erhaltenen Gabeln konnten größere und kleinere Besucher verschiedene Plätze im selben Wasser finden. Vor einer hellen Koralle mit einem blauen Polypen standen mehrere Fische im Wasser. Einer drängte zwischen die Äste, ein anderer blieb davor. Ein kleinerer schlüpfte tief in die Gabel. Für ihn war noch Platz. Als die Strömung stärker wurde, drehten sie sich gemeinsam dagegen. Die Koralle gab jedem einen anderen ruhigen Winkel.

Viele große Fische waren früher in Netzen verschwunden. Menschen begrenzten später den Fang und ließen Teile des tiefen Riffs unberührt. Dort blieben Korallenäste und die Plätze erhalten, an denen Fische vorbeiziehen konnten. Zwei große Fische tauchten neben einer hellen Verwandten auf. Für die Lücken zwischen ihren Ästen waren sie viel zu breit. Sie schwammen außen herum und suchten weiter am Boden. Die Koralle blieb an ihrem Platz. Als die Besucher verschwunden waren, kam mit dem Wasser wieder kleine Nahrung, gerade richtig für ihre Polypen.

Die Tiefe war für Menschen kein Ort zum freien Schwimmen. Sie untersuchten das Riff aus Tauchbooten und mit Robotern. Dort sahen sie Fische, Korallen und die Spuren ihrer schweren Netze auf dem Boden. Ein Tauchroboter hielt vor dem Familienriff an. Neben seinem Kamerakopf schwamm ein großer Fisch, weiter unten zog ein Hai vorbei. Die helle Koralle stand zwischen all diesen Besuchern. Oben auf dem Schiff sahen Menschen ihre Bilder. Sie hielten die Greifarme auf Abstand. Erst als der Roboter langsam weiterfuhr, kamen kleinere Tiere wieder näher an die Äste heran.

Über dem Riff arbeiteten Schiffe, doch zwischen diesen Felsen war der Boden erhalten geblieben. Die Menschen konnten in ihren Aufnahmen verschiedene Nachbarn entdecken. Für alle blieb wichtig, dass die Strömung genug Nahrung in den dunklen Lebensraum trug. Links schwebte ein Kalmar, rechts schwamm ein Fisch. Unter ihnen zog eine kleine Qualle vorbei, und am Boden öffnete eine Muschel ihre Schale. Mitten zwischen ihnen stand die helle Verwandte. Niemand musste dieselbe Mahlzeit fressen oder denselben Weg nehmen. Die Strömung brachte sie für einen Augenblick zusammen und trug dann die kleinen Beutetiere zwischen die offenen Polypen.

Weit über dem Riff wurden weiterhin Fische gefangen. Unten waren manche Verstecke schon durch frühere Netze verloren gegangen. In den geschützten Resten trafen kleine und große Besucher auf wenige erhaltene Äste. Vor einer hellen Koralle trafen sich mehrere Fische. Ein kleiner versuchte, in dieselbe Gabel zu schlüpfen wie ein größerer. Es wurde zu eng. Er wich zurück und schwamm auf die andere Seite. Dort fand er seinen eigenen Platz. Über ihm ragten ein bunter und ein dunkler Polyp ins Wasser und fingen winzige Nahrungstiere.

Menschen schützten inzwischen auch freie Steine neben den alten Kolonien. Sie wollten dem Nachwuchs Raum lassen. Die Strömung trug Larven trotzdem über die Grenzen hinweg; nicht jeder kleine Anfang landete an einem geeigneten Ort. Am blauen Fuß einer Koralle begann ein schmaler rosa Abschnitt. Darüber waren die Äste hellgrün. Eine Larve wurde dicht daran vorbeigetragen und landete auf einem freien Stein. Dort blieb sie. Zwischen den großen Ästen hatte ein neuer Polyp angefangen. Bis er selbst einmal Schutz bieten konnte, würden noch viele Strömungen über ihn hinwegziehen.

Weit oben fingen Menschen immer mehr Fische und veränderten ganze Lebensräume. Unten blieben nur manche Riffstellen unbeschädigt. Dort trafen Garnelen, Muscheln und Fische dicht aufeinander; für alle musste genug Nahrung durch die dunklen Äste gelangen. Zwischen den dunklen Felsen wurde die Nachbarschaft größer, ohne dass ein Ast dazukam. Garnelen huschten vorbei, Muscheln öffneten ihre Schalen, und kleine Fische verschwanden zwischen grünen Fäden. Jede Art brauchte etwas anderes. Manchmal halfen sie einander, manchmal standen sie sich im Weg. Die Strömung trug Futter heran. Wenn genug davon ankam, konnten alle eine Mahlzeit finden.

Forschungsbilder hatten gezeigt, dass kleine Fische auch unauffällige Riffreste nutzten. Menschen nahmen diese Orte in ihre Schutzkarten auf. Für einen Fisch brauchte ein Versteck nicht groß zu sein, nur passend zwischen den Ästen. Zwischen den Steinen stand eine gelbe Koralle. Ein winziger Fisch schob sich unter ihren untersten Ast. Er passte genau hinein. Über ihm zogen sich die feinen Tentakel zurück, als seine Flosse sie streifte. Dann wurde alles wieder ruhig. Der Fisch blieb noch eine Weile, während die kleinen Tiere über ihm weiter Nahrung fingen.

Fanggeräte hatten manche Riffstellen flach und leer zurückgelassen. An den übrigen Ästen fanden viele Tiere Deckung. Die Menschen sahen volle Bilder auf ihren Kameras, mussten aber auch beachten, wie viel Lebensraum außerhalb dieser Bilder fehlte. Die grüne Kolonie hatte viele Besucher. Ein großer Fisch schob sein Gesicht zwischen zwei Äste, ein kleiner folgte ihm, und darunter lag ein Seestern. Für einen Augenblick sah es aus wie ein neugieriges Publikum. Dann drehte der große Fisch ab, der kleine versteckte sich, und die Polypen fingen weiter Futter. Im Riff musste niemand warten, bis alle zusahen.

Eine Kamera leuchtete zwischen die dunklen Felsen. Im Lampenkreis konnte ein kleiner Fisch den größeren Besucher über sich erkennen. Dann zog dessen Schatten weiter; später erlosch auch das fremde Licht über den Ästen. Im Lampenkreis eines Forschungsgeräts schwamm ein dunkler Fisch an einer weißen Koralle mit rosa Polypen vorbei. Hinter dem Stamm hielt er an. Ein größerer Fisch zog darüber hinweg. Der kleine wartete, bis dessen Schatten fort war. Dann kam er hervor und suchte am Boden weiter nach Nahrung. Als das Gerät weiterfuhr, lag das Riff wieder im Dunkeln.

Die Menschen hielten schwere Netze von einem erhaltenen Riffstück fern. Fischschwärme konnten weiter zwischen seinen Felsen vorbeiziehen. Wenn Forschungsgeräte zurückkehrten, zeigten ihre Lampen für kurze Zeit das Gedränge im sonst dunklen Wasser. Zwischen Fischen und blauen Wasserbahnen stand eine helle Koralle. Am unteren Ast saß ein blauer Polyp. Ein Schwarm zog vorbei, und für einen Moment wurde es unruhig. Dann kehrte das normale Ziehen des Wassers zurück. Hinter dem Stamm blieb ein kleiner Fisch zurück. Er hatte einen ruhigen Platz gefunden, während die anderen weiterzogen.

Unter Wasser verlief ein Kabel an einem felsigen Hang. Menschen prüften seinen Verlauf mit einem Tauchroboter. Er durfte die rosa Äste nicht berühren, denn ein abgebrochener Zweig war viel schneller zerstört, als eine Kolonie nachwachsen konnte. Auf felsigem Boden stand eine rosa Verwandte. Ein gelbgrauer Fisch schob sich dicht an ihr vorbei, kleinere Fische hielten mehr Abstand. Hinter einem Stein lag eine freie Stelle. Dorthin trug das Wasser eine Korallenlarve. Sie blieb hängen. Zwischen den großen Besuchern und der alten Kolonie hatte ein neuer Anfang Platz gefunden.

Die Menschen hatten manche Fischbestände stark verkleinert und andere Riffplätze beschädigt. Übrig gebliebene Schwärme suchten weiter Verstecke. Wo noch Äste standen, trafen Fische und Kolonien enger aufeinander; die Strömung musste zwischen beiden hindurchgelangen. Vor einer Verwandten zog ein Schwarm auf. Die Fische schwammen dicht nebeneinander, drehten gemeinsam und bildeten für einen Augenblick eine Mauer. Dahinter standen violette Kronen offen. Ein neugieriger Besucher wartete, bis eine Lücke entstand. Dann waren die Fische weitergezogen. Die Kolonie blieb zurück und wartete mit ihren Polypen auf die nächste kleine Mahlzeit aus dem offenen Wasser.

Ein Forschungsschiff hatte Fangspuren am Rand des Riffs gefunden. Menschen legten die nächste geschützte Fläche um die erhaltenen Felsen. Dort blieben enge Räume zwischen den Ästen, in denen kleine Tiere der stärkeren Strömung ausweichen konnten. Im ruhigen Wasser stand eine hellgrüne Koralle mit blauen Polypen. Ein winziger Fisch hielt davor an. Er war klein genug, um zwischen die Äste zu passen, und suchte einen Platz für die Nacht. Hinter der breiten Gabel fand er ihn. Während er dort ruhte, bewegten sich außen die feinen Tentakel weiter.

Menschen kartierten die Verwandte mit dem grünen Fuß, bevor ein Kabel verlegt wurde. Der geplante Weg führte dicht am Riff vorbei. Mit einer anderen Strecke konnten sie den festen Lebensplatz der Familie erhalten. Am Fuß einer Verwandten lag zartes Grün. Weiter oben waren die Äste hellgelb und rosa. Ein kleiner Bewohner kroch hinter dem Stamm entlang. Ein Fisch kam von oben, wendete und schwamm weiter. Zwischen beiden Wegen saßen die Polypen an ihren Plätzen. Die Familie teilte das Riff mit vielen Nachbarn, doch jede Koralle blieb fest an ihrem eigenen Ort.

An vielen Orten hatten Menschen zu viele Fische gefangen und ihre Lebensräume beschädigt. Hier ließen sie einen Riffabschnitt in Ruhe. Kleine Fische konnten zwischen den gelben Ästen bleiben, während die Korallen weiter Nahrung fingen. Drei Fische kamen an einer gelben Verwandten vorbei. Einer war so klein, dass er mühelos durch die Äste passte. Die blauen Polypen störten sich nicht an seinem Besuch. Als er wieder hervorkam, hatte der größte Fisch längst gewendet. Der Kleine folgte ihm. Hinter ihnen blieb die Koralle an ihrem Platz und fing weiter Nahrung.

Fischerei und verletzte Riffstellen hatten die Nachbarschaft verändert. An manchen erhaltenen Kolonien drängten sich Tiere dicht zusammen. Die Kugelfischmauer gehörte zu dieser erfundenen Gemeinschaft; sie ersetzte weder Nahrung noch die Rettung weiterer Lebensräume durch die Menschen. Rund um eine bunte Verwandte machten sich Kugelfische groß. Ihre stacheligen Körper bildeten eine sonderbare Mauer. Ein Besucher bremste und drehte um. Innen schaukelten die Polypen in einer schmalen Wasserbewegung. Nach einer Weile machten die Wächter sich wieder schmaler und schwammen auseinander. Auch Beschützer mussten Futter suchen, und die Familie brauchte offene Wege zur Strömung.

Die Menschen hatten einen erhaltenen Riffabschnitt von Fanggeräten freigehalten. Doch an der Oberfläche blieb viel Verkehr. Was oben schwamm, konnte vorbeiziehen; unten hielten die festgewachsenen Kolonien zwischen ihren Ästen kleinere Räume für Gäste offen. Neben einer rosa Koralle schwamm eine Schildkröte vorbei. Ein Fisch bog rasch um den Stamm, und am Boden lag ein Seestern. Für einen Moment war es eng zwischen den Ästen. Dann zog die große Besucherin weiter. Die kleinen Tiere blieben. Jeder brauchte im Riff etwas anderes, und doch teilten sie denselben Raum.

Nach vielen Fangfahrten standen die Riffreste weit auseinander. Menschen wollten die noch vorhandenen Verstecke erhalten. Zwischen ihnen musste ein kleiner Fisch freien Boden überqueren, bevor er hinter einem Stamm wieder ruhigeres Wasser fand. Zwischen offenen Steinen stand eine Koralle mit rosa Polypen. Ein kleiner Fisch kam von draußen und blieb hinter dem Stamm stehen. Dort musste er weniger kräftig schwimmen. Später huschte er zu einem anderen Stein weiter. Für ihn war die Kolonie ein Zwischenhalt. Für ihre Polypen war sie das Zuhause, das sie selbst aufgebaut hatten.

Menschen hatten Fang und Schifffahrt ausgedehnt, doch nicht jeder tiefe Felsen war erreicht worden. Hier lebten noch große und kleine Fische um die Familie. Ihre Lämpchen gehörten zur sonderbaren Nachbarschaft; Sonnenlicht gab es an diesem Platz keines. Rings um eine bunte Verwandte schwammen große Fische. Vor ihren Gesichtern baumelten kleine Lichter, und gelbe Strahlen füllten das Wasser. Unten huschten kleinere Fische zwischen zwei eckigen Rahmen hindurch. Die Polypen blieben an ihren Ästen. Die Besucher konnten um das ganze Riff herumziehen; die Familie musste warten, bis die Strömung ihr Futter genau an diesen Platz brachte.

Bodennetze hatten anderswo sowohl Korallen als auch Fischverstecke zerstört. Menschen sperrten deshalb diesen Teil des Grundes für solche Geräte. Die dunklen, verzweigten Kolonien blieben als Lebensraum zwischen den Felsen stehen. Ein Fisch mit großem Auge schaute zwischen zwei Ästen hindurch. Eine kleinere Gestalt verschwand hinter dem orangebraunen Stamm. Hier trafen sich viele Bewohner des Meeres. Manche blieben nur kurz, andere suchten länger am Boden. Die Koralle konnte ihnen nicht folgen. Sie wartete mit ihren bunten Polypen auf das, was die Strömung vorbeitrug.

Ein Tauchroboter zeigte grüne Partien am unteren Stamm. Dahinter versteckten sich kleine Bewohner des dunklen Meeres. Menschen schützten den festen Grund vor Bodennetzen, damit Koralle und Nachbarn ihre langsam gewachsenen Plätze behielten. Am unteren Stamm einer Verwandten lag Grün, die oberen Äste waren graubraun. Dazwischen saßen bunte Polypen. Ein kleines Tier kroch hinter den Fuß und blieb dort verborgen. Weiter oben zog das Wasser ungehindert vorbei. Die Kolonie brauchte diesen freien Weg für ihre Nahrung. Unter ihr fand der kleine Besucher einen stilleren Platz.

Die Fischerei hatte viele große und kleine Tiere aus dem Meer geholt. Menschen ließen deshalb bestimmte Riffabschnitte in Ruhe. Zwischen erhaltenen Ästen konnten weiterhin kleine Fische Schutz suchen, wenn größere vorbeischwammen. Eine große dunkle Fischgestalt glitt über den Boden. Der kleine Fisch neben der grünen Koralle verschwand sofort hinter einem Ast. Er wartete. Erst als die große Gestalt weit genug entfernt war, kam er wieder hervor. Die rosa Polypen hatten unterdessen ihre eigene winzige Beute gefangen. Im Familienriff achtete jeder auf etwas anderes.

Wo Menschen Riffäste zerstört hatten, blieben weniger Verstecke für Tiere. Die Nachbarn suchten sich gemeinsam geschützte Stellen. In dieser erfundenen Tiefsee trug ein Rochen eine ganze Verwandte, während draußen weiterhin lose menschliche Abfälle vorbeitrieben. Unter der nächsten Verwandten ruhte ein schwarzer Rochen. Die Kolonie stand in dieser seltsamen Welt auf seinem breiten Rücken. Oben trug sie kleine Schirmkappen, seitlich schwamm eine Qualle vorbei. Wenn der Rochen sich bewegte, wogten die Polypen im Wasser. Gemeinsam hielten sie an einem ruhigen Platz, bis die Strömung genug Futter für beide Nachbarn herangeführt hatte.

Wenn Menschen das tiefe Riff mit schweren Netzen zerstörten, verloren auch Fische und Seesterne Lebensraum. Sie schützten deshalb ganze Bodenabschnitte. Die grüne Verwandte blieb dort Teil einer Nachbarschaft, die mehr als Korallen allein umfasste. Ein Seestern lag neben einer grünen Verwandten. Weiter oben schwammen mehrere Fische vorbei. Die Koralle trug blaue, rosa und orangefarbene Polypen. Jeder Bewohner suchte auf seine Weise nach Nahrung. Der Seestern blieb lange am Boden, die Fische zogen weiter. Die Kolonie wartete an ihrem festen Platz, bis kleine Beute mit dem Wasser kam.

Menschen hatten die beschädigten Riffreste vermessen und einen Bereich von Fanggeräten freigehalten. Zwischen den erhaltenen Ästen fanden kleine Meerestiere weiterhin Platz. Die Strömung verband ihre Verstecke mit dem übrigen dunklen Meer. Zwischen den bunten Ästen lebten viele kleine Gäste. Ein Fisch schoss an einer Seite vorbei, während ein langnasiges Tier langsam am Stamm entlangschwebte. Jeder fand einen anderen Platz. Die Koralle blieb fest am Grund. Ihre Polypen fingen Nahrung, und rings um sie wurde das Riff mit jedem neuen Bewohner ein wenig belebter.

Menschen hatten große Teile des Meeres stark befischt. Später schützten sie manche tiefen Riffe vor schweren Fanggeräten. Wo die verzweigten Korallen stehen blieben, fanden Fische weiterhin Plätze zwischen Boden und offenem Wasser. Neben einer gelben Koralle schwamm ein Fisch mit großen Augen. Er blieb vor dem unteren roten Teil kurz stehen und drehte dann um. Zwischen den Ästen war für ihn wenig Platz. Kleinere Bewohner kamen näher heran. Die Kolonie stand mitten zwischen den Besuchern und öffnete ihre bunten Polypen in das vorbeiziehende Wasser.

Menschen hatten manche Lebensräume neben dem Riff zerstört. Tiere suchten neue Verstecke zwischen den erhaltenen Ästen. Ihre Bewegungen schoben örtlich etwas Wasser an; sie ersetzten jedoch keine große Strömung, die Nahrung und frisches Wasser aus der Ferne brachte. Ein kleiner blauer Fisch zog Schleifen um eine helle Verwandte. Er schwamm zwischen den Ästen hindurch und kam auf der anderen Seite wieder heraus. Hinter ihm bewegte sich das Wasser. Einige Polypen erwischten die kleinen Teilchen, die dabei vorbeitrieben. Der Fisch suchte ein Versteck, die Koralle ihre Mahlzeit. Für diesen Augenblick passten ihre beiden Wege gut zusammen.

Menschen hatten an vielen Stellen Fische und ihre Verstecke zugleich aus dem Meer geholt. Zwischen den verbliebenen Korallen blieb deshalb wenig ruhiger Raum. Ein einzelner unbeschädigter Ast konnte einem kleinen Fisch schon Deckung geben. Ein grüner Ast war kaum breiter als der kleine Fisch. Trotzdem fand ein kleiner Fisch dahinter Schutz vor einem größeren. Er stellte sich ganz still, nur seine Flossen zitterten. Die gelben Polypen über ihm fingen Nahrung. Erst als der große Fisch weiterzog, verließ der kleine sein Versteck und schwamm zwischen die nächsten Steine.

Durch Fischfang und schwere Netze waren an anderen Stellen Bewohner und Verstecke verschwunden. Menschen änderten die erlaubten Fangwege. Die goldgelbe Kolonie blieb an ihrem Platz und konnte weiterhin von kleinen Fischen besucht werden. Bei einer goldgelben Koralle kamen mehrere kleine Fische zusammen. Einer schwamm hinauf, einer tauchte nach unten, ein dritter blieb in der Nähe des Fußes. Lange hielten sie sich dort auf. Dann zogen sie weiter. Die Strömung nahm ihren Weg zwischen den gelben Ästen hindurch und trug Nahrung zu den zurückgebliebenen Polypen.

Wo Menschen Bodennetze über Felsen gezogen hatten, fehlten später Korallenäste und Fischverstecke. Hier blieb ein Abschnitt geschützt. Zwischen der rosa Verwandten und dem festen Grund konnten sich weiterhin verschiedene Tiere aufhalten. Ein großer Fisch mit gelbem Rand schwamm dicht über dem Boden. Vor ihm stand eine rosa Kolonie. Er passte nicht zwischen ihre Äste und zog außen vorbei. Kleinere Fische folgten ihm mit etwas Abstand. Auf dem Boden blieb eine Larve an einem festen Stein hängen. Das Familienriff bekam einen neuen, winzigen Bewohner.

Menschen suchten neue Helfer gegen wärmeres Wasser und unzuverlässige Strömungen. Die blauen Wärmefresser gehörten zu diesen Zukunftserfindungen. In der Tiefe mussten auch sie Wärme abgeben können; ohne kühleren Wasserstrom durfte daraus keine kostenlose Kälte werden. An den Ästen einer hellen Verwandten saßen kleine blaue Mitbewohner. Die Familie nannte sie Wärmefresser. In ihrer sonderbaren Zukunft halfen sie, überschüssige Wärme an vorbeiziehendes kühleres Wasser abzugeben. Wenn die Strömung stillstand, mussten Helfer nachsehen. Auch diese kleinen Partner konnten die Wärme nicht einfach verschwinden lassen. Die Polypen warteten, bis wieder frisches Wasser zwischen den Ästen ankam.

Ein neues Schutzgebiet hielt Fanggeräte vom Tiefseeboden fern. Zwischen Steinen lagen abgesunkene Reste von Küstenpflanzen, aber hier unten wuchs kein Seegras. Fische und andere Tiere fanden zwischen den Korallen weiterhin kleine Verstecke. Rund um die grüne Koralle schwammen Fische zwischen Steinen und Bodenbewuchs. Ein kleiner Fisch konnte noch nicht so schnell schwimmen wie die großen. Wenn das Wasser stärker zog, stellte er sich hinter einen Ast. Dort bekam er eine Pause. Später schwamm er wieder hinaus. Das Riff bot viele solcher kleinen sicheren Plätze.

In einem geschützten Abschnitt durfte der Meeresboden nicht mehr mit schweren Fanggeräten berührt werden. Seine engen Spalten blieben erhalten. Dort fanden Kraken und kleine Fische Raum, während die Korallen an ihrem festen Platz weiter Nahrung fingen. Neben einer roten Koralle saß ein kleiner Krake. Er steckte einen Arm zwischen die Steine und tastete nach Nahrung. Ein Fisch wartete mit Abstand. Als der Krake weiterkroch, wurde der Platz hinter dem Stamm frei. Sofort schlüpfte der Fisch hinein. Die Koralle blieb an ihrem Ort, während um sie herum die Bewohner wechselten.

Menschen hatten einem Teil des tiefen Riffs Schutz vor Bodennetzen gegeben. Dort blieb die grüne Koralle stehen. Um sie musste kein Tangwald wachsen: Die Äste selbst boten kleinen Tieren Zwischenräume im dunklen Wasser. Zwischen den grünen Ästen einer Verwandten war genug Platz für kleine Besucher. Ein Fisch huschte hindurch und blieb hinter dem Stamm kurz stehen. Die rosa Polypen hatten ihre Fangarme ausgebreitet. Als Nahrung kam, packten einige zu. Der Fisch jagte weiter. Die Kolonie blieb zurück, festgewachsen an dem Ort, den ihre Larve einst gefunden hatte.

Menschen hatten manchen Boden aufgewühlt und Netze verloren. Zwischen erhaltenen Riffästen fanden Tiere trotzdem noch Unterschlupf. Eine Krabbe konnte dort als eigenes Tier leben und Fäden lösen; ihre Augen und Scheren waren keine plötzlich geerbten Korallenorgane. Unter einer hellen Verwandten lugten zwei Augen aus dem Sand. Eine Krabbe hatte sich dort versteckt. Als ein Faden an einem Ast hängen blieb, zog sie daran und zwickte ihn durch. Dann verschwand sie wieder unter der Kolonie. Mit diesem Nachbarn wurde aus einem engen Versteck ein nützlicher gemeinsamer Platz.

Oben im Meer erzeugten winzige Algen mit Sonnenlicht Nahrung. Ein Teil davon gelangte später als Futter in die Tiefe. Menschliche Abgase veränderten die Bedingungen oben, und unten wartete die grüne Koralle auf ihre Mahlzeiten. An einer hellgrünen Kolonie saßen pinke und blaue Polypen. Ein kleiner Bewohner verschwand hinter dem Stamm. Erst war nur sein Schwanz zu sehen, dann gar nichts mehr. Die Strömung zog zwischen den Ästen hindurch. Als das Tier auf der anderen Seite wieder auftauchte, öffneten sich die Polypen ungestört ins freie Wasser.

Nahe am Riff endete eine alte Schleppnetzspur. Dahinter standen noch hohe Korallen, weil die Menschen diesen Teil des Bodens geschützt hatten. Zwischen den erhaltenen Ästen fanden Fische Plätze, die auf der freien Spur fehlten. Grüne Äste und orange Polypen gehörten zu einer Kolonie am Rand des Riffs. Ein kleiner Fisch ließ sich hinter ihren Stamm treiben. Dort war das Wasser ruhiger. Er blieb stehen, bis ein größerer vorüber war. Dann huschte er zwischen zwei Zweigen hindurch. Die Polypen zogen kurz ihre Tentakel ein, als er sie streifte.

Menschen hatten Räuber, Beutetiere und Verstecke durch Fang verändert. Zwischen den verbliebenen Ästen entstand eine sonderbare Gemeinschaft. Die violetten Abwehrfische gehörten zur Zukunftserfindung; sie machten das Riff nicht unabhängig von Nahrung und einem geschützten Lebensraum. Eine grüne Verwandte machte ein grimmiges Gesicht. Kleine violette Abwehrfische schossen seitlich zwischen ihren Ästen hervor. Ein neugieriger Besucher drehte lieber ab. Kurz danach verschwanden die Wächter wieder im Schutz der Kolonie. Die Polypen öffneten sich. Auch in diesem wehrhaften Winkel der Familie begann die wichtigste Arbeit erst, wenn die Strömung winzige Beute herantrug.

Menschen wollten den felsigen Meeresboden besser schützen. Schwere Netze durften ihn hier nicht mehr berühren. So blieb der feste Platz erhalten, an dem die grüne Verwandte und viele kleine Nachbarn lebten. An einem Felsen hatte eine grüne Kolonie Platz gefunden. Ihre Polypen waren orange, blau, rosa und gelb. Eine kleine Schnecke kroch am Fuß entlang. Sie kam nur langsam voran, doch die Koralle stand noch viel stiller. Oben fing ein Polyp einen winzigen Krebs. Unten setzte die Schnecke ihren Weg über den Stein fort.

Forschungsaufnahmen zeigten, dass nicht nur Korallen von den Fanggeräten getroffen worden waren. Auch ihre Nachbarschaft hatte sich verändert. Wo Menschen den Boden anschließend in Ruhe ließen, konnten Seesterne und andere Gäste weiterhin zwischen den Riffresten leben. Um eine rote Koralle lagen Seesterne auf dem Grund. Einer bewegte sich so langsam, dass ein Fisch ihn für einen Teil des Bodens halten konnte. Am nächsten Tag lag er ein Stück weiter. Die Koralle stand noch am selben Platz. Ihre bunten Polypen streckten sich in das Wasser, das ständig unterwegs war.

Menschen hatten Tiere gefangen und viele Verstecke beschädigt. An den erhaltenen Ästen lebten Nachbarn enger zusammen. Die erfundenen Putzpolypen fanden hier Besucher; ihre besondere Arbeit änderte nichts daran, dass auch sie Nahrung aus dem dunklen Meer brauchten. Eine blaue Verwandte hatte sich auf kleine Besucher eingestellt. Ein Fisch hielt still, während ein heller Putzpolyp vorsichtig über seine Seite strich. Danach schwamm er weiter. Violette Spitzen markierten den Rand des Platzes, und im Dunkeln schimmerten einige Kronen. Die Familie bekam neue Nachbarn durch ihre ungewöhnliche Arbeit. Doch auch die fleißigsten Putzer mussten zwischendurch ihre eigene Mahlzeit fangen.

Ein Tauchroboter zeigte den Menschen die grünen Äste im Dunkeln. Sie zeichneten ihren Standort auf einer Karte ein. Dort sollte kein neues Kabel entlanggelegt werden, damit der feste Lebensplatz der Kolonie erhalten blieb. Eine sattgrüne Verwandte war in vielen Jahren langsam herangewachsen. Ihre rosa Polypen saßen nun an großen und kleinen Zweigen. Unter einem Seitenast blieb eine winzige Schnecke stehen. Über ihr wurde Nahrung gefangen, neben ihr zog Wasser vorbei. So lebten unterschiedliche Tiere dicht beieinander, ohne dass sie denselben Weg durchs Meer nehmen mussten.

Menschen hatten gelernt, dass ein Riff mehr als einzelne Korallen brauchte. Sie hielten schwere Fanggeräte fern und verringerten den Fischfang ringsum. Zwischen den bunten Ästen blieb Raum für viele Bewohner des tiefen Meeres. Um eine besonders bunte Kolonie war viel los. Ein Fisch wendete zwischen den Ästen, ein anderer schwamm darüber hinweg. Für einen Augenblick trafen sie fast zusammen. Beide drehten rechtzeitig ab. Die Polypen blieben an ihren Plätzen und fingen kleine Nahrungstiere. So teilten sich schwimmende und festsitzende Bewohner dasselbe Stück des großen Familienriffs.

Menschen hatten hier die Fischerei mit schweren Bodennetzen verboten. Die blauen Äste wurden nicht mehr abgerissen. Zwischen ihnen blieben Verstecke für kleine Tiere erhalten, obwohl draußen im tiefen Wasser weiter gefischt wurde. Ein kleiner Oktopus tastete sich über den Boden. Vor ihm stand eine blaue Koralle mit gelben, rosa und grünen Polypen. Er schob einen Arm zwischen ihre Äste und blieb dort sitzen. Kleine Fische zogen vorbei. An diesem Stück des Familienriffs war genug Platz für sehr unterschiedliche Nachbarn.

Menschen stellten sich ein bewohntes Haus zwischen tiefen Korallenästen vor. In der Geschichte entstand daraus eine winzige Siedlung. Auch dort mussten die Bewohner Raum für Polypen lassen, während draußen weiter menschliche Abfälle durch das dunkle Wasser kamen. Eine Verwandte war zum Baumhaus geworden. Zwischen ihren Ästen hingen eine Leiter und kleine Fenster; am Rand baumelte eine Reifenschaukel. Oben stand ein Liegestuhl. Die winzigen Bewohner hatten vorsichtig gebaut und ließen die Polypen frei. Wenn die Strömung kam, schaukelte die Wäsche. Unten wuchs die Koralle weiter, und manchmal musste jemand einen Steg versetzen, damit ein neuer Ast Platz bekam.

Nachdem Menschen ein Fanggebiet geschlossen hatten, blieben dort die letzten hohen Korallenäste erhalten. Kleine Fische fanden weiterhin Zwischenräume. Der Grund lag tief unter dem Sonnenlicht; ein grüner Ast war hier ein Tierkörper, kein Unterwasserbaum. In einer geschützten Mulde wuchs eine grüne Koralle. Ihre Polypen saßen wie kleine bunte Kreise an den Ästen. Ein Fisch suchte im Riff nach einem Platz zum Ausruhen. In der Mulde war es eng, aber hinter dem Stamm blieb genug Raum. Er stellte sich hinein und ließ die stärkere Strömung draußen vorbeiziehen.

Auch später griffen Menschen in das Meer ein. In manchen Gegenden kamen Wärme und Nahrung anders an als früher; an anderen Orten verschwanden feste Plätze unter Schlamm. Die Familie musste wieder ein Zuhause für ihre Nachkommen finden. In dieser fernen, erfundenen Zukunft fanden einige Zweige einen ungewöhnlichen Ausweg. Einige Polypen der Familie konnten inzwischen ihren Platz verlassen. Mit langen Armen bewegten sie sich durchs Wasser, fast wie winzige Quallen. Hinter ihnen blieb die rosa Kolonie zurück. Vor ihnen lag ein kühlerer Ort. Dort suchten sie einen festen Platz. Aus den Reisenden konnte wieder eine Kolonie wachsen, wenn sie genug Nahrung fanden.

Ein Beutel war von der Küste ins Meer geraten und schließlich tief abgesunken. Die Menschen konnten ihn von oben längst nicht mehr sehen. Unten bewegte ihn dieselbe Strömung, die Fischen und Korallen Nahrung brachte. Zwei Fische schwammen an einer hellen Koralle vorbei. Vor ihnen trieb ein Beutel, der sich im Wasser aufblähte. Sie bogen darum herum und zogen zwischen die Äste. Dort gab es keinen Deckel und keine Glasscheibe. Der Weg ins Meer blieb offen. Später verließen beide ihr Versteck und schwammen weiter über den Grund.

Ein schweres Fischernetz hatte hinter dem Felsen Äste zerbrochen und Schlamm aufgewirbelt. Die laufende Fantasieverwandte konnte einen anderen Platz suchen. Die festgewachsenen Kolonien mussten bleiben und brauchten Schutz vor den Geräten der Menschen. Einige Nachkommen konnten inzwischen etwas Erstaunliches. Auf schwarzen Beinen stapfte eine Koralle über den Boden. Das Wasser an ihrem alten Platz war nicht mehr gut für sie. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. An einem Felsen blieb sie stehen. Hier strömte frisches Wasser durch ihre Äste, und sie öffnete die bunten Polypen.

Während Menschen die Welt erwärmten, änderten sich auch Wasserbewegungen weit unter den Wellen. Dazu kam Schlamm von Arbeiten am Boden. Manchmal zog eine dichte Wolke durchs Riff; die festsitzende Familie musste warten, bis sie vorbeiging. Die Strömung kam diesmal von der anderen Seite. Rote, blaue und orangefarbene Schleier wirbelten um eine Kolonie, bis ihre Äste kaum noch zu sehen waren. Ein kleiner Nachbar duckte sich hinter den Stamm. Die Polypen schlossen sich. Als das Wasser ruhiger wurde, lag etwas Schlamm auf dem Felsen, und die Familie musste ihre winzigen Fanghände erst wieder freibekommen.

Wo Menschen am Meeresboden gearbeitet hatten, blieb viel lockeres Material zurück. Wasser trug es an andere Plätze. An diesem Riff musste der Fuß vor dem Einsinken und die offenen Polypen vor immer neuen Schlammteilchen geschützt werden. Der Boden unter einer Verwandten wurde weich. Helfer stellten braune Stützen unter ihren Fuß und hielten einen kleinen Raum um sie frei. Durch Löcher kam Wasser herein. Oben rieselte immer neuer Sand nach. Die Polypen warteten, bis die Teilchen vorüber waren. Dann öffneten sie sich wieder, während unten jemand prüfte, ob die Stützen noch festen Halt hatten.

Menschen planten ein neues Kabel über dem tiefen Grund. Kamerabilder zeigten die ungewöhnlich verzweigte Koralle. Der Kabelweg wurde verändert, denn auch ein anders geformter Nachkomme brauchte einen unbeschädigten Platz zum Weiterleben. Nicht alle Nachkommen hatten dieselbe Form. Bei einer Verwandten verlief ein roter Hauptzweig schräg durch den Körper. Kleinere Äste zeigten nach außen und nach unten. Zwischen ihnen zog das Wasser hindurch. Ein Polyp fing Nahrung an einer Stelle, an der bei anderen Korallen gar kein Zweig war. Auch so konnte die Familie Raum im Riff finden.

Menschen hatten auf dem Meeresboden Spuren hinterlassen, zwischen denen sichere Plätze weit auseinanderlagen. In der erfundenen Zukunft konnte diese Kolonie fortgehen. Das änderte nichts daran, dass sie unterwegs dunkles, kühles Wasser und Nahrung finden musste. Eine lila Verwandte konnte etwas, das ihre Vorfahren nie gekonnt hatten. Unter ihrem Fuß bewegten sich grüne Beine. Als schlechtes Wasser kam, hob sie sich vom Grund und setzte einen vorsichtigen Schritt vor den nächsten. Ein Fisch schwamm erstaunt nebenher. Die wandernde Familie suchte keinen großen Schatz. Ihr genügte ein Platz, an dem sie wieder ruhig ihre Polypen öffnen konnte.

Menschen hatten ein Meer verändert, dessen sichere Plätze nun weiter auseinanderlagen. In dieser erfundenen Zukunft konnte eine Kolonie wandern. Der kleine Temperaturmesser gehörte zur Suche nach kühlerem Wasser, nicht zu einem Weg nach oben zur Sonne. Eine helle Verwandte machte sich auf den Weg. Sie folgte dem kühleren Wasser, ganz langsam, während ein kleiner Temperaturmesser die Richtung bestätigte. Die Familie hinter ihr blieb am alten Felsen. Für diese Wanderin gab es keinen schnellen Sprung ans Ziel. Sie hielt immer wieder an und öffnete ihre Polypen. Auch unterwegs musste genug Zeit für eine Mahlzeit bleiben.

Über dem Meer veränderte sich das Wetter, während Menschen immer mehr Wärme in die Welt brachten. Unten zeichneten Messgeräte auf, wie das Wasser schwankte. Die Tiefe spürte keinen Windstoß, aber ihre Strömungen blieben nicht unverändert. Oben über dem Meer tobte ein Sturm. Auch im Riff zog das Wasser stärker. Die blasse Koralle stand fest, doch viele ihrer Polypen hatten sich eingezogen. Ein kleiner Fisch drückte sich hinter einen Stein. Als die Strömung nachließ, kam er hervor. An den Ästen öffneten sich nach und nach die rosa Tentakel.

Menschen entwickelten Geräte, um Müll an bedrohten Tiefenriffen zu lösen. Danach musste er eingesammelt werden, sonst wurde aus einem großen Stück nur viel kleinerer Abfall. Die wandernde Fantasiekolonie suchte währenddessen Wege zwischen den belasteten Felsen hindurch. Eine rosa Verwandte wanderte mit kleinen Füßen über den Grund. An ihrer Seite hing ein blauer Schild. Rote Reinigungsstrahlen lösten festhängenden Müll, den Helfer anschließend einsammelten. Allein wäre die Arbeit nicht fertig geworden. Mit ihren handartigen Spitzen hielt die Kolonie Kontakt zu den Nachbarn. Schritt für Schritt suchten sie einen Platz, an dem zwischen den Felsen wieder genug frisches Wasser floss.

Menschen hatten Bodenstellen beschädigt, zwischen denen noch feste Felsen aufragten. In der erfundenen Zukunft konnte Super Bernt dort klettern. Sein Umhang und Ziegenkopf waren kein Ergebnis eines Korallenwunsches, sondern Teil dieser ungewöhnlichen Tiefseegeschichte. Super Bernt war eine ungewöhnliche Verwandte. Über türkisen Ästen saß ein gelber Ziegenkopf, darunter reckten sich rote Glieder, und ein Umhang wehte zur Seite. Vorsichtig kletterte Bernt an einem Felsen entlang. Zwischen den Polypen blieb eine kleine Garnele sitzen. Als beide einen ruhigen Vorsprung fanden, hielten sie an. Selbst ein Ziegenheld musste der Familie Zeit zum Fressen lassen.

Menschen setzten Strömungsmesser an mehrere Seiten eines Felsrückens. Sie wollten wissen, welchen Weg die Nahrung nahm. Unten mussten sich kleine Schwimmer bei jedem stärkeren Wechsel einen neuen ruhigen Winkel suchen. Das Wasser kam nicht jeden Tag aus derselben Richtung. An einer hellen Koralle saßen bunte Polypen rings um die Äste. Wenn auf einer Seite wenig vorbeikam, erreichte die andere manchmal mehr. Ein Fisch musste seinen ruhigen Platz hinter dem Stamm immer wieder wechseln. Die kleinen Korallentiere blieben, wo sie waren.

Menschen markierten tiefe Riffplätze, damit ihre Geräte sie wiederfanden. Auf der Karte war ein Punkt klein, unten stand dort eine ganze Familie. Ein verlorenes Netz oder eine Bodenarbeit in seiner Nähe konnte trotzdem mehrere Generationen ihres Zuhauses beschädigen. Eine kleine Flagge wehte neben der türkisgrünen Verwandten. Menschen hatten den Platz damit markiert, damit sie ihn wiederfanden. Die Polypen brauchten kein Zeichen. Sie blieben am Felsen und griffen in die Strömung. Als die Helfer zurückkamen, entdeckten sie einen kleinen neuen Ast. Sie rückten den Marker ein Stück weg, damit die Familie Platz zum Weiterwachsen hatte.

Menschen hatten den Boden an manchen Stellen zerbrochen und anderswo alte Dinge zurückgelassen. Zwischen kleinen Stücken entstanden neue Verstecke. Nicht jeder Rest war nützlich, und keiner versprach automatisch Nahrung; die Familie musste mit dem ankommenden Wasser auskommen. Neben einer hellen Verwandten lagen drei verschiedenfarbige Stücke: ein dunkles, ein gelbes und ein grünes. Die Strömung hatte kleine Dinge um sie herum abgesetzt. Ein winziger Bewohner verschwand dahinter und kam erst wieder hervor, als ein größerer Fisch fort war. Die Kolonie blieb am Felsen. Neue Nachbarn brauchten manchmal nur eine kleine zusätzliche Kante, um in der Familie Platz zu finden.

Menschen warfen kleine Dinge fort, die sie kaum vermissten. Ein Zigarettenrest konnte weit treiben und später im tiefen Riff hängen bleiben. Unten traf der Abfall Tiere, die weder seine Herkunft kannten noch ihm einfach ausweichen konnten. Ein Zigarettenrest trieb neben einer hellen Verwandten. Ein kleiner Fisch schnappte danach und ließ ihn sofort wieder los. Die Strömung schob den Rest zwischen zwei Äste. Dort gehörte er nicht hin. Als ein Helfer ihn entdeckte, nahm er ihn vorsichtig fort. Die Polypen konnten sich wieder ausstrecken, doch das Wasser trug noch andere menschliche Spuren mit.

Auf dem Forschungsschiff sahen die Menschen, wie stark die Wasserzüge am Grund schwankten. Sie prüften, wo neue Arbeiten Abstand halten mussten. Nahrung kam durch dieselben Wege, auf denen aufgewirbelter Sand bis an die Kolonien gelangen konnte. Neben einer Kolonie zog ein kräftiger Strom vorbei. Rot, Gelb und Grün lagen an ihren oberen Ästen. Ein kleines Tier wurde vom Wasser erfasst und trieb daran entlang. Feine Tentakel griffen zu. Unten blieb ein Fisch hinter dem Stamm. Erst als die Strömung schwächer wurde, wagte er sich wieder zwischen die Steine hinaus.

Die Wärme aus der menschlich veränderten Welt erreichte mit dem Wasser auch tiefe Riffplätze. Menschen maßen die Gefahr und halfen örtlich mit Kühlung. Das gezeichnete leidende Gesicht zeigte die Not, keine Fähigkeit der Koralle, unter Wasser zu schwitzen. Um die nächste Verwandte schien das Wasser zu flimmern. Ihr kleines Gesicht sah müde aus. Die Polypen blieben länger eingezogen als sonst. Ein Helfer hielt ein Messgerät daneben und rief die anderen. Sie brachten kühleres Wasser in den kleinen Schutzraum. Langsam regte sich eine Krone. Die Familie brauchte Hilfe, lange bevor sie wieder einen ruhigen Tag haben konnte.

Menschen versuchten, tiefen Kolonien mit Futter, Pflege und kleinen Geräten zu helfen. Zwischen ihren Besuchen kam weiter Müll aus der bewohnten Welt oben an. Die Familie teilte ihre Äste mit Fischen, die dort einen Unterschlupf suchten. Zwischen den Regenbogenästen verschwand ein kleiner Fisch. Gleich darauf lugte er an einer ganz anderen Stelle wieder hervor. Die Kolonie bot viele Verstecke. Neben ihr stand ein Lüfter, unten lagen Futter und seltsame Pflegeutensilien. Eine Zahnbürste war sogar dabei. Die Helfer mussten lachen, als sie sie fanden, und machten sich dann daran, den geschützten Platz sauber zu halten.

Menschen hatten am Rand des Riffs Strömungsmesser aufgestellt. Die Geräte zeigten starke und schwache Wasserzüge. Zwischen diesen Wechseln musste die Familie Nahrung erreichen; lose Abfälle, die oben verloren gingen, konnten dagegen an ihren langen Fortsätzen hängen bleiben. Einige Nachkommen trugen lange rote und rosa Fächer. Die Strömung drückte sie zur Seite. Dazwischen blieben winzige Nahrungsteilchen hängen. Als das Wasser plötzlich stärker zog, legten sich die weichen Fächer an den Körper. Ein Fisch sauste daran vorbei. Erst als wieder Ruhe einkehrte, breiteten sie sich langsam aus.

Menschen konnten die Tiefe inzwischen mit ihren Tauchgeräten besuchen und kamen den Tieren manchmal zu nah. Die besondere Kolonie antwortete mit eigenem Licht. Oben mussten Besucher lernen, dass auch ein gut gemeinter Besuch Abstand brauchte. Ein Besucher in einem schweren Druckschutzanzug kam der Verwandten zu nahe. Plötzlich strahlte sie gelb und rot. Das war ein Leuchten, das es nur in dieser erfundenen Familiengeschichte gab. Hinter seinem Sichtfenster hielt der Besucher inne und trat zurück. Erst dann wurden die Lichter schwächer. Zwischen den Ästen bewegten sich die Polypen wieder ruhig. Diesmal blieb der Mensch auf Abstand.

Die Menschen entschieden an Land, wie sie weit entfernte Tiefenriffe behandeln wollten. Ihre Stimmen veränderten keine Polypen, aber Regeln für Fanggeräte und Eingriffe. Eine Entscheidung konnte unten Platz bewahren, obwohl dort niemand einen Wahlzettel verstehen musste. An Land wurde abgestimmt. Menschen entschieden, ob ein Stück Meeresboden geschützt werden sollte. Weit darunter stand eine helle Verwandte und streckte ihre Polypen aus. Sie konnte keinen Zettel einwerfen. Doch einige Tage später blieben die schweren Fanggeräte fern. Die Strömung brachte weiter Futter, und ein kleiner neuer Polyp bekam Platz an einem unbeschädigten Ast.

Menschen sahen in den Bildern ihrer Tauchroboter, wie viele Riffplätze verloren gingen. Einige versuchten, die verbliebenen Kolonien zu retten. Sie bauten Schutzräume, bewegten Wasser und brachten Nahrung. Gleichzeitig wurden anderswo weiterhin Lebensräume beschädigt. Ein geretteter Ast machte noch kein gesundes Meer, und jedes Gerät brauchte Pflege. Neben einer hellen Verwandten hatten Menschen ein kleines Gerät angebracht. Dünne Leitungen führten zu den Ästen. Vorsichtig prüften sie, ob alles noch fest saß. Ein Fisch näherte sich, wendete und schwamm weiter. Die Menschen blieben auf Abstand. Sie beobachteten die Polypen lange, denn eine Koralle konnte ihnen nicht sagen, was sie gerade brauchte.

Menschen hatten am tiefen Riff Hilfsgeräte aufgebaut. Geprüft wurden sie mit Tauchrobotern, denn hier konnten Menschen nicht einfach knien und mit Flossen davonschwimmen. Auch helfende Greifarme mussten Abstand zu den empfindlichen Ästen halten. Am Fuß einer hellen Verwandten stand ein kleiner Kasten. Von dort liefen feine Bahnen zu den Ästen. Der Greifarm eines Tauchroboters prüfte die Anschlüsse. Oben auf dem Schiff bewegte ein Mensch ihn ganz langsam. Er durfte den Stamm nicht berühren. Dann fuhr der Roboter zurück, und die Polypen warteten weiter auf Nahrung aus dem dunklen Wasser.

Menschen bauten in dieser Zukunft kleine Halterungen neben einem erhaltenen Riffstück. Sie wollten den Grund nicht weiter aufreißen. Dünne Leinen sollten einen neuen Platz sichern, ohne dass die nächste kräftige Strömung ihn wieder verschob. Um den Fuß einer hellen Kolonie liefen dünne Leinen. Sie waren an runden Haltern befestigt und hielten den neuen Platz am Grund. Als die Strömung stärker zog, spannten sie sich. Ein kleiner Fisch schwamm dazwischen hindurch. Die Koralle blieb stehen. Ihre Polypen erreichten das Wasser über dem Boden und begannen zu fressen.

Menschen entwickelten ein erfundenes Schutzspray, weil sie die Korallen durch ihre eigenen Eingriffe gefährdeten. Ein Tauchroboter brachte es in die Dunkelheit. Gleichzeitig mussten sie Abfälle und schwere Fanggeräte fernhalten; ein Spray konnte diese Aufgaben nicht übernehmen. Für eine zartrosa Verwandte gab es ein besonderes Schutzspray. Menschen brachten es vorsichtig an und ließen die offenen Polypen frei. Eine dünne Schicht blieb auf dem Körper zurück. Dann zogen sich die Helfer ein Stück zurück. Die Koralle musste weiter Nahrung fangen können. Ihr Schutz war nur hilfreich, wenn auch ihr Alltag damit funktionierte.

Aus Stoffen in Fabriken und aus Abgasen waren Belastungen bis ins tiefe Meer gelangt. Menschen suchten nach einer besonderen Schutzcreme für Korallen. Das war eine Rettungsidee für die Dunkelheit, keine Sonnencreme gegen echte Tiefseesonnenstrahlen. Menschen suchten ebenfalls nach Hilfe für das Familienriff. Für eine rosa Verwandte entwickelten sie eine besondere Schutzcreme. Vorsichtig brachten sie sie an den Ästen auf. Die Polypen sollten weiter Nahrung fangen können. Dann warteten die Menschen ab und beobachteten die Kolonie. Hilfe brauchte Geduld und musste zu dem Tier passen, das sie schützen sollte.

Weniger Plastiktüten an Land bedeuteten weniger neue Teile, die mit Flüssen ins Meer gelangen konnten. Bereits versunkener Abfall war damit nicht fort. Menschen mussten ihn zusätzlich suchen, ohne dabei die tiefen Korallen zu zerbrechen. Auch weit weg vom Riff entschieden Menschen mit, was im Wasser ankam. Einige nahmen keine neue Plastiktüte mehr mit, wenn sie einkaufen gingen. Andere sammelten Abfall am Strand. Unten stand eine grüne und rosa Verwandte mit bunten Polypen. Sie konnte keinen Müllbeutel tragen. Die Menschen mussten ihren Teil der Arbeit selbst übernehmen.

Weil Menschen das Klima erwärmt hatten, suchten sie nach technischen Hilfen für die Tiefe. In ihrer Rettungsfantasie führten Röhren zu einem kühlen Raum. Dieser Kreislauf brauchte Pflege; ein paar Röhren konnten nicht das ganze Meer abkühlen. Unter einem Teil des Riffs verliefen nun lange Röhren. Warmes Wasser floss hinein und wurde durch einen kühlen Raum unter dem Boden geführt. Danach kam es zur verzweigten Koralle zurück. Rot und Blau zeigten den Weg durch ihr ungewöhnliches Zuhause. Die Familie war an diesem Ort auf einen ganzen Kreislauf angewiesen, der weiterarbeiten musste.

Das Meer hatte viel Wärme aufgenommen. Menschen suchten nach jeder denkbaren Hilfe für die verbliebenen Kolonien. Immer neue Gegenstände kamen mit den Robotern hinab. Doch keine noch so volle Werkzeugkiste konnte allein den verlorenen Lebensraum zurückbringen. Die Menschen hatten alles mitgebracht, was ihnen gegen Wärme einfiel: einen Sonnenschirm, Eiswürfel, eine Creme und sogar eine Kühlplatte. Roboter brachten die Dinge zur hellen Koralle hinab. Sonnenstrahlen erreichten diesen Ort nicht. Es war eine übertriebene Rettungsidee aus der Welt oben. Die Menschen mussten vor allem weiter prüfen, ob ihre Geräte halfen und genug Nahrung an den Polypen vorbeikam.

Menschen ließen weiter Kohlendioxid in die Luft gelangen. Ein Teil kam ins Meer und veränderte das Wasser, in dem Korallen ihren Kalk bauten. Ein Schutzgebiet hielt Fanggeräte fern, konnte diese Veränderung aber nicht allein aufhalten. Schließlich setzten Menschen eine Grenze auf ihre Karte. In diesem Stück Meer sollten keine Netze mehr über den Boden schleifen. Die rosa-gelbe Kolonie wusste nichts von Karten. Sie bemerkte nur, dass ihre Äste stehen blieben. Das Wasser wurde dadurch nicht auf einen Schlag wieder gut. Aber ihre jüngsten Polypen bekamen Zeit, an den alten weiterzuwachsen.

Menschen suchten nach Hilfen für Riffreste, an denen frisches Wasser unregelmäßiger vorbeikam. Nun bauten sie ein Rad in den Strom. Es sollte Wasser bewegen, ohne eine neue schwere Leitung durch lebende Äste zu ziehen. Neben einer Kolonie drehte sich ein Rad, das vom fließenden Wasser angetrieben wurde. Es bewegte einen kleinen Ventilator. Sobald die Strömung kam, rührte er das Wasser zwischen den Ästen um. Ein Fisch hielt neugierig Abstand. Bei Stillstand blieb auch das Rad stehen. Die Polypen warteten dann auf Nahrung, genau wie ihre Verwandten draußen.

Aufnahmen aus der Tiefe erschienen auf Bildschirmen an Land. Ein Kind erkannte immer dieselbe Kolonie wieder und gab ihr einen Namen. So fiel Menschen auch auf, wenn später ein Netz neben diesem vertrauten Platz lag. Ein Kind gab der grünen Verwandten einen Namen: Bobbler. Beim nächsten Besuch suchte es nach genau dieser Astgabel und den hellen Kronen. „Da bist du ja.“ Zwischen den Ästen schwamm ein Fisch hindurch. Bobbler konnte nicht antworten. Doch das Kind merkte sich den Platz, und als später ein Netz in der Nähe lag, holte es Hilfe.

Menschen sahen in Aufnahmen, was ihre Fanggeräte und Abfälle unten anrichteten. Einige änderten Regeln und erklärten anderen, warum die Tiefe Schutz brauchte. Solche Entscheidungen hielten Schädliches fern, während die Korallen weiter Nahrung aus dem Wasser fingen. Über dem Riff begannen Menschen, einander zuzuhören. Sie lernten, erklärten weiter und ließen Dinge bleiben, die den Meeresboden verletzten. Unten öffnete die helle Kolonie ihre Tentakel. Sie konnte weder Hoffnung essen noch Respekt trinken. Aber wenn aus solchen Worten vorsichtige Hände wurden, bekam ihre Familie etwas sehr Nützliches: Zeit und einen Platz, an dem sie weiterleben durfte.

Die Menschen konnten die erwärmte Welt nicht mit einem Griff zurückkühlen. Für einzelne Kolonien versuchten sie es mit kalten Vorräten und Geräten. Tief unten half das nur örtlich und nur, solange Energie und Betreuung nachkamen. Menschen kamen mit einem Ventilator und einem Vorrat Eis. Sie wollten das kleine Becken um die bunte Kolonie kühlen. Der Ventilator schob Wasser zwischen die Äste; das Eis schmolz langsam in einem Behälter daneben. Ein Polyp öffnete sich wieder. Die Helfer blieben und prüften die Temperatur, denn eine Rettung für diesen Nachmittag war noch keine für das ganze Meer.

Die Menschen brachten sogar Dinge aus ihrem eigenen Sicherheitsalltag in die Rettungsfantasie: Helm, Weste und Feuerlöscher. Unten blieb es dunkel. Die wirklichen Gefahren kamen von beschädigenden Geräten und verändertem Meerwasser, nicht von einem Brand im Riff. Eine Verwandte war auf ganz besondere Weise ausgerüstet. Sie trug einen Helm, eine Sicherheitsweste und eine kleine Brille. Daneben standen Warnschilder, ein Handschuh und sogar ein Feuerlöscher. Ein Fisch betrachtete alles und schwamm vorsichtig weiter. Die Menschen hatten viele Schutzdinge mitgebracht. Trotzdem mussten die Polypen noch immer genügend Platz zum Fressen behalten.

Menschen legten kalte Vorräte neben die geschützten Kolonien. Eine Strömung führte Wasser daran vorbei. Die Kühlung brauchte Nachschub, und die Helfer mussten regelmäßig prüfen, ob das Wasser verträglich blieb und alle Polypen ihre Mahlzeiten erreichten. Bei einer grauen Verwandten standen blaue Kühlbehälter. Das Wasser floss an ihnen vorbei und dann zwischen die Äste. Die Kolonie blieb grau; ihre Farbe musste niemand zurückholen. Entscheidend war, ob ihre Polypen Futter fingen. Eine Helferin beugte sich über die Anzeige und nickte erst, als sie unten mehrere kleine Tentakel in Bewegung sah.

Menschen unterhielten Kühlstationen für einzelne tiefe Riffplätze. Ein Boot brachte Vorräte, Leitungen führten gekühltes Wasser hinab. Die Anlage musste versorgt werden; das dunkle Meer ringsum wurde durch diese kleine Rettung noch nicht wieder kalt. Ein kleines Boot brachte neues Eis zur Kühlstation. Die rosa Verwandte darunter konnte weder das Boot sehen noch die Arbeit zählen. Sie spürte nur den Strom aus dem geschützten Becken. Oben füllten Helfer Vorräte nach und prüften die Rohre. Wenn sie ausblieben, wurde das Wasser wieder wärmer. Die Familie war an diesem Platz auf ihre regelmäßigen Besuche angewiesen.

Das freie Riff war durch schwere Fischerei beschädigt worden. Menschen bauten deshalb betreute Schutzplätze in der Tiefe. Dort mussten sie Wasserbewegung und Nahrung im Blick behalten; ein fester Rahmen allein machte noch kein gutes Zuhause. Manche Menschen bauten für Nachkommen des Familienriffs einen geschützten Platz mit einem festen Rand. Darin lebten eine Koralle und kleine Fische. Die Menschen prüften das Wasser und sorgten dafür, dass Nahrung ankam. Hinter dem Rahmen ging das Leben weiter. Doch die Kolonie brauchte ihre Hilfe jeden Tag, auch wenn gerade alles ruhig aussah.

Menschen holten manche Nachkommen aus der Tiefe und brachten sie in kalte Becken an Land. Dort lebten sie in Gefangenschaft. Pumpen, Nahrung und Pflege mussten nun ersetzen, was ihre Familie sonst aus den tiefen Strömungen bekam. Einige Nachkommen brachten die Menschen inzwischen sogar an Land. An Land stand ein Becken unter einer durchsichtigen Glocke. Darin lebte eine rosa Verwandte in kaltem Wasser. Draußen schien die Sonne auf den Sand, und ein Vogel flog an einem Baum vorbei. Ein Kind legte die Hand an die kühle Wand. Die Koralle blieb still. Ihre Polypen warteten auf die kleine Wasserbewegung, die eine Pumpe bald wieder anschob.

Die Erwärmung durch menschliche Abgase betraf auch das tiefe Meer. Menschen schickten Geräte hinab und suchten nach Kühlung und Schutz. Ihre Rettungsfantasien sollten den Polypen helfen, ohne den nötigen Nahrungsstrom zwischen den Ästen abzusperren. Wenn Gefahr kam, konnte eine blaue Verwandte ihre Polypen einziehen. Dann blieb von den bunten Fangarmen wenig zu sehen. Menschen halfen ihr außerdem mit Kühlung und einem besonderen Mittel im Gewebe. Vorsichtig warteten sie, bis sich die Polypen wieder öffneten. Erst als kleine Nahrungstiere gefangen wurden, wussten sie: Die Koralle fraß wieder.

Menschen schickten Messgeräte an lange Kabel in die Tiefe. Sie wollten wissen, wie Temperatur und Wasser sich veränderten. Der kleine Bot konnte Nachrichten liefern; Futter und brauchbare Strömung musste die Familie weiterhin an ihrem Felsen erreichen. Ein schwarzes Kabel lief neben einer hellen Kolonie bis in die Krone. Unten wartete ein kleiner Bot. Er rührte sich, wenn seine Helfer an Land etwas wissen wollten. Die Polypen kannten seine Fragen nicht. Sie fingen Futter, während runde Messgeräte im Wasser hingen. Manchmal kam nach einer Messung ein Mensch, kontrollierte die Äste und blieb einen Augenblick ganz still.

Die Fangboote hatten nicht alle verlorenen Netze wiedergefunden. Manche schleppten jahrelang als Reste über den Boden. Menschen mussten die festhängenden Leinen vorsichtig entfernen; ein Schutzrand allein holte keinen Abfall aus der Tiefe zurück. Ein Netz glitt über den Rand einer geschützten Kolonie. Außen standen Spitzen, an denen sich die Leine verfing. Die Äste dahinter blieben frei. Doch das Netz würde nicht von selbst verschwinden. Als Menschen zurückkamen, schnitten sie es Stück für Stück los. Erst danach fand die Strömung wieder ungehindert zu den kleinen offenen Kronen im Inneren.

Menschen wollten nicht nur einzelne Äste retten. Sie hielten Fanggeräte fern, sammelten Abfälle mit Greifarmen und verringerten Verschmutzung an Land. So griff ihr Naturschutzgedanke von den Städten bis zum dunklen Familienriff hinab. Menschen wollten die Natur besser schützen. Sie schauten deshalb nicht nur auf die Korallen, sondern auch darauf, was sie selbst ins Meer brachten. Bei einer gelben Verwandten hielten sie Abstand zu den blauen Polypen. Sie sammelten Abfall ringsum und ließen die Äste in Ruhe. Hilfe begann hier mit den eigenen Händen und den eigenen Entscheidungen.

Schiffe verloren Dinge, die bis in die Tiefe sanken; wärmere Strömungen kamen hinzu. Die Menschen kombinierten deshalb mehrere Rettungsversuche. Die Schirme wirkten dort wie ein seltsamer Strandgruß, während Wasserbeweger und Futtervorräte tatsächlich versorgt werden mussten. Drei Schirme wölbten sich über eine helle Verwandte. Kleine Rotoren schoben Wasser zwischen den Zweigen hindurch, und am Fuß lagen Nahrungsvorräte neben den Kühlblöcken. Die Familie war für einen schwierigen Tag gerüstet. Als die Strömung nachließ, verteilten Helfer ein wenig Futter. Nicht alles auf einmal: Auch der kleinste Polyp am hintersten Ast sollte noch etwas abbekommen.

An Land wurde Plastik weggeworfen, und auf See ging Ausrüstung verloren. Ein Teil sank bis zu den Korallen. Menschen mussten deshalb weniger Abfall entstehen lassen und mit Tauchrobotern bergen, was sich schon im Riff verfangen hatte. Über dem Familienriff trieb wieder Abfall. Der Greifarm eines Tauchroboters sammelte ein Stück ein, bevor es zwischen den Ästen hängen blieb. Oben auf dem Schiff steuerten Menschen die Hilfe. Sie wollten auch verhindern, dass neuer Müll ins Meer gelangte. Unten zogen Fische an einer bunten Koralle vorbei. Die Menschen mussten beim Aufräumen vorsichtig sein und an Land weiterhelfen.

Wärmere Strömungen erreichten auch die dunklen Hänge. Menschen legten deshalb kalte Wasservorräte in geschützten Räumen an. Kühlung blieb eine Arbeit mit Leitungen, Energie und Nachschub, während außerhalb der Hülle das größere Meer unverändert weiterströmte. Unter einer klaren Hülle lag ein Vorrat kalten Wassers. Die pastellfarbene Verwandte darüber wurde vorsichtig von einem Wasserbeweger umspült. Ein Roboter öffnete mit seinem Greifarm ein Ventil, und ein kühler Strom kam zwischen den Ästen an. Die Polypen streckten sich aus. Für eine Weile war der Raum versorgt. Dann musste jemand den Vorrat auffüllen, bevor er aufgebraucht war.

Menschen versorgten einzelne geschützte Kolonien mit Futter. Ein Zaun hielt große Besucher fern, machte die Anlage aber enger. Die Helfer mussten darauf achten, dass genug Wasser zirkulierte und die Nahrung auch die hintersten Polypen erreichte. Ein Zaun umgab die nächste Verwandte. Unten lag Futter bereit, oben bewegte ein Lüfter das Wasser. Ein Fisch hielt vor den Pfosten an und suchte dann einen anderen Weg. Im Inneren verteilte ein Helfer kleine Portionen zwischen den Ästen. Die Polypen griffen danach. So geschützt sie standen, ihre Mahlzeiten mussten noch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ast ankommen.

Menschen konnten den tiefen Korallen mit Fanggeräten und unvorsichtigen Greifarmen schaden. Sie setzten deshalb Grenzen für ihre Arbeiten. Die Warnzeichen gehörten zu dieser menschlichen Schutzidee; das dunkle Meer selbst hielt niemanden an. Menschen sollten das Riff sauber halten und seine Bewohner in Ruhe lassen. Bei einer bunten Kolonie half eine besondere Blase dabei. Kam ein Gerät zu nah, gab sie einen lauten Ton ab. Oben auf dem Schiff hörten die Menschen die Warnung und zogen den Greifarm zurück. Danach blieben sie auf Abstand und beobachteten die Polypen nur mit der Kamera.

Menschen hatten verschiedene Schutzideen an einem Riffplatz zusammengefügt. Kuppel, Bänder und Leitungen bildeten eine kleine Anlage. Weil weiter Schmutz aus dem bewohnten Meer kam, mussten Helfer in die Tiefe zurückkehren, Filter leeren und den Wasseraustausch prüfen. Eine blaue Kuppel wölbte sich über eine helle Verwandte. Grüne Bänder kreuzten den Raum darunter, und dunkle Stränge führten zum Boden. Helfer hatten mehrere Schutzideen zusammengebaut. Die Polypen lebten mitten in dieser Anlage und warteten auf frisches Wasser. Als ein Filter voll war, löste ihn jemand vorsichtig heraus. Danach floss der kleine Strom wieder ungehindert bis in die hinteren Äste.

Die Hilfe verschaffte manchen Kolonien Zeit. Doch die geschützten Orte blieben voneinander getrennt. Zwischen ihnen lagen beschädigte Hänge, Schmutz und ungeeignete Wasserströmungen. Andere Zweige der Familie lebten weit weg von den Helfern. Ihre Körper trugen inzwischen viele verschiedene Schutzformen, kleine und große. Um die Polypen einer hellen Verwandten verliefen feine runde Ränder. Ein kleiner Fisch kam so nah heran, dass er vor einem davon wenden musste. Dann suchte er unter einem Ast weiter. Die Koralle blieb fest am Boden. Ihre Polypen streckten Fangarme ins Wasser und fingen Nahrung, während der Besucher einen neuen Weg durch das Riff fand.

Menschen hatten das Wasser und den Boden ringsum verändert. In ihren Zukunftsideen bekam eine Koralle deshalb ein strenges Gesicht und ungewöhnliche Abwehr. Das hielt keine Abgase an Land auf; dafür mussten die Menschen selbst sorgen. Eine helle Verwandte sah besonders streng aus. Mit großen Augen und einer ungewöhnlichen Abwehr konnte sie Besucher erschrecken. Ein kleiner Fisch machte vorsichtshalber einen Bogen. Rosa Fortsätze reichten unter ihren Fuß. Zwischen den Ästen blieb Platz für Nahrung aus der Strömung. Auch diese wehrhafte Koralle musste fressen, um weiterleben zu können.

Bei Arbeiten am Grund hatten Menschen feinen Schlamm aufgewirbelt. Eine Schleimschicht gehörte zur erfundenen Schutzidee dieser Verwandten. Trotzdem musste die zusätzliche Schmutzquelle aufhören, damit die Polypen weiter Nahrung aus dem Wasser fangen konnten. Eine helle Verwandte hatte eine glatte Schleimschicht um ihren Körper. Sie erinnerte an die Spur einer Schnecke. Als feine Körnchen an die Äste gerieten, lag die Schicht dazwischen. Die Polypen streckten ihre Fangarme weiter ins Wasser. Ein kleiner Fisch strich vorbei. Die Koralle blieb fest sitzen und fing, was nahe genug an ihr vorbeikam.

Nach vielen beschädigten Riffen lag zwischen den letzten Verstecken immer mehr freier Boden. Menschen hatten nicht jede Kolonie schützen können. Hungrige Besucher drängten nun bis an die Äste, darunter die gefährlichen Tigerblumen dieser Zukunft. Als Tigerblumen in das Riff kamen, zogen die Polypen ihre bunten Lichtschwerter. Überall blitzten kleine Klingen auf. Die Eindringlinge hielten an und machten einen Bogen um die Kolonie. Erst dann steckten die winzigen Wächter ihre Schwerter wieder weg. Zwischen den Ästen wurde es ruhig. Die nächste Strömung brachte ihnen keine Feinde, sondern Nahrung.

Kohlendioxid aus Kraftwerken, Verkehr und Fabriken gelangte zum Teil ins Meer. Dadurch veränderte sich das Wasser, in dem Korallen Kalk aufbauten. Menschen träumten von einer Schutzschicht, mussten aber gleichzeitig ihre Abgase verringern. Eine helle Verwandte trug eine dünne Schutzschicht. Kleine Felder auf ihrem Körper gaben besondere Stoffe ins Wasser ab. So half sie sich gegen Veränderungen unmittelbar an ihren Ästen. Ein Fisch schwamm vorbei, ohne die Felder zu bemerken. Die Polypen blieben nach außen gerichtet. Auch diese ungewöhnliche Koralle brauchte Nahrung aus dem Meer ringsum.

An anderen Orten verschwanden immer mehr Riffstücke unter den Fangnetzen. Die verbliebenen Tiere trafen sich auf weniger Raum. Auch hungrige Besucher kamen nun häufiger bis dicht an die weichen Polypen heran. Im blauen Wasser war diese Koralle schwer zu entdecken. Ihre Farben passten zur Umgebung. Als ein hungriger Besucher näherkam, streckte ein Polyp seinen langen Nesselfaden aus. Der Besucher wich zurück. Zwischen den Ästen blieb es ruhig. Dort fingen die kleineren Polypen weiter die winzigen Beutetiere, die mit der Strömung kamen.

Durch Fanggeräte waren große Teile des alten Riffs verloren gegangen. Immer mehr Bewohner suchten die übrig gebliebenen Verstecke auf. Dort trafen die weichen Polypen häufiger auf hungrige Besucher, die zwischen die Äste drängten. An einer dunklen Koralle wuchsen rosa Stacheln. Als ein hungriges Tier zu nahe kam, musste es zwischen den Spitzen hindurch. Es drehte ab und suchte anderswo. Die orangegelben Polypen öffneten sich wieder. Winzige Beutetiere verfingen sich an ihren Tentakeln. Dunkel sah der Stamm aus, doch im Riff war er voller Leben.

Durch menschliche Abgase änderte sich das Wasser auch an tiefen Riffplätzen. Die Schleimschicht war eine erfundene Hilfe gegen Schwankungen. Sie gab niemandem einen Grund, weiter Abgase auszustoßen oder jede Temperatur für ungefährlich zu halten. Um eine orangefarbene Verwandte lag eine Schleimschicht. Diese besondere Hülle sollte die schnellen Wechsel im Wasser erträglicher machen. Die hellen Polypen streckten ihre Fangarme nach draußen. Eine kleine Beute blieb hängen. Andere Nachkommen dieser Linie fanden neue Plätze im Meer. Doch jeder von ihnen brauchte weiterhin gutes Wasser, Nahrung und einen Ort zum Festwachsen.

Über lange Zeit hatten Menschen Riffstücke mit schweren Netzen beschädigt. Wo Äste erhalten blieben, sammelten sich nun viele Nachbarn. Für weiche Polypen brachte diese Nähe auch hungrige Besucher, die sich zwischen die letzten Verstecke drängten. Ein hungriger Fisch suchte zwischen den Steinen. Vor ihm lag eine Kolonie, deren Farben sich der Umgebung anglichen. Er schwamm daran vorbei, ohne die Polypen zu entdecken. Sie blieben still, bis er fort war. Dann streckten sie ihre Tentakel wieder ins Wasser. Die Strömung brachte kleine Beutetiere, für die sie kein Versteck brauchten.

Zwischen den durch Fanggeräte verkleinerten Riffresten drängten sich immer mehr Tiere. Menschen schützten einzelne Felsen, konnten aber keine leeren Plätze herbeizaubern. Dort halfen manche Bewohner einander beim Bewachen der noch erhaltenen Äste. Um eine grünviolette Kolonie schwamm ein kleiner Schutzfisch. Als ein hungriger Besucher kam, stellte er sich ihm entgegen. Zugleich gab die Koralle übel riechende Hautteilchen ab und änderte ihre Farbe. Der Besucher zog weiter. Unter einer schützenden Schleimschicht öffneten sich die Polypen wieder. Der kleine Fisch kehrte zwischen die Äste zurück, wo er selbst Deckung fand.

An manchen Meeresstellen arbeiteten Menschen mit schweren Maschinen. Kleine Steine und harter Schutt wurden dabei gelockert. Wenn Wasserzüge solche Stücke bis zum Riff schoben, trafen sie dort auf empfindliches Gewebe zwischen festem Kalk. Um die Äste einer Kolonie lagen harte dunkle Ringe. Als ein kleines Steinchen gegen den Körper schlug, traf es einen solchen Ring. Es fiel zu Boden. Die weichen Polypen daneben hatten sich eingezogen. Nach einer Weile öffneten sie sich wieder. Ihre neuen Ringe hielten nicht alles fern, aber dieser Stoß war gut ausgegangen.

Ein Tauchroboter zeigte den Menschen kleine Gestalten neben der rosa Koralle. Gleichzeitig fanden sie Abfall auf dem Boden. Sie mussten vorsichtig arbeiten, damit beim Bergen nicht die Tiere erschreckt und die langsam gewachsenen Äste beschädigt wurden. Neben einer rosa Verwandten bewegte sich eine kleine Gestalt. Ein dunkler Punkt trieb dicht am Stamm vorbei und verschwand im Wasser. Einige Polypen zogen bei der Berührung ihre Fangarme ein. Später öffneten sie sich wieder. Die Kolonie blieb an ihrem Platz. Was schwimmen konnte, zog weiter; was festsaß, wartete auf Nahrung aus der nächsten Strömung.

Feiner Schlamm von menschlichen Arbeiten hatte manche Riffplätze erreicht. An Land suchten Menschen nach besseren Wegen, ohne neue Wolken aufzuwirbeln. Unten blieb die Familie zwischen den nächsten Schmutzschüben auf freies Wasser angewiesen. Um die goldenen Äste legte sich eine blaue Hülle, weich wie eine durchsichtige Blase. In ihr bewegte sich das Wasser langsamer. Als draußen feiner Sand vorbeizog, blieb ein Teil an der Hülle hängen. Später löste sich der Rand und trieb davon. Darunter kamen die Polypen wieder frei ans Wasser.

Menschen träumten von einer gepanzerten Koralle, weil Wärme und schwere Eingriffe das Riff bedrohten. In der Tiefe sollte ihr Panzer helfen. Vor Bodennetzen und der dauernden Erwärmung des gesamten Meeres mussten Menschen trotzdem selbst schützen. Eine gelbe Verwandte trug einen Panzer. Er nahm für kurze Zeit Wärme auf und wurde dabei selbst wärmer. Ketten hielten ihren Körper am Boden. Die rosa Polypen blieben nach außen gerichtet. Ein kräftiger Wasserzug kam an, doch die Verankerung hielt. Kleine Nahrungstiere wurden vorbeigetragen. Der Panzer half dieser Koralle, aber fressen mussten ihre vielen kleinen Bewohner noch immer selbst.

Schwere Fischereigeräte hatten andere Kolonien zerbrochen. Für diese Fantasieverwandte stellten sich Menschen kantige Schutzstücke vor. Wirklich sicherer wurde ihr Platz aber erst, als dort keine Netze mehr über den Boden gezogen werden durften. An manchen Zweigen einer hellen Verwandten saßen dunkle, spitze Schutzstücke. Daneben lagen breite schildartige Formen. Ein kleiner Fisch hielt vorsichtshalber Abstand und schwamm außen um die Kolonie herum. Zwischen den geschützten Ästen öffneten sich die Polypen. Sie mussten niemanden verfolgen. Mit dem Wasser kamen winzige Nahrungstiere nahe genug an ihre Fangarme heran.

Die Menschen bauten immer ungewöhnlichere Abwehrgeräte um bedrohte Riffstellen. Sie wollten Angreifer und Fanggeräte fernhalten. Doch Waffen änderten weder die Temperatur noch die Nahrung im Wasser; die Familie blieb auf brauchbare Lebensbedingungen angewiesen. In einem abgelegenen Winkel stand eine Verwandte mit Pistolen an den Ästen. Sie sah furchterregend aus, und die kleinen Fische hielten Abstand. Doch als warmes Wasser kam, half keine einzige Waffe. Die Polypen blieben hungrig. Später legten Menschen die Geräte still und brachten eine Pumpe. Erst deren leiser Wasserstrom erreichte, was der ganze Lärm nicht geschafft hatte.

Um manche Tiefenriffe entstanden technische Sperren. Menschen versuchten damit, ihre eigenen Eingriffe von den Kolonien fernzuhalten. Jedes Gerät brauchte Wartung, und jedes Gitter konnte neuen Müll festhalten, bis die Strömung nur noch schwer hindurchfand. Um eine blaue Kolonie standen Kanonen und ein Zaun mit gelben Blitzen. Ein Warnschild hielt die Besucher zurück. Innen warteten die Polypen auf ihre winzige Beute. Die Strömung musste durch die Anlage hindurchfinden. Eines Tages blieb ein Stück Müll am Zaun hängen. Ein Helfer schaltete alles aus und holte es fort, bevor es den Zugang versperrte.

Verlorene Fangnetze trieben weiter durch die Tiefe. Menschen hatten sie oben längst aufgegeben, doch unten verfingen sie sich noch immer. Selbst die seltsamste Rettungsausrüstung musste am Ende helfen, eine Leine von empfindlichen Ästen zu lösen. Neben der nächsten Kolonie lag ein Hammer, über ihr zuckten gelbe und blaue Blitze. Links zog die Strömung ein Netz heran. In dieser Ecke des Meeres gehörten selbst Donnerwerkzeuge zur Rettungsausrüstung. Der Hammer hielt das Netz am Boden fest, bis Menschen es losmachten. Danach war wieder Ruhe, und die bunten Kronen konnten sich ausstrecken.

Die Menschen suchten nach Bildern für Schutz und Flucht. Dabei entstanden selbst für die Tiefsee Schilde, Schwerter und Schuhe. Die Familie lebte trotzdem zwischen realen Gefahren: Netze konnten hängen bleiben, Wasser konnte wärmer und Nahrung knapper werden. Eine Verwandte hatte Schild, Schwert und sogar Schuhe. Wenn ein Fisch zwischen ihren Ästen hindurchschoss, wackelte das Schild ein wenig. Die Schuhe aber waren für einen anderen Tag gedacht: den Tag, an dem sie fortmusste. Noch blieb sie stehen. Hier brachte die Strömung Futter, und keine Heldentat erschien ihr dringender, als die hungrigen Polypen ihrer Familie zu versorgen.

Die schwarzen Schilder gehörten zu einer Rettungsfantasie für das veränderte Meer. Die Menschen hatten mit ihren Abgasen zur Erwärmung beigetragen. Sie mussten die Ursache weiter verringern, statt allein immer neue Schutzstücke an Korallen anzubringen. Schwarze Schilder lagen auf den Ästen einer weiteren Verwandten. Sie sollten ihren Körper gegen die Veränderungen im Meer schützen. Zwischen den Platten blieben die Polypen frei. Ein kleiner Fisch schwamm außen entlang und suchte nach einer Lücke. Die Koralle konnte ihre Schilder nicht essen. Auch hinter diesem Schutz brauchte sie weiter Nahrung und frisches Wasser.

In den Bildern der Menschen bekam eine Koralle sogar einen Heldenumhang. Unten musste trotzdem gemeinsam gearbeitet werden. Was aus Städten und Schiffen herabsank, ließ sich weder mit einem Wappen noch von einer einzigen Kolonie bewältigen. Hinter einer blauhellen Verwandten breitete sich ein roter Umhang aus. Auf ihrem Stamm glänzte ein Wappen. Die kleinen Nachbarn nannten sie ihre Superheldin. Doch als der Müll kam, konnte auch sie ihn nicht allein forttragen. Eine Garnele zog an einem Faden, ein Mensch hob das große Stück auf, und erst gemeinsam bekamen sie den Weg zur Strömung wieder frei.

Menschen begrenzten geschützte Plätze mit immer mehr Zäunen und Hüllen. Die grüne Hecke war eine solche Rettungsidee, keine Pflanze, die unten Sonnenlicht fand. Ihr Eingang musste für kleine Nachbarn und den Wasserstrom offen bleiben. Menschen hatten eine grüne Schutzhecke um die rote Kolonie gestellt. Nur unten blieb ein Eingang frei. Ein kleiner Fisch fand die Lücke, schwamm hinein und gleich wieder hinaus. Die Strömung nahm denselben Weg. Die Familie hatte einen geschützten Hof bekommen, aber die Öffnung war ebenso wichtig wie die dichte Grenze. Dort kamen Futter und neue Nachbarn an.

Zum Schutz vor Eingriffen bauten Menschen ungewöhnliche Grenzen um tiefe Riffstellen. Hier gehörten eine Stachelhecke und Knallfrüchte zur erfundenen Abwehr. Das Licht kam von der besonderen Kolonie; Sonnenstrahlen erreichten diesen Platz nicht. Hinter der nächsten Hecke wurde es plötzlich hell. Die Kolonie schickte gelbe Strahlen zwischen ihren Ästen hervor. Rote Früchte saßen am grünen Rand; wer sie anstieß, bekam einen erschreckenden Knall zu hören. Ein kleiner Fisch machte einen weiten Bogen. Als es wieder still war, blieb die Familie allein mit der Strömung, die sich durch den gefährlichen Garten schlängelte.

Feine Teilchen aus menschlichen Eingriffen gelangten überall um die Kolonien herum. Eine Schutzschicht durfte deshalb nicht nur eine Seite bedecken. Die grüne Jacke schützte vor diesem Wasserinhalt, nicht vor Regen, der tief unten ohnehin nicht fiel. Eine Verwandte trug ihre grüne Jacke dicht um die Äste. An der Seite war ein Eingang geblieben. Dort huschten kleine Besucher hinein, und frisches Wasser folgte ihnen. Die Jacke raschelte nicht wie an Land; sie bewegte sich weich in der Strömung. Unter ihrem Schutz öffneten sich die bunten Polypen, jeder mit genug Platz für seine winzigen Fangarme.

Menschen hatten das Klima verändert und wünschten sich einen unsichtbaren Schild für die Korallen. Im tiefen Wasser wurde daraus eine Rettungsfantasie. Weniger Abgase und weniger zerstörerische Fischerei blieben trotzdem Aufgaben in ihrer eigenen Welt. Um eine dunkelgrüne Verwandte lag ein unsichtbares Schild. Ein Fisch konnte es nicht sehen und schwamm neugierig um die Äste herum. Die Koralle hielt sich dahinter, während sich draußen das Wasser veränderte. Ein rosa Polyp öffnete sich zwischen den hellen. Auch im Schutz blieb er hungrig. Das Schild konnte ihm keine Nahrung ersetzen.

Menschen bauten Schutzräume um bedrohte Riffreste. Dabei entstanden auch Abwehren, die anderen Tieren den Weg versperrten. Eine Falle und eine Stoffwolke gehörten hier zur Erfindung; sie konnten den Raum sichern und zugleich neue Nachbarn fernhalten. Am Rand des nächsten Schutzraums lag eine Falle. Rote Spitzen wiesen nach außen, und auf der anderen Seite entwich eine kleine Abwehrwolke. Ein Fisch kehrte lieber um. Drinnen blieb die helle Verwandte zurück. Die Strömung brauchte nun einen Umweg bis zu ihren Polypen. Als endlich Futter ankam, griffen alle danach; zum Warten hatten sie lange genug Zeit gehabt.

Die Menschen hatten neben der Familie Mauern errichtet, um sie vor Eingriffen zu schützen. Doch feste Wände konnten den Wasserweg verengen. Eine gerettete Kolonie brauchte weiterhin Raum für neue Äste und Nahrung aus der dunklen Strömung. Links stand eine Mauer, rechts stand eine Mauer. Dazwischen wuchs eine bunte Verwandte der Familie. Ihre Äste reichten beinahe bis zu den Steinen. Ein kleiner Fisch passte noch hindurch; die Strömung auch. Die Helfer betrachteten den engen Platz und versetzten später einen Stein. Schutz sollte der Kolonie Raum zum Leben lassen, besonders dann, wenn ein neuer Ast hinzukam.

Menschen stellten Schutzrahmen und Kühlhilfen an einzelnen Riffplätzen auf. Außen sollten Gefahren hängen bleiben, innen musste Wasser zirkulieren. Je mehr Müll die Umgebung herantrug, desto häufiger mussten die Helfer unten prüfen und vorsichtig aufräumen. Um den nächsten Familienzweig stand ein spitzer Rahmen. Zwischen seinen roten Knoten führten schmale Wege ins Innere. Dort lagerten blaue Kühlblöcke neben den bunten Ästen. Ein Helfer öffnete vorsichtig eine Klappe, holte Schmutz heraus und schloss sie wieder. Die Polypen bewegten sich im frischen Wasser. Selbst der stärkste Rahmen brauchte jemanden, der sich um den kleinen Raum dahinter kümmerte.

Menschen verbanden manche tiefe Kolonien mit immer aufwendigeren Schutzanlagen. Metall, Glocke und Geräte sollten ihre eigenen Eingriffe fernhalten. Doch die Anlage brauchte Energie und Pflege; im geschützten Inneren mussten die Polypen weiterhin Wasser und Nahrung erreichen. Eine dunkel gepanzerte Verwandte stand unter einer klaren Glocke. Grüne Linien kreuzten den Raum; kleine Abwehrgeräte saßen außen am Rand. Die Menschen hatten viel um die Familie herumgebaut. Innen blieben helle Polypen sichtbar. Ein Helfer stellte die Geräte ab, öffnete eine Klappe und prüfte das Wasser. Zwischen all der Technik musste die Koralle noch immer genug Platz zum Leben haben.

An einigen Orten schufen Menschen nun kleine Wasserwelten um die letzten Kolonien. Sie hielten Futter, Temperatur und Strömung in brauchbaren Grenzen. Das offene Meer außerhalb dieser Räume hatten sie damit nicht repariert. Die Frage der Familie war noch immer dieselbe: Würden auch die nächsten kleinen Korallen ein Zuhause finden? Über einer Kolonie stand eine durchsichtige Kuppel. Kleine Räder an den Seiten bewegten Wasser zwischen ihren Ästen. Draußen zog ein Fisch vorbei und kehrte noch einmal um. Er konnte nicht durch die Wand schwimmen. Drinnen öffneten die Polypen ihre Tentakel. Die Menschen mussten nun dafür sorgen, dass auch Nahrung mit dem frischen Wasser hereinkam.

Menschen wollten einzelne Kolonien vor Netzen, Müll und unvorsichtigen Besuchern retten. Sie bauten Schutzräume und mussten dafür immer wieder in die Tiefe zurückkehren. Draußen blieb das Meer verändert; drinnen brauchte die Familie laufend frisches Wasser. Die Menschen bauten einer Kolonie einen geschützten Raum. Netze und Müll sollten draußen bleiben, Besucher Abstand halten. Unten stand sogar ein winziger Laden. Im Inneren streckte die Familie ihre Polypen aus. Das Dach allein machte das Wasser nicht kühl und sauber. Dafür mussten die Helfer immer wieder zurückkommen, messen, reparieren und vorsichtig nach dem Rechten sehen.

Feine Abfälle aus menschlichen Städten und Schiffen kamen mit der Strömung bis in die Tiefe. Um manche Kolonien lagen inzwischen klare Hüllen. Sie sollten Schmutz fernhalten, durften aber den lebenswichtigen Weg für Wasser und Nahrung nicht versperren. Eine fast unsichtbare Blase umgab die nächste Verwandte. Dahinter lagen grüne, gelbe und violette Äste. Ein treibendes Teilchen glitt am Rand entlang und weiter. Die Blase ließ jedoch einen schmalen Wasserstrom hinein, sonst wäre der geschützte Raum bald leer gefressen gewesen. Die Polypen streckten sich danach aus, als reichten sie durch eine geöffnete Tür.

Zwischen den Städten oben und dem Riff unten verlief keine feste Grenze. Kleine Kunststoffreste kamen mit dem Wasser an. Menschen versuchten, einzelnen Kolonien einen klaren Schutzraum zu geben; draußen musste der Abfall trotzdem eingesammelt werden. In einer kaum sichtbaren Blase stand eine pastellfarbene Verwandte. Draußen trieb ein kleines Stück Plastik vorbei und blieb einen Augenblick am Rand hängen. Dann nahm die Strömung es wieder mit. Die Polypen innen öffneten sich langsam. Ihre hellen Farben sagten wenig darüber, wie hungrig sie waren. Das zeigte erst die Bewegung ihrer Tentakel, als die nächste kleine Mahlzeit ankam.

Menschen hatten viele Hüllen erprobt, die Risse bekamen oder verschmutzten. In ihrer Rettungsfantasie sollte diese Blase endlich halten. Im Inneren blieb die Familie trotzdem auf Nahrung und auf Wasser angewiesen, das aus dem dunklen Meer nachkam. Eine violette Blase umschloss den nächsten Familienzweig. In dieser Geschichte konnte sie nicht platzen. Ein treibender Stein stieß dagegen, glitt am Rand entlang und fiel hinunter. Die bunten Äste blieben unberührt. Trotzdem musste Nahrung hineingelangen. Durch einen kleinen Durchlass kam die Strömung, und die Polypen warteten dort, bis eine neue Mahlzeit ihre Tentakel erreichte.

Menschen wollten eine helle Kolonie in einer Hülle vor verändertem Wasser schützen. Sie versorgten diesen kleinen Ort mit Geräten aus dem Tauchboot. Draußen mussten sie ihre Eingriffe weiterhin begrenzen, statt nur einzelne Tiere einzuschließen. Eine helle Verwandte lebte ganz innerhalb einer Hülle. Draußen schwammen Fische vorbei, innen standen die Äste still. Menschen mussten darauf achten, dass frisches Wasser und Nahrung hineinkamen. Die Polypen öffneten sich, sobald sie Beute erreichten. Wer die Hülle gebaut hatte, durfte die Koralle darin nicht vergessen. Ihr Leben ging jeden Tag weiter.

Menschen warfen weiter Abfälle fort, während andere den tiefen Riffen halfen. Zigarettenreste und Kunststoff erreichten dieselben Schutzräume, die gerade mühsam gereinigt worden waren. Ein sauberer Platz blieb deshalb eine Aufgabe, die immer wieder von vorn begann. Draußen trieben Zigarettenreste und Müll. Drinnen stand eine bunte Verwandte in ihrer Schutzblase. Kleine blaue Kühlblöcke waren rundum verteilt. Ein Helfer sammelte zuerst den Abfall ein und kontrollierte dann die Hülle. Die Polypen warteten geduldig. Es war leichter, einen schädlichen Gegenstand rechtzeitig fortzunehmen, als später jede einzelne Astgabel von seinen winzigen Teilchen zu befreien.

Menschen kühlten inzwischen kleine geschützte Räume auf dem tiefen Meeresboden. Blasen und klare Hüllen gehörten zu ihren seltsamen Versuchen. Die Geräte brauchten Energie und frische Vorräte; ringsum blieb die Familie mit dem veränderten Meer verbunden. Durchsichtige Blasen schwebten um eine bunte Verwandte. Am Fuß lagen Kühlblöcke für ihren geschützten Wasserraum. Eine kleine Blase löste sich und stieg auf; eine andere blieb am Rand hängen. Die Polypen fingen Futter, während Helfer die Kühlung nachfüllten. Draußen zog die Strömung weiter. Innen musste alles sorgfältig gepflegt werden, damit die Familie genug frisches Wasser bekam.

Menschen versuchten, bedrohten Kolonien einen kleinen geschützten Wasserraum zu geben. Die schillernde Kapsel gehörte zu diesen Erfindungen. Außen kamen weiter Stoffe aus der bewohnten Welt vorbei; innen musste der Austausch mit dem dunklen Meer offen bleiben. Ein schillernder Schutzraum umgab die nächste Verwandte. Oben sammelten sich kleine Bläschen am Rand. Drinnen schimmerten rote, grüne und gelbe Äste. Durch einen feinen Zufluss kam frisches Wasser herein. Die Familie blieb darin mit dem Meer verbunden. Ein Polyp fing seine Mahlzeit, und draußen zog die große Strömung weiter, ohne in den kleinen Raum ganz hineinzupassen.

Menschen hatten das freie Riff beschädigt und wollten einzelne Kolonien in Hüllen versorgen. Kleine Propeller bewegten das Wasser darin. Ob genug Nahrung und Sauerstoff ankamen, mussten sie ständig prüfen; eine Wand erledigte das nicht allein. Rund um eine blaue Verwandte saßen kleine Propeller an einer Hülle. Sie drehten sich und hielten das Wasser innen in Bewegung. Die Polypen streckten ihre Fangarme hinein. Draußen zog ein Fisch vorbei. Zwischen seinem freien Meer und den geschützten Ästen lag nur eine dünne Wand. Trotzdem waren es für ihre Bewohner sehr verschiedene Orte.

Wärmeres Wasser und weniger Nachschub aus kühlen Strömungen machten manchen tiefen Platz schwer bewohnbar. Menschen hielten um einzelne Kolonien geschützte Wasserräume offen. Die grünen Außenformen gehörten zu ihrer erfundenen Hülle, nicht zu einer Seegraswiese. Eine durchsichtige Hülle lag um die rote Verwandte. Draußen bewegten sich grüne Fäden, und kleine Bläschen stiegen vorbei. Innen sorgten Menschen dafür, dass frisches Wasser nachkam. Die Hülle durfte nicht alles aussperren. „Ein bisschen Meer brauchen wir noch“, flüsterte ein Polyp und streckte seine Tentakel in den kleinen Strom, der durch den geschützten Raum floss.

Menschen hielten noch immer einzelne Schutzräume in Betrieb und entfernten Teilchen von ihren Hüllen. Draußen blieb das Meer voller weit verteilter Spuren. Je länger die Versorgung dauerte, desto deutlicher wurde, wie sehr diese Plätze von regelmäßiger Hilfe abhingen. Eine rote Blase stand um eine blaugrüne Verwandte. Außen sammelten sich bunte Teilchen am Rand; innen blieb mehr Platz zwischen den Kronen. Rote Fäden hielten die Hülle in Form. Ein Helfer strich vorsichtig die Außenseite frei und nahm den Schmutz mit. Die Polypen warteten im geschützten Wasser. Danach konnten auch die kleinsten von ihnen wieder ihre Tentakel ausstrecken.

Menschen versorgten kleine gereinigte Wasserräume am tiefen Boden. Rohre, Matten und Sammelarme brauchten Energie und Wartung. Weil die Abfälle aus der Welt oben nicht aufhörten, mussten die Helfer zurückkommen, bevor neue Lasten das Schutzsystem verstopften. Die grüne Verwandte stand in einem blubbernden Schutzraum. Links hing eine violette Filtermatte, daneben führten Rohre und kleine Geräte ins Wasser. Ein orangefarbener Arm sammelte größere Stücke ein. Die Helfer kamen oft zurück, um alles zu leeren und frisches Wasser nachzuführen. Die Familie lebte inzwischen mitten in einer kleinen Anlage, deren leises Arbeiten jeden ihrer Tage begleitete.

Das Wasser außerhalb der Hülle veränderte sich durch menschliche Abgase und Eingriffe weiter. Menschen hielten deshalb einen kleinen Schutzraum instand. Frisches Wasser und Nahrung mussten hinein, sonst wäre aus dem Schutz ein gefährlicher Verschluss geworden. Um eine orangegelbe Kolonie lag eine durchsichtige Hülle. Ihre rosa Polypen öffneten sich darin, während draußen das Meer vorbeizog. Ein kleiner Fisch schwamm außen herum und fand keinen Weg zwischen die Äste. Die Kolonie war geschützt. Doch sie brauchte weiterhin Nahrung und frisches Wasser. Eine Hülle allein konnte ihr beides nicht geben.

Die Menschen kamen noch mit Vorräten und Werkzeugen zu den letzten betreuten Schutzräumen. Sie prüften Rohre und Regler. Im übrigen Meer fehlten inzwischen viele Verstecke und Nahrungswege; kein einzelnes Gerät konnte die ganze zerstörte Nachbarschaft ersetzen. Eine klare Hülle umgab die nächste Verwandte. Oben führte ein Rohr Futterwasser hinein, unten zeigte ein Regler die Temperatur. Blaue Linien markierten den elektrisch gesicherten Rand. Die Helfer prüften die Anlage regelmäßig. Drinnen öffneten sich helle und dunkle Kronen im kleinen Kreislauf. Die Familie war gut versorgt, solange jemand daran dachte, auch am nächsten Tag wiederzukommen. Doch nach diesem Besuch kam kein Mensch mehr zu diesem Riff zurück. Es war der letzte gewesen. Was anderswo auf der Welt geschah, konnte die Familie nicht wissen.

Nach dem letzten Besuch kam lange niemand mehr zum Riff. Die gebauten Anlagen wurden nicht weiter versorgt. Später zerfielen sie oder wurden von anderen Tieren besiedelt. Auch das Meer veränderte sich weiter; an manchen Stellen kehrte Leben zurück. Die wenigen verstreuten Zweige dieser Familie mussten mit dem auskommen, was sie nun vorfanden. Wo Menschen einst Riffhänge beschädigt hatten, gab es nun andere Nachbarschaften. Für diese Familie blieben die bewohnbaren Plätze weit voneinander getrennt. Ihre lebenden Nachbarn waren noch da; die frühere Gerätehilfe gab es längst nicht mehr. Viele kleine Blasenkammern schmiegten sich um die Äste einer hellen Verwandten. Jede Rundung folgte der nächsten, bis die ganze Kolonie eine zweite Kontur trug. Zwischen den Kammern kam frisches Wasser an die Polypen. Die Familie hatte ihren Schutz dicht bei sich. Doch draußen floss noch immer das Meer, und von dort musste auch die nächste winzige Mahlzeit ihren Weg finden.

Zu diesem Riff kam kein Mensch mehr zurück. Manche beschädigten Hänge waren inzwischen wieder bewohnt, aber diese Familie hatte dort keinen neuen Anfang gefunden. An ihren wenigen verbliebenen Plätzen reichte das Futter kaum für alle. An einer hellen Verwandten arbeiteten kleine lebende Helfer zusammen. Feine Bahnen verbanden die Äste, violette Drüsen hielten Besucher auf Abstand, und unten fing ein lebendes Geflecht Teilchen auf. Winzige Putzer lösten manches wieder ab. Doch immer mehr blieb hängen. Die Familie hatte viel Schutz entwickelt; trotzdem hing ihr Leben davon ab, dass die Strömung genug Futter für alle brachte.

Seit sehr langer Zeit kam kein Mensch mehr zu diesem Riff. Vieles hatte sich im Meer verändert, doch zwischen den letzten Kolonien lagen weiterhin große unbewohnte Strecken. Ihre Larven fanden dort kein neues Zuhause. Noch weiter draußen lebte ein schwer geschützter Familienzweig. Kleine lebende Putzer strichen über seine Äste; zwischen ihnen glommen die erfundenen Lichtkristalle. Ein Panzer umgab das empfindliche Gewebe. Als eine Teilchenwolke kam, schlossen sich die Polypen. Danach begannen die Putzer wieder zu arbeiten. Doch sie alle brauchten Nahrung, und die Strömung brachte immer weniger. Weit voneinander entfernt warteten die letzten Kolonien.

Viele, viele Generationen waren vergangen. Menschen kamen längst nicht mehr zu diesem Riff. Manche ihrer Anlagen waren zerfallen, und an anderen Stellen lebten wieder Tiere. Doch die verlorenen Riffhänge waren für diese Familie kein Zuhause mehr geworden. Ihre letzten Kolonien standen weit voneinander entfernt. Zuletzt hatte die Familie nur noch an wenigen geschützten Plätzen gelebt. Doch auch dort musste die Strömung genug Nahrung bringen. Lange kam zu wenig an. Die letzten Polypen schlossen sich. Sie öffneten sich nicht wieder. Auch anderswo lebte kein Mitglied dieser Familie mehr. Es gab keine Larve und keinen lebenden Polypen, aus dem sie neu hätte wachsen können. Die Korallenfamilie war ausgestorben. Ihre hellen Kalkäste standen noch lange im Wasser. Dann zerbrachen sie nach und nach. Über viele weitere Jahre trug das Wasser Stücke fort, und Sand bedeckte die Reste. Als die Strömung wiederkam, zog sie über den leeren Boden. „Wer wohnt hier?“ Diesmal antwortete niemand. Hier hatte einmal die Koralle gestanden.

Fiktives Jahr 2.002.026 · 90.026 Jahre nach dem letzten Besuch
Die Korallenfamilie ist ausgestorben.

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